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Hobby und Leidenschaft Quilt-Ausstellung im Hollager Hof eröffnet

Von Christina Halbach | 16.05.2011, 07:31 Uhr

Ein Meer von Farben und Mustern erwartete am Wochenende die Besucher einer Patchwork- und Quiltausstellung der Osnabrücker Gruppe „Dancing Hands“ im rustikalen Ambiente des Hollager Hofes in

„Für mich ist das Thema Quilt völlig neu“, gab Josef Pott, Vorsitzender des Heimathauses, in seiner Eröffnungsrede unumwunden zu. Auch die Gäste der Ausstellung lassen sich zunächst einfach von den farben- und detailreichen Mustern der Decken in den unterschiedlichsten Formaten, die die Fachwerkwände sowie Stütz- und Querbalken des Hollager Hofes schmücken, in Erstaunen und Bewunderung versetzen: „Das ist eine Wahnsinnsarbeit, vor der ich wirklich Respekt habe“, sagt Besucherin Marie Braskamp.

Isa Rode, Mitglied der zwölfköpfigen Frauengruppe, die sich seit 2005 einmal im Monat im Gemeindehaus der Lutherkirche in Osnabrück trifft, erklärt in ihrem Einführungsvortrag, dass sich hinter der Farbenpracht mehr, nämlich die verschiedensten Techniken verbergen. So haben die Quilts ihren Ursprung in den USA des 19. Jahrhunderts, wo sie zunächst als Decken gegen die Kälte genäht wurden. Ein Quilt besteht daher nicht umsonst aus drei Lagen: der bunten Oberdecke, dem Vlies aus Wolle und der Rückseite. „Doch die Decken sollten irgendwann nicht nur wärmen, sondern auch schön aussehen“, erklärt Rode, sodass Stoffreste zu neuen Patchworkmustern zusammengenäht wurden. Durch die Verbindung der drei Lagen mit dem Vorstich entsteht dann der Quilt.

Im Laufe der Jahre entstanden dann die verschiedenen Techniken: die Applikation von Stoffmustern auf andere Stoffe sowie die Verbindung von Stoffblöcken mit und ohne inliegende Pappe. „Es lassen sich immer wieder neue Techniken entdecken. Dadurch bleibt es spannend“, erklärt Isa Rode mit leuchtenden Augen: „Quilten ist für uns ein Hobby, das zu einer Leidenschaft geworden ist.“

Nach fünf Jahren gemeinsamen Nähens teilten die zwölf Frauen zwischen 40 und 60 Jahren „Freund und Leid“ miteinander. Ermöglicht wird dies auch dadurch, dass sich die „Dancing Hands“ ohne den Ballast einer Nähmaschine treffen: „Wir nähen unsere Quilts noch nach der ursprünglichen Methode, mit der Hand, zusammen“, sagt Rode. Ihre Kollegin Marita Suhre gibt offen zu, dass das Quilten durchaus Suchtfaktor in sich berge, Materialkosten in Höhe von 200 bis 500 Euro seien keine Seltenheit.

Neben den Decken haben die „Dancing Hands“ auch kleinere Objekte wie Kissen und Taschen für eine Tombola genäht, deren Erlös der Osnabrücker Kindertafel gespendet wird.