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Gute Zuwachsrate Linde am Hollager Hof vermessen

Von Horst Troiza | 22.06.2011, 13:52 Uhr

Zugelegt hat sie – in der Höhe und der Dicke. Bei der Zuwachsermittlung der Winterlinde vor dem Heimathaus Hollager Hof hat der Vorstand des Vereins gute Nachrichten verkündet: Der Hausbaum ist um einen halben Meter in die Höhe geschossen und hat am Stamm um zwei Zentimeter zugenommen.

So bekannt wie die Bremer Eiswette ist die Messung der Hoflinde am Hollager Hof noch nicht, doch sie bringt allen Beteiligten ebenso viel Spaß. Dieses Mal hatten sich rund 50 Schaulustige eingefunden, die auf die Meldung der ehrenamtlichen Mess- und Eichmeister warteten.

Nach dem einleitenden Lied „Wunderschöner Norden“ durch den MGV Gemütlichkeit Hollage schritten der Vorsitzende Josef Pott und seine Mitstreiter zur Tat. Messlatte und Bandmaß wurden angelegt, und dann verkündete Siegfried Wulftange das Ergebnis. „Die Linde ist weiter gewachsen und hat nun 8,50 Meter Höhe und einen Stammumfang von 49 Zentimetern“. Aus dem 1998 gepflanzten Bäumchen ist inzwischen ein Teenie geworden, der für die Zukunft noch Großes erwarten lässt.

Während einer kurzen Ansprache erinnerte Pott an die Tradition der Hofbäume. „Wo ein Haus gebaut wurde, wurde auch ein Baum gepflanzt.“ Deshalb entwickelten die Bewohner einen engen Bezug zu ihm. Hofbäume waren in vielerlei Hinsicht in das Hofleben eingebunden. „Sie schützten das Haus vor Blitzen, bei Regen konnten die Heuwagen darunter abgestellt werden, und an sommerlichen Abenden nahmen die Bewohner darunter Platz und sangen Lieder.“ Noch heute sind sie an alten Höfen zu finden, Pott nannte sie „Kleinode bäuerlicher Kultur“.

Wenn auch die Linde am Hollager Hof Pflege und Hege erhält, ist es um andere Exemplare weit weniger gut bestellt. Wie der Vorsitzende erklärte, hat es das Leben mit der alten Hofeiche in der Adenauerallee zuletzt nicht gut gemeint. Nach dieser Kritik wurde es aber wieder versöhnlich. Der MGV sang noch weitere Lieder, und Pott lud daraufhin die Anwesenden zu Essen und Trinken ein.