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Feuerschalen-Workshop Gartengruppe des Ruller Hauses lernt Töpfern

Von Claudia Sarrazin | 28.06.2016, 13:15 Uhr

Einen Feuerschalen-Workshop organisierte die Garten-Gruppe des Ruller Hauses vor Kurzem. Die Künstlerin Maria Breer-Dühnen hatte die Teilnehmerinnen in ihr „hestia“-Atelier ins Kloster Malgarten in Bramsche eingeladen, um dort mit ihnen individuelle Feuerschalen zu gestalten.

Der Workshop war schon die zweite Veranstaltung, die die Garten-Gruppe des Ruller Hauses mit der Künstlerin Maria Breer-Dühnen organisierte. Diesmal war die Teilnehmergruppe klein, aber fein: Eva Lohmann, Imme Poelking, Bärbel Hahm, Lilo Goer und Brigitte Herbert, die auch den Workshop organisiert hatte. Ziel war es, innerhalb eine Tages eine Feuerschale aus Spezialton zu formen.

Feuer als Symbol

Morgens erhielten die Frauen zunächst eine Einführung ins Thema: „Wir haben über die Geschichte des Feuers gesprochen und wie die Kontrolle der Menschen über das Feuer die Kulturgeschichte beeinflusst hat“, berichtete Breer-Dühnen, und sie fügte hinzu: „Feuermachen war früher eine Kunst.“

Zwar hatten die Workshopteilnehmerinnen einen drehbaren Hocker als Arbeitsfläche vor sich stehen. Doch die Frauen erstellten ihre Tonschalen nicht an der Drehscheibe. Sie arbeiteten mit in Scheiben geschnittenen Platten sowie Körben oder Schalen, die die Form vorgaben. Das heißt, wer nicht schon eine Schale mitgebracht hatte, suchte sich aus Breer-Dühnens Fundus eine aus. Darüber wurde ein Tuch gebreitet, in das die Frauen ihre Tonplatten legten. „Als Frau Breer-Dühnen in eine Schale mit Ton auskleidete und zeigte, wie es geht, hat sie gerade mal 15 Minuten gebraucht“ berichtete Hahm. Sie habe sich daraufhin gefragt, was sie wohl den ganzen Tag machen würden.

Es sieht leichter aus als es ist

Doch die Arbeit mit dem Ton ist für Ungeübte nicht so einfach, das merkten die Frauen, als sie selbst Hand anlegten. „Ich habe die Platten erst zu dünn ausgerollt“, bekannte Hahm, und Breer-Dühnen wies darauf hin: „Beim Aneinanderlegen der Platten, darf es nicht zu Lufteinschlüssen kommen.“ Sonst könnten die Schalen an diesen Stellen platzen. Mit viel Mühe verbunden war es, den Ton gleichmäßig in der Formschale zu verteilen und zu verstreichen. „Das dauert und man braucht ganz schön Kraft.“

Allerdings habe diese Arbeit auch etwas Meditatives an sich. „Es war teilweise ganz still, alle haben gleichmäßig gearbeitet“, berichtete Poelking, und Hahm stellte fest: „Das kann man nicht hektisch machen.“

Jede Schale ein Unikat

Am Ende des Tages hatte jeder Teilnehmerin ihre ganz individuelle Feuerschale geformt. Die eine eher flach, so schmalwandig wie es der Ton zuließ sowie dezent verziert. Eine andere zeichnete sich durch wiederkehrende Kreismotive aus. Die nächste wirkte wie ein viereckiges Tuch mit einer runden Vertiefung in der Mitte. Und bei anderen stand nicht die Form der Schale im Mittelpunkt der Gestaltung, sondern es waren die Öffnungen, die einen Blick auf die Flammen freigeben werden. „Ich fand es ganz toll, dass es bei Ihnen kein Wettstreit war, alle haben sich gegenseitig geholfen“, so Breer-Dühnen.

Zwei Tage später wurden die Schalen gebrannt und anschließend bemalt. Hier hatte sich Lilo Goer etwas Besonderes vorgenommen: Sie schrieb mit einer Kaligrafie-Feder einen Text auf die Schale.