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Ein lachendes und ein weinendes Auge Linke in Wallenhorst: Sohn reicht Ratssitz an Vater weiter

Von Erhard Böhmer | 12.09.2011, 16:34 Uhr

Aus dem Stand holte die Linke in Wallenhorst ein Ratsmandat. Richtig zufrieden sind die beiden Kandidaten, Michael und Sebastian Riemann, trotzdem nicht. „Wir hatten mit etwa vier Prozent gerechnet, das wären zwei Sitze gewesen“, sagte Michael Riemann. Und: Sohn Sebastian errang zwar den Ratssitz, wird den aber nicht antreten, sondern an seinen Vater weiterreichen.

Als Einzelkämpfer traue sich der Sohn die Ratsarbeit nicht zu. Da Sebastian Riemann am 1. Oktober ein Studium an der Hochschule Osnabrück aufnehme, habe man zusammen entschieden, dass der Vater in den Rat einziehen solle. Michael Riemann: „Wir haben die ganze Nacht nicht geschlafen und geredet.“ Ein Einzelkämpfer müsse beispielsweise alle Ausschusssitzungen zumindest als Zuhörer verfolgen, um bei allen Themen auf der Höhe zu sein. Das könne der Junior nicht leisten, sagte Michael Riemann. Deshalb sehe er das Wahlergebnis mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Die Einzelkämpfer-Rolle traue er sich zu, meinte der Hollager weiter. Vorbild sei dafür sein Osnabrücker Kollege Christopher Cheeseman. Eine Zusammenarbeit beispielsweise mit der SPD strebe er nicht an.