Prozess vor dem Landgericht Ärzte bestätigen lebensbedrohliche Verletzungen eines Wallenhorsters

Von Heiko Kluge

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Im Landgerichtsprozess gegen den Wallenhorster, der seinen Nachbarn mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben soll, sagten jetzt drei Ärzte aus.. Symbolfoto: Michael GründelIm Landgerichtsprozess gegen den Wallenhorster, der seinen Nachbarn mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben soll, sagten jetzt drei Ärzte aus.. Symbolfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Im Prozess gegen den Mann aus Wallenhorst, der seinen Hausnachbarn mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben soll, verschaffte sich das Gericht nun einen Überblick über den Schweregrad der Verletzungen. Drei Ärzte stuften die Stichwunden des Mannes als potenziell lebensgefährlich ein.

Am Abend des vergangenen 1. Juni soll der 60-jährige Angeklagte vor der Wohnungstür eines seiner Nachbarn aufgetaucht sein und dem Mann plötzlich mit einem Messer mehrere Stiche in den Brustbereich versetzt haben, so die Anklage. Laut Anklage sollen die Verletzungen des Mannes lebensbedrohlich gewesen sein und eine sofortige Notoperation erfordert haben. Die im selben Mehrparteienhaus lebenden Männer sollen bereits im Vorfeld Streitereien gehabt haben, dennoch habe der Mann nicht mit der Messerattacke rechnen und sich daher auch nicht dagegen wehren können, so die Staatsanwaltschaft. Der 60-jährige Angeklagte machte bislang keine Angaben zu dem Vorwurf.

Beide Lungenflügel sind kollabiert

Während des Verhandlungstermins hörten die Richter zwei Ärzte, die den Mann während seines einwöchigen Aufenthalts im Marienhospital operiert und betreut hatten, sowie eine Rechtsmedizinerin an. Der Patient habe drei Stichverletzungen im Brustkorb gehabt, berichtete die Chirurgin, die den Mann nach dem Geschehen operiert hatte. Die Stiche hätten auch das Lungenfell verletzt, wodurch beide Lungenflügel kollabiert seien. Einer der Einstiche habe zudem den Rippenknorpel stark verletzt. „Wenn man nichts getan hätte, wären die Verletzungen potenziell lebensbedrohlich gewesen“, befand die Ärztin. Zur gleichen Einschätzung kam auch ein Anästhesist, der den Verletzten anschließend auf der Intensivstation behandelt hatte.

Rasche Behandlung

Insgesamt habe der Mann sechs Stich- beziehungsweise Schnittwunden gehabt, summierte eine vom Gericht bestellte Rechtsmedizinerin. Auch sie stufte die Verletzungen als potenziell lebensgefährlich ein. Aufgrund der raschen Behandlung habe aber keine akute Lebensgefahr vorgelegen, so die Sachverständige. „Wäre keine medizinische Behandlung erfolgt, hätte es aber ohne Weiteres tödlich verlaufen können.“

Fortsetzung

Das Verfahren wird am Montag, dem 27. November fortgesetzt. An diesem Termin wollen die Richter dann den Bericht des Sachverständigen hören, der den Angeklagten psychiatrisch begutachtet hat.


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