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Forderung nach Kulturmanager Ruller Haus stößt an seine Grenzen

Von Sandra Dorn | 26.02.2014, 18:17 Uhr

22000 Euro Fördermittel für die Kulturarbeit mit Kindern und Jugendlichen hatte das Ruller Haus im Sommer 2013 erhalten – und auch in diesem Jahr steht diese Summe für die Wallenhorster Kultureinrichtung in Aussicht. Das Problem ist die Zeit für die Umsetzung der Projekte: „Wir wissen nicht, wie wir das auf ehrenamtlicher Basis weiter schaffen sollen“, sagen die Mitglieder des Vorstandes.

„Der Bund unterstützt uns, aber die Gemeinde tut sich schwer“, kritisiert der Vorsitzende des Vereins Ruller Haus, Arno Weerd. Schon im vergangenen Jahr hatte der Verein eine Stelle für einen Kulturmanager gefordert, doch sowohl Ratspolitiker als auch Bürgermeister zeigten sich skeptisch. 

Inzwischen sind verschiedene Projekte im Bereich Jugendarbeit angelaufen. Seit September arbeitet federführend Elisabeth Lumme vom Ruller Haus mit dem Haster Jugendtreff und dem Wallenhorster Jugendzentrum JAB2 sowie der Thomas-Morus-, Real-, und Alexanderschule Wallenhorst zusammen. Workshops zu den Themen Trickfilm und Streetart haben sie bereits durchgeführt. In der Endphase des laufenden Projektjahres steht nun für die Osterferien ein Mitmach-Musical für Kinder und Jugendliche in Zusammenarbeit mit dem Musiktheater „Lupe“ an. Am 26. April soll das Musical „Rats“ in Wallenhorst aufgeführt werden.

Das Problem: Die Projektgelder, die das Ruller Haus dafür aus dem Bundesförderprogramm „Jugend ins Zentrum!“ ergattern konnte, lassen sich nicht für die Koordination der Projekte einsetzen, erläutert Weerd. Diese Koordination schultert derzeit aber Elisabeth Lumme alleine – und ehrenamtlich. Sie kümmert sich um Konzepte, spricht das Programm mit den Schulen ab und hält nebenher Ausschau nach weiteren Fördermitteln.

„Wir können die Gelder bekommen, und ich würde gerne noch mehr machen“, sagt Lumme. „Aber es ist fraglich, wie ich die Koordinierung schaffen soll.“ Ohne Unterstützung durch die Gemeinde müsse das Ruller Haus früher oder später auf die Projekte und damit auch auf die Fördermittel verzichten, sagt sie. „Die Leidtragenden werden die Kinder sein.“

„Wir haben einen bildungspolitischen Auftrag übernommen, der in Wallenhorst bislang nicht wahrgenommen wurde“, ergänzt Weerd, der vor zwei Jahren die Nachfolge des Gründungsvorsitzenden Erich Goer angetreten hatte. 10000 Euro jährlich würde sich der Verein für das Kulturmanagement wünschen. Für Kinder bietet das Haus zudem das beliebte Bilderbuchkino und die Ferienlesetage mit LiesA (die Buchstaben stehen für „Lesen ist ein starker Anfang“) Stephanie Scholze an. Außerdem wird die neue Mal- und Experimentierwerkstatt „kunst und quer“ monatlich fortgesetzt.

Dass die Belastungsgrenze der 20 Ehrenamtlichen, die nebenher noch ihren Berufen nachgehen, erreicht sei, gelte auch für die übrigen Sparten, also die Foren Kunst, Garten, Literatur, Musik und Geschichte, betont Weerd.

Scheideweg

Wir haben viel auf die Beine gestellt“, sagt der Vorsitzende mit Blick auf die vergangenen zwei Jahre, seit sich der Vorstand des Ruller Hauses neu aufgestellt hat . „Was Sie hier als Halbjahresprogramm sehen, haben wir früher für ein ganzes Jahr gemacht“, betont Weerd, der übrigens hofft, dass das Haus mehr Wallenhorster Unternehmen als Sponsoren gewinnen kann. Weerd: „Es steht auf Messers Schneide. Wir müssen jetzt entscheiden, ob wir das in dieser Form fortführen oder nicht.“