Wirtschaft 4.0. in Wallenhorst Wie Unternehmen von virtuellen Welten profitieren können



Wallenhorst. Mit einer Virtual-Reality-Brille in eine andere Welt eintauchen zu können, ist eine faszinierende Vorstellung. Wie Unternehmen von virtuellen Welten profitieren können, darüber referierte Softwareentwickler Fabian Schlarmann im Wallenhorster Rathaus jetzt vor rund 20 Gästen. Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe „Wirtschaft 4.0. im Nordkreis“.

Aufgelegt von den Wirtschaftsförderern der Samtgemeinden Artland, Neuenkirchen, Fürstenau und Bersenbrück, der Stadt Bramsche sowie der Gemeinde Wallenhorst soll darin im Rahmen von sechs Vortragsabenden die Bedeutung der Digitalisierung für regionale Unternehmen in den Blick genommen werden. Nach einem Auftakt in Fürstenau ging es jetzt in Wallenhorst zum Thema Virtual Reality (VR) weiter.

Es bleibt nicht beim Gucken

Dazu eingeladen hatten die Veranstalter unter anderem den Wallenhorster Fabian Schlarmann. Der Softwareingenieur hat ein Programm für VR-Anwendungen entwickelt und ist seit Anfang 2017 als leitender Entwickler am Osnabrücker Standort der Unternehmensgruppe „Salt and Pepper“, einem Anbieter von Softwarelösungen für die Industrie, tätig. In seinem Vortrag stellte er die Entwicklung der VR von ihren Anfängen bis heute dar und erläuterte, was ihre Hauptmerkmale sind: „Der Nutzer taucht völlig in die virtuelle Welt ein“, beschreibt Schlarmann das, was in der Fachsprache Immersion genannt wird. Darüber hinaus bleibe es nicht beim Gucken, sondern der Nutzer könne sich in dieser Welt bewegen und interagieren.

Akzeptanz steigt

Damit veranschaulichte der IT-Experte eine Idee, die Computerfreaks schon früh fasziniert hat. Bereits in den 1960er Jahren wurde in den USA das erste am Kopf getragene visuelle Ausgabegerät entwickelt. Wirklich durchsetzen konnte es sich unter anderem wegen der Bewegungsübelkeit nicht. Den Benutzern wurde schwindelig, weil infolge noch geringer Rechnerkapazitäten die real empfundene von der virtuell gesehenen Beschleunigung abwich.

Erst im Jahr 2012 läutete das Startup Oculus VR eine neue Ära im Bereich der VR Entwicklung ein. In die Hände spielte dem Unternehmen die massenhafte Einführung von Smartphones, die Technologien und Displays billiger werden ließ.  Weiter befördert wurde die Akzeptanz, als Facebook in 2014 das Startup für zwei Milliarden Dollar kaufte. Fabian Schlarmann ist daher überzeugt: „Die Voraussetzungen für Virtual Reality waren noch nie so günstig wie jetzt.“ 

Hotels virtuell rekonstruieren

Diese Erkenntnis sei mittlerweile, so Schlarmann, auch in deutschen Unternehmen angekommen. Der Automobilhersteller Audi lasse seit einiger Zeit seine Kunden im digital konfigurierten Wagen virtuell probesitzen und das in Melle ansässige Unternehmen Solarlux Wintergärten erleben, bevor im Garten Tatsachen geschaffen werden. Vorstellen kann sich Schlarmann den Einsatz von VR in verschiedenen Branchen wie zum Beispiel im Reise-und Tourismussektor: „Hotels werden virtuell rekonstruiert, dass der Kunde hindurch gehen kann.“

Ebenfalls interessant sei VR für den Objektbau. Auch Besprechungen könnten zukünftig mithilfe von VR-Brillen standübergreifend geführt werden, so seine Prognose.  Die Kosten für die Einführung dieser Technologie seien höchst unterschiedlich: Je nach Umfang könnten sie vom vierstelligen bis in den hohen sechsstelligen Bereich reichen.


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