Ein Artikel der Redaktion

Kapazitätsgrenze erreicht Klärwerk „Barlager Esch“ in Hollage wird erweitert

Von Jessica von den Benken | 10.08.2016, 15:45 Uhr

Die Kläranlage „Barlager Esch“ im Wallenhorster Ortsteil Hollage wird in absehbarer Zeit an ihre Kapazitätsgrenze stoßen, da durch die gemeindliche Entwicklung der Wohn- und Gewerbegebiete das Schmutzwasseraufkommen stetig steigt. Politik und Verwaltung reagieren und planen eine Erweiterung des Klärwerks.

Die letzte Erweiterung des Klärwerks liegt 24 Jahre zurück. Als die Anlage 1992 gebaut wurde, rechnete noch niemand mit dem enormen Wachstum der Gemeinde und immer größer werdenden Gewerbegebieten. „Jetzt ist es wieder Zeit zu handeln“, weiß Claudia Broxtermann. Sie leitet den Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt der Gemeinde Wallenhorst und investiert gemeinsam mit ihrem Kollegen René Bei der Sandwisch viel Zeit in die Planung der Erweiterung.

Neues Betriebsgebäude

„Da das Werksgelände komplett mit Klärbecken und Betriebsgebäuden ausgenutzt ist, muss die Fläche vergrößert werden“, sagt Bei der Sandwisch.  Auch ein neues Gebäude für Büros, Sanitär- und Aufenthaltsbereiche müsse gebaut werden. Das derzeitige Betriebsgebäude entspräche in keiner Weise mehr dem derzeitigen Standard. „Die Kollegen sind im Betriebsgebäude den ganzen Tag Emissionen ausgesetzt. Auch die Küchen-, Pausen- und Sanitärbereiche lassen zu wünschen übrig oder sind nicht vorhanden“, so Bei der Sandwisch und Abwassermeister Thorsten Kohkemper erklärt: „Unsere Pausen verbringen wir im Moment noch im Schaltanlagenraum und den Kaffee kochen wir in der Küche auf dem Flur. Sie ist direkt neben unserm Labor, in dem wir die Abwasserproben untersuchen.“

Bislang vorwiegend in Technik investiert

Ihm und seinen Kollegen sei es immer wichtiger gewesen, dass die Kläranlage gut laufe. Daher habe man bisher vorrangig in die Technik investiert. „Mit den Arbeitsbedingungen durch die räumliche Enge haben wir uns arrangiert.“ So diene der Schaltanlagenraum auch noch als Büro und werde zusätzlich für Besprechungen genutzt. Dieser Zustand sei nun nicht mehr tragbar, meint Broxtermann.

Überholte Arbeitsbedingungen

Auch eine Trennung der schmutzigen, verkeimten und schadstoffbelasteten sogenannten „Schwarz-Bereiche“ von den sauberen „Weiß-Bereichen“ bestehe bisher nicht. Aus all diesen Gründen müsse ein neues Gebäude her, um die Bedingungen nach der Verordnung „Technische Regeln für Arbeitsstätten“ (ASR) auf den aktuellenI Stand zu bringen.

Umweltschutz und erneuerbare Energien

In Sachen Umweltschutz und erneuerbare Energien möchte Wallenhorst mit dem erweiterten Klärwerk einen großen Schritt nach vorn gehen. „Fotovoltaikanlagen mit bis zu 140 Modulen zur Erzeugung eigener Energie könnten auf drei Gebäuden angebracht werden“, sagt Broxtermann. Ein großer Teil des Stromverbrauchs könne so selbst im Klärwerk produziert werden. Weiter werde auch der bei der Wasserreinigung anfallende Klärschlamm reduziert. „Hierzu gibt es ein anaerobes Verfahren, bei dem der Klärschlamm fault“, erklärt Kohkemper. Dabei könne der Schlamm um gut 30 Prozent vermindert werden. Geplant sei dazu der Bau eine Trocknungs- und Verbrennungsanlage. So könne man das Werk schon jetzt für die Zukunft ausrichten, denn die Möglichkeit den Klärschlamm als Dünger in der Landwirtschaft unterzubringen, sei nur noch bis 2025 möglich.