Ökologische Bereicherung Kopfweiden an der Lechtinger Mühle gepflanzt

Von Christina Halbach


Wallenhorst. Am 21. Mai 2018 wird der 25. Deutsche Mühlentag an der Lechtinger Mühle bundesweit eröffnet. Schon jetzt laufen dafür die ersten Vorbereitungen: Im Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL) wurden auf dem Gelände zwei Kopfweiden gepflanzt. Erste Triebe sollen zur Jubiläumsfeier bereits zu sehen sein.

Bäume mit hohem ökologischen Wert haben damit an der Lechtinger Mühle ein neues Zuhause bekommen. „Die Kopfweiden bieten Raum für viele Lebensformen“, erläutert ANTL-Koordinator Friedhelm Scheel, der die Bäume kurzerhand aus seinem Garten entnommen hat. In den Baumhöhlen alter Kopfweiden leben beispielsweise Steinkäuze und Fledermäuse, auf Rinde, Blättern und Trieben sind rund 400 verschiedene Insektenarten zu Hause. (Weiterlesen: 25. Deutscher Mühlentag wird 2018 in Wallenhorst eröffnet)

Niströhren für Steinkäuze

Für Ansgar Vennemann vom Mühlenverein kam die Pflanzungsaktion der ANTL zum passenden Zeitpunkt: „Uns sind gerade Weiden kaputt gegangen. Wir hätten zum Gärtner gehen und neue kaufen müssen“, erzählt er schmunzelnd. Der Verein Lechtinger Mühle und die ANTL pflegen seit längerem gute Beziehungen: Jeweils 2006 und 2012 war die AG Naturschutzjugend mit einem Stand auf dem Mühlenfest vertreten, um über ihre Projekte unter anderem in Wallenhorst zu informieren. Die sind vielfältig: An verschiedenen Orten haben die Naturschützer Niströhren für Steinkäuze eingerichtet, der Kirchturm der St.-Josefkirche in Hollage wurde unlängst mit einer Nisthilfe für Turmfalken und Schleiereulen ausgestattet.

Mit Spaten und Bohrer ans Werk

Tatkräftige Unterstützung erhielt Friedhelm Scheel bei der Pflanzung von zwei Jugendlichen aus der evangelischen Kirchengemeinde Westerkappeln. Im Rahmen ihres Konfirmationsunterrichts sammeln sie Stempel für ihren „Konfi-Pass“, eine Zusammenstellung von Mitmachangeboten aus verschiedenen Bereichen des Gemeindelebens, und haben sich unter anderem für eine Aktion des Naturschutzvereins entschieden, der auch in Westerkappeln mit einer Gruppe vertreten ist. Unter Scheels Anleitung ging es für die beiden 13-jährigen Jannes Grundmann und Henrik Wietheger mit Spaten und Bohrer ans Werk. 70 Zentimeter muss das Loch tief sein, um den Weidenstamm optimal ins Erdreich zu einzusetzen. „Links drehen, Jannes, das ist ein Linksdreher“, erinnert Scheel seinen jungen Helfer. Erst als das Gewinde kaum noch sichtbar ist, hat Henrik es geschafft: Der Stamm kann eingesetzt und mit Erde befestigt werden.

50 Zentimeter lange Triebe

Friedhelm Scheel und Ansgar Vennemann gehen davon aus, dass im Mai nächsten Jahres etwa 50 Zentimeter lange Triebe zu sehen sind. Durch regelmäßigen Rückschnitt sollen die Kopfweiden nach und nach ihre typische Kugelform erhalten.