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Jungfilmer präsentierten Werke Jugendmedienprojekt im Ruller Haus

Von Christina Halbach | 27.06.2016, 13:12 Uhr

„Film ab“ hieß es jetzt für die Streifen der Teilnehmer des aktuellen Jugendmedienprojekts „Wort_Spiel“ im Ruller Haus. Dabei ging neben zahlreichen Stop-Motion-Filmen, gespielten Witzen auch eine Gruselgeschichte über die Leinwand.

Zuvor sind zwölf Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 15 Jahren an vier Samstagen mit viel Kreativität unter die Filmemacher gegangen, haben selbst ausgewählte Geschichten umgesetzt und sich dabei mit der Filmtechnik vertraut gemacht. „Dabei ging es darum, die Geschichten nicht nur nachzuerzählen, sondern auch mit Assoziationen Stimmungen einzufangen“, erläuterte Kursleiterin Elisabeth Lumme das Projekt , das auch einen Schnitt- und Vertonungstermin im Medienzentrum Osnabrück beinhaltete.

Blutiger Auftakt

Bei der Vorführung vor Eltern und Freunden hatte sich das Team für einen rasanten und zugleich blutigen Auftakt entschieden: In dem zweiminütigen Kurzfilm „Der Zombie und die Schüler“ lud eine humorvoll verpackte Verfolgungsjagd über das Gelände des Ruller Hauses mit den Protagonisten Thilo, Jan Philipp und Moritz die Zuschauer zum Mitfiebern ein.

Darauf folgten unter anderem mehrere bis zu 30 Sekunden lange sogenannte Gifs (kurze Animationsfilme). Kurze Sprüche oder Bilderbuchgeschichten wurden darin mit der Stop-Motion Technik in bewegte Bilder umgesetzt. Worauf es bei der Kamera- und Schnittarbeit ankommt, erfuhren die jungen Filmemacher von den Technikexperten Stefan Hestermeyer (werk.statt im Medienhaus), Nico Stallkamp und Tarek Al Zaidi. „Damit es sich realistisch bewegt, darf man nicht zu große Schnitte machen“, erzählte der zwölfjährige Thilo.

Flüchtlinge dabei

Neuland bedeutete die Filmarbeit für Golschang und Hasan Hamid: Seit Januar leben die Geschwister nach ihrer Flucht aus Syrien in Wallenhorst, verfügen über nur geringe Deutschkenntnisse und hatten noch nie einen Fotoapparat in der Hand. Trotzdem ist es ihnen gelungen, nach einigen Stunden des Beobachtens einen luftig-poetischen Stop-Motion-Film über den Flug eines Papierschmetterlings zu produzieren. „Sie haben ein wenig herumgespielt und dabei ist gleich so etwas tolles herausgekommen“, stellte Stefan Hestermeyer begeistert fest. Auch Erika Schwegmann, die die beiden Jugendlichen als Integrationslotsin begleitet, freute sich über die Ergebnisse: „Nach der Arbeit im Medienzentrum waren die beiden richtig gelöst und fröhlich.“

Als gemeinsames Projekt haben die Teilnehmer die Gruselkurzgeschichte „Die Anhalterin“ gestemmt. „Den haben sie mit allen Registern der Videotechnik hergestellt“, erläuterte Elisabeth Lumme den Kurzfilm, der mit Szenenbildern, der Green Screen-Technik, Film- und Sprachaufnahmen sowie eingespielter Klaviermusik die mysteriöse Story von einer ermordeten Tramperin lebendig werden ließ.

„Das waren tolle vier Samstage“, resümierte Erika Schwegmann zum Abschluss, die sich auch einen Eindruck von den ersten Werken ihres Sohnes Max verschafft hat: „Es ist wirklich beeindruckend, wie mit einfachen Mitteln sowas entsteht.“