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Geschichten in Bilder umsetzen Neues Jugendfilm-Projekt im Ruller Haus

Von Christina Halbach | 14.06.2016, 15:00 Uhr

Erste Schritte in die Welt von Kamera, Schnitt und Ton machten jetzt die Teilnehmer des aktuellen Jugendmedien-Projekts des Ruller Hauses: Unter dem Motto „Wort_Spiel“ setzten 12 junge Leute im Alter von zehn bis 15 Jahren ihre Lieblingsgeschichten in Kurzvideos um. Die Ergebnisse werden am kommenden Samstag präsentiert.

Die drei zwölfjährigen Felix, Jan-Philipp, Thilo und Moritz (13) sind noch mitten im Arbeitsprozess. Vor ihnen liegt das Buch „Das ABC der Schadenfreude“, eine Sammlung mit illustrierten, ein wenig gemeinen Sprüchen, die vielen noch aus der Schulzeit bekannt sind. Aufgeschlagen ist der  Vers  „Alle Kinder stehen am Abgrund. Außer Peter, der geht noch einen Meter weiter“, den die Vierergruppe in ein Kurzvideo umsetzen will.

Stop-Motion-Technik

Zum Einsatz wird dabei die Stop-Motion-Technik kommen, bei der aus einzelnen Aufnahmen ein bewegter Film entsteht. Während Jan-Philipp und Thilo die Steilklippe mit Buntstiften ausmalen, sind Felix und Moritz mit dem Zeichnen, Ausmalen und Ausschneiden der Männchen beschäftigt. Die Jungfilmer waren schon beim Vorgängerprojekt „ Von Kohle und Kulissen “ dabei, bei dem am Piesberg ausgedachte Kurzfilme entstanden sind. „Wir haben uns diesmal dafür entschieden, direkt mit einer Geschichte einzusteigen“, erläutert Kursleiterin Elisabeth Lumme das Konzept des aktuellen Jugendfilm-Projekts, das die Produktion von bis zu 30 Sekunden langen sogenannten Gifs vorsieht. Dafür wurden bereits vor einer Woche Bilderbücher vorgestellt, aus denen die Teilnehmer ihre Lieblingsgeschichte auswählen konnten. „Die Jugendlichen haben festgestellt, dass auch Bilderbücher sprachliche Spitzfindigkeiten enthalten, die kurz und knapp in Szene gesetzt werden können“, berichtet Stephanie Scholze, die als Leiterin des Forums für Kinderliteratur den erzählerischen Part übernommen hat.

Video vom Wundermeerschweinchen

Bereits in der Endphase ihres kleinen Filmprojekts angelangt sind die beiden elfjährigen Lars und Max. Für ihr Video vom Wundermeerschweinchen, das beim Versuch die Welt zu retten, im Aquarium landet, müssen sie noch die passende Musik auswählen sowie den Vor- und Abspann gestalten. Damit das Tier wie gewünscht ins Wasser plumpst, hat das Duo ein wenig getrickst: „Wir haben den gezeichneten Hamster auf die Glasscheibe gelegt und dann langsam über die Bilder geschoben“, berichtet Max.

Bibliotheksverband fördert Projekt

Begleitet werden sie dabei von Nico Stallkamp, der ihnen die Werkzeuge des Schnittprogramms nahebringt. Gemeinsam mit drei weiteren technikaffinen Helfern unterstützt der 16-Jährige Elisabeth Lumme bei der Betreuung der Teilnehmer: „Das Projekt ist sehr betreuungs- und damit personalintensiv“, betont die Ruller Haus-Geschäftsführerin, die für den Workshop den Deutschen Bibliotheksverband ins Boot holen konnte. Der fördert Technik-  und Personaleinsatz des auf insgesamt vier Blöcke angelegten Projekts mit 25.000 Euro. Die drei Folgetermine werden im Herbst und im Frühjahr 2017 über die Bühne gehen und sind noch offen für Neuzugänge.

Präsentation der Kurzfilme

Für die aktuellen Filmprojekte steht noch ein Schnitttermin im Medienzentrum Osnabrück auf dem Programm. Präsentiert werden die Kurzfilme für Eltern, Freunde und Verwandte am Samstag, den 18. Juni ab 15 Uhr im Ruller Haus. (Weiterlesen: Zum Ortsportal )