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Freizeitkarte und mehr Busse Wallenhorst greift für Schüler tief in die Kasse

Von Jessica von den Benken | 19.01.2017, 16:39 Uhr

62.500 Euro nimmt die Verwaltung jährlich für zusätzliche Bussfahrten und kostenlose Fahrkarten für Schüler in die Hand. „Eine gute Sache“, finden die Mitglieder des Ausschusses für Kindergärten, Schule und Bildung.

Seit August 2014 fahren vom Wallenhorster Schulzentrum nach der siebten Unterrichtsstunde in Richtung Hollage und Rulle zusätzlich zwei Busse. Ein weiterer Bus steuert nach der achten Stunde Rulle an. Damit optimierte die Gemeinde die Schülerbeförderung im Anschluss an den Ganztagsunterricht. Wenn es nach dem Ausschuss für Kindergärten, Schule und Bildung geht, wird das auch bis zum Ende des Schuljahres 2019/2020 oder bis zur Einführung eines Ortsbusses so bleiben. Trotz Unmutes einiger Ausschussmitglieder wegen der hohen Kosten stimmten alle Fraktionen dafür.

Längerer Schulweg

Zur Erklärung: Der Heimweg der Wallenhorster Real- und Hauptschüler dauerte vor dem Einsatz der zusätzlichen Busse teilweise länger als bei den Schülern, die aus der Gemeinde heraus die Thomas-Morus-Schule in Osnabrück-Haste besuchen. Das sah die Gemeinde als Wettbewerbsnachteil für ihren Schulstandort. Deshalb beschloss der Rat Anfang April 2014 die Optimierung der Schülerbeförderung und überprüft seitdem alle sechs Monate die Fahrgastzahlen. Hochgerechnet würden jährlich etwa 2750 Personen das zusätzliche Busangebot nutzen, berichtete die Verwaltung. Kosten: 30.500 Euro. Umgelegt auf den einzelnen Fahrgast buttert die Verwaltung 11 Euro pro Tour dazu.

WWG und UWG beklagen hohe Kosten

„Wir sind hier auf dem richtigen Weg“, sagte Ludger Meyer (WWG), „ aber 11 Euro pro Fahrt pro Person ist der Wahnsinn. Reicht hier nicht vielleicht der Einsatz eines Kleinbusses?“ Die Verwaltung habe dies bereits durchkalkuliert, so Fachbereichsleiter Rüdiger Mittmann. „Die Ersparnis wäre marginal, denn der Großteil der Kosten fällt durch Personal und Sprit an“, erklärte er. Auch Stefan Düing von der UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft) Wallenhorst, die sich nach der Kommunalwahl von der CDU-Fraktion abgespalten hatte, beklagte sich: „Der Betrag ist einfach zu hoch. Damit können wir uns nicht zufriedengeben. Da müssen wir noch mal ran.“ Marlies Robben (CDU) hingegen meinte: „Die zusätzlichen Busse sind eine gute Sache, auch wenn sie teuer sind. Wir sollten wie geplant weitermachen.“ Denn nicht nur Schüler würden davon profitieren, sondern auch Bürger, die ebenfalls die Linien nutzen können.

Kostenlose Schülerfreizeitkarte bis 2020

Auch die kostenlose Schülerfreizeitkarte für die Schüler der Real- und Hauptschule soll es bis Ende des Schuljahres 2019/2020 geben, findet der Ausschuss. Mit ihr sind Fahrten im gesamten Netz der VOS von montags bis freitags an Schultagen ab 15 Uhr sowie in den Ferien, Feiertagen und Wochenenden ganztägig möglich. Auch Fahrten mit dem Nachtbus sind kostenlos. Jährlich kostet die Gemeinde dieser Service 32 000 Euro. Damit wirke man ebenfalls der Ungleichbehandlung gegenüber Schülern entgegen, die weiterführende Schulen in Osnabrück besuchen und ihre Schülerfahrkarte durchgehend kostenlos nutzen können, hieß es.

Abschließend wird der Rat in öffentlicher Sitzung am 26. Januar entscheiden, wie es mit der Schülerbeförderung weitergehen wird.