Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

„Heimweh hat hier keiner“ Schüler aus der polnischen Partnerstadt Stawiguda zu Gast in Wallenhorst

Von Kathrin Pohlmann | 29.09.2011, 13:26 Uhr

Die Busfahrt steckt den 15 Schülern und ihren beiden Lehrerinnen aus Stawiguda in Polen noch sichtlich in den Knochen. Nach 17 Stunden Fahrt kam ihr Bus in Wallenhorst an. Zeit zum Ausruhen gab es dann aber erst einmal nicht. Denn die polnischen Jugendlichen wurden schon von den Schülern der neunten und zehnten Klassen der Realschule Wallenhorst erwartet. Ein Unterrichtsbesuch stand an, und dann sollte es auch noch in den Zoo Osnabrück gehen.

Auch Bürgermeister Ulrich Belde wollte den Besuch aus Stawiguda begrüßen und empfing die Schüler im Rathaus, damit sie sich in das Goldene Buch der Gemeinde eintragen konnten. „Austausch und Partnerschaft sind sinnvoll, wenn sich vor allem junge Menschen begegnen“, sagte er. Er lobte den Austausch zwischen den Partnerstädten, der in diesem Jahr zum zehnten Mal stattfindet.

Die polnischen Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren sind in Wallenhorster Gastfamilien untergebracht. Die sprachliche Barriere ist bislang noch eine Herausforderung für sie. „Ja, das kann ich verstehen. Man ist gerade in einer fremden Familie angekommen und muss sich erst mal einleben“, sagt Realschüler Jacub Wasilewski aus Wallenhorst.

Er spricht sehr gut Polnisch und kann sich daher mit seinem Austauschschüler ohne Probleme verständigen. „Wir haben drei deutsche Schüler, die Polnisch sprechen und übersetzen können. Das hilft uns ungemein“, erzählt Lehrerin Daniela Kohlbrecher.

Der polnischen Schülerin Magda Klik gefällt es gut in Wallenhorst, aber sie findet „die Schule in Polen moderner und die Lehrer strenger“.

Ihre Lehrerin Malgorzata Wolszczak ist mittlerweile routiniert, denn sie ist zum zehnten Mal dabei und organisiert den Austausch in Polen. Sie kennt die anfänglichen Hemmungen der Schüler. „Am Anfang sind alle noch schüchtern, aber das lässt schnell nach. Heimweh hat hier keiner“, sagt sie.

Wolszczak sieht kaum noch Unterschiede zwischen den deutschen und den polnischen Schülern. „Im Laufe der Jahre sind die Schüler sich immer ähnlicher geworden“, weiß sie aus Erfahrung.

Gästen und Gastgebern stehen bis zur Abreise am Samstag noch abwechslungsreiche Tage bevor. Ein Ausflug in das Klimahaus in Bremerhaven ist geplant, eine Stadtführung in Osnabrück und der Besuch im Kletterwald im Nettetal.

„Ich habe Angst vorm Klettern, da werde ich lieber auf dem Boden bleiben und nur Fotos machen“, gesteht Lehrerin Malgorzata Wolszczak und lacht.