Ein Artikel der Redaktion

Ausstellung im Ruller Haus Kunstgruppe „Nartur“ zu Gast in Wallenhorst

Von Christina Halbach | 17.10.2014, 15:39 Uhr

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere Ruller noch an einige Tage im August 2013, als großformatige, bunt bemalte Leinwände auf Anhängern durch den Ort gefahren wurden. Seit Freitag werden diese Bilder, die die Kunstgruppe „Nartur“ im Rahmen des Loop Pool Festivals produziert hat, im Ruller Haus ausgestellt.

„Die Künstler wollen zeigen, wie ein Bild entsteht und sich weiterentwickelt“, beschreibt Elisabeth Lumme, Koordinatorin für Raumprojekte des Ruller Hauses, die Idee der Künstler Henning Bischof, Nils Leimkühler sowie der Kunststudenten Stefan Wiesnau und Moritz Neuhoff, die als Kunstgruppe „Nartur“ bereits seit zehn Jahren durch verschiedene Projekte in und außerhalb von Osnabrück auf sich aufmerksam gemacht haben.

Für das dreitägige Loop Pool Festival am Ruller Haus wollte die Gruppe seinerzeit eine Präsentationsform ausprobieren, die über das klassische Bilderaufhängen hinausgeht. „Die Performance und die zeitliche Limitierung waren dabei der besondere Reiz“, erklärt Künstler Henning Bischof das Projekt. So sind auf dem Außengelände des Ruller Hauses an einem Tag des Loop Pool Festivals vier rund zwei mal zwei Meter große Bilder entstanden, an denen alle vier Künstler mit ihrer jeweils ganz eigenen Technik und Bildidee gemeinsam beteiligt waren.

Mit spezifischer Sprache

„Dabei wird in einer spezifischen Sprache geredet, die für Außenstehende kaum zu verstehen ist“, beschreibt Künstler Henning Bischof den Schaffensprozess. Daran beteiligt werden sollte auch der Passant auf der Straße: „Wir wollten die Menschen in Rulle erreichen, für die Kunst nicht so ihr Metier ist, und das, was wir tun, erlebbar für jeden machen“, so Bischof weiter. Im Viertelstundentakt haben sie daher jeweils zwei Bilder auf einen Anhänger gestellt und durch Rulle fahren lassen, an den anderen wurden währenddessen weiter gearbeitet. Die Reaktionen der Passanten auf Parkplätzen und in Siedlungen seien ganz unterschiedlich gewesen, erinnert sich Bischof: „Von belustigt bis verstört über totales Desinteresse ist alles dabei gewesen.“

Über ein Jahr später sind die Bilder nun wieder im Ruller Haus angekommen. Das Hängesystem des Ausstellungsraums wollten die vier jungen Künstler aber nicht nutzen. „Das machen wir mal anders“, hätten sie gesagt, erzählt Elisabeth Lumme schmunzelnd und die Bilder auf Rollwagen gestellt. Sie können daher im Raum herumgeschoben und aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden.

Die verschiedenen Schichten, Muster und Striche in knalligen Farben bieten vielfältige Interpretationsmöglichkeiten. Elisabeth Lumme bringt es auf den Punkt: „Was ich heute darin sehe, kann morgen schon wieder was ganz anderes sein.“ Eine Ausstellungsbesucherin findet gerade die technischen Brüche in den Bildern besonders spannend: „Das wird durch die Konstellation von vier Künstlern bewirkt, die immer wieder diskutieren.“

Eine kurze Videodokumentation zeigt den Entstehungsprozess der Bilder im August 2013. Der Film und die Bilder können noch bis zum 23. November im Rahmen von Veranstaltungen im Ruller Haus oder auf Anfrage (Elisabeth Lumme, Telefon 0541/431435) besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.