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Geschichten aus dem „Blaubeerhaus“ Autorin Antonia Michaeles liest im Ruller Haus

Von Claudia Sarrazin, Claudia Sarrazin | 16.02.2017, 12:49 Uhr

Zu einer Lesung war die Kinder- und Jugendbücher Antonia Michaeles ins Ruller Haus gekommen. Dort fieberten nicht nur Kinder, sondern auch eine Reihe erwachsener Besucher bei der Geschichte von Leo und Imke mit, deren Familien das „Blaubeerhaus“ von „Tante Lene“ geerbt hatten.

Antonia Michaelis las im Ruller Haus aus ihrem Buch „Blaubeerhaus“ und verriet: „Ich wohne auf Usedom in einer Gegend, wo es ziemlich viel Natur gibt.“ Eingeladen worden war sie von Stephanie Scholze. Sie lädt unter ihrem Alias-Namen „LiesA“ im Rahmen der Lesewerkstatt immer mal wieder Autoren nach Rulle ein.

Alles andere als langweilig

Danach ging es im Ruller Haus für eine Lesung sehr lebhaft zu. Und das lag nicht daran, dass die jungen Leser nicht aufpassten. Michaelis spielte die Geschichte gestenreich vor: Sie runzelte die Stirn, sprang in die Höhe, saß kurz auf einem Tisch, lief durch den Raum und zeigte, wie eine verschlungene Baumwurzel aussieht. Dabei passte sie ihre Stimme den jeweiligen Figuren und Situationen im Buch an. Die Kinder folgten ihr mit einem sichtlichen Vergnügen. Die Zuhörer wurden auch immer wieder mit einbezogen, in dem Michaelis sie zum Beispiel raten ließ, wie die Geschichte weitergeht.

Urlaub im Haus von Tante Lene

Im Mittelpunkt der Geschichte vom Blaubeerhaus stehen Leo und Imke, zwei Cousins aus sehr unterschiedlichen Familien. „Die von Leo lebt in Berlin, und die Eltern sind ein bisschen öko und so“, berichtete Michaeles. Imkes Familie lebt hingegen in Hamburg und sei „ganz modern und sportlich“. Außerdem gibt es noch Tante Fee aus München, die „redet von Schwingungen“. Die drei erwachsenen Geschwister haben das Blaubeerhaus von ihrer Tante Lene geerbt und wollen darin einen Urlaub verbringen, bevor sie es verkaufen.

Viele Rätsel und Herausforderungen nicht nur für Imke und Leo

Zu einer Herausforderung wird in diesem Urlaub nicht nur, dass es im „Blaubeerhaus“ keinen Strom gibt. Außerdem hat sich die Natur mit der Zeit das Haus schon fast wieder zurückerobert, und die kleinen Schwestern von Imke, Juni und Juli, glauben, dass dort Elfen leben. Die anderen haben ebenfalls manchmal das Gefühl, außer ihnen sei noch jemand im Haus, doch sicher sind sie sich zunächst nicht. Auch die Frage, warum im Haus so viele Betten stehen, obwohl Tante Lene doch alleine lebte, beschäftigt die Erben. Vielleicht steht des Rätsels Lösung im Tagebuch, das Lene als Kind schrieb, und das Leo auf dem Dachboden fand. Ob es in ihrem Buch wirklich Elfen gibt und für wen die Betten aufgebaut wurden, verriet Michaels bei der Lesung zwar nicht. Aber sie machte ihre Zuhörer neugierig, wie es weitergeht.

Das Beste war „Alles“

Danch ging sie noch kurz auf die Illustrationen des Buches ein: „Die sind schwarz-weiß, und die kann man selbst ausmalen, was ich euch auch empfehle“, so die Autorin, die sich mit Blick auf die aktuelle Fotoausstellung von Hermann Pentermann im Ruller Haus bemerkte: „Hier hängen heute sogar Bilder vom Blaubeerenhaus, das ist ja toll.“

Viele Fragen

Im Anschluss an die Lesung stellten die Kinder viele Fragen. Wie viele Bücher habe Michaelis schon geschrieben? „40 bis 50, ich habe nicht gezählt“, antwortete die Autorin. Und wie sie auf die Buchidee gekommen sei? „Ich verlaufe mich auch gerne mal im Wald, und wir haben auch ein altes Haus“, erzählte Michaeles. Die neunjährigen Zuhörer Linus, Sandro, Janis und Johannes waren sich anschließend einig, die Lesung war: „Gut!“ Und Linus gab zu: „Ich kannte das Buch nicht und lese so mittelgerne.“ Für Sandro war das Beste am Buch: „Alles!“ Und Janis hatte Lust bekommen, das Buch vom „Blaubeerhaus“ zu lesen. Auf die Frage, ob er erwartet hätte, dass die Autorin nicht ruhig hinter einem Tisch sitzt, verkündete Johannes: „Das ist normal, das ist immer so.“ So seine Erfahrung aus drei Lesungen, die er schon mitgemacht hatte.