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Anwohner skeptisch Neue Straße für Wallenhorsts Altes Dorf

Von Jessica von den Benken | 21.02.2014, 15:09 Uhr

Teil drei der Wallenhorster Dorferneuerung ist gestartet. Nachdem die Auffrischung des Schleptruper Kirchwegs, besser bekannt als Knüppeldamm, und der neue Parkplatz an der alten St.-Alexander-Kirche im Alten Dorf umgesetzt sind, beginnt die Gemeinde nun den nächsten Bauabschnitt.

Mittwoch rollte der Bagger an, um die Fahrbahn im Bereich der Kirche zu erneuern. „Der Winter ist vorbei, und wir haben eine gute Situation, um die Dorferneuerung mit der nächsten Baumaßnahme fortzusetzen“, erklärte Bürgermeister Ulrich Belde zu Beginn der Arbeiten. Sogenannte Baumtore werden zukünftig Eckpunkte der Straße bilden und sollen, laut Belde, nicht nur für eine optische Aufwertung des Bereiches sorgen. „Wir versprechen uns eine wesentliche Beruhigung des Verkehrsflusses“, betonte der Bürgermeister. Zusätzlich werde die Straße in diesen Bereichen sowie auf Höhe des Kircheneingangs gepflastert. Der restliche Teil der Fahrbahn erhalte einen neuen Asphaltbelag.

Skeptisch beobachteten einige Anwohner den Start der Maßnahme. „Für uns ist das hier alles ein großer Kompromiss“, sagten Helmut und Renate Brüggemann. Sie leben und arbeiten in fünfter Generation im Alten Dorf und versprechen sich nicht unbedingt eine Verkehrsberuhigung von dieser Maßnahme. Die Straße werde lediglich optisch schmaler, und sie befürchten eine zusätzliche Beschattung ihres Obstgartens durch die Baumtore. Auch Tobias Meyer-Uphaus und seine Mutter Mechtild sind in Sorge und fragen sich, ob sie zukünftig mit landwirtschaftlichen Maschinen die Straße noch befahren können.

„Im Bereich der Baumtore wird die Fahrbahn 3,50 Meter breit sein plus 50 Zentimeter an beiden Seiten“, erklärte Jürgen Bührmann vom Planungsbüro Seling, Bührmann und Partner. Also unproblematisch auch für große landwirtschaftliche Fahrzeuge. Ein abschließendes Bild werden sich die Anwohner Mitte April machen können. „Wenn das Wetter weiter so gut mitspielt, ist bis zur ersten Hochzeit im Mai hier wieder alles in Ordnung“, versicherte Karl Burmeister, Sprecher des Arbeitskreises Dorferneuerung, und steckte damit den zeitlichen Rahmen der Baumaßnahme ab.

Auch die nächsten Projekte der Dorferneuerung sind in Planung. So sprach sich der Wallenhorster Ratsausschuss für nachhaltige Gemeindeentwicklung in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für die Maßnahmen „17“ und „27“ des Dorferneuerungsplans aus. Der Ausschuss beauftragte die Gemeinde, Anträge auf Förderung beim Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN) zu stellen.

Zur Erklärung: Bei der Maßnahme „17“ steht die Gestaltung des Kreuzungsbereichs „Nonnenpfad“, „Zum Gruthügel“, „Am Haupthügel“ im Ortseingang im Fokus. Geplant sind die Verlegung des Nonnenpfades sowie eine Querungshilfe über die Poststraße. Gleichzeitig soll die Aufmündung der Straße „Am Haupthügel“ verkehrstechnisch verbessert werden. Die Kosten werden auf rund 124800 Euro geschätzt. Maßnahme „27“ betrachtet die Gestaltung des Kreuzungsbereiches „Stiegte“, „L 109“, „Ostenort“. Hier ist eine Querungshilfe westlich der Kreuzung in Höhe der Bushaltestelle geplant, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Einmündungsbereiche „Stiegte“ und „Ostenort“ sollen gepflastert werden. Geschätzte Kosten: rund 84000 Euro. Ob und wann diese beiden Maßnahmen realisiert werden, ist laut Sachdarstellung seitens der Gemeinde noch offen. Der Ausschuss befürwortete im ersten Schritt lediglich die Beantragung der Gelder beim LGLN.