50 Prozent der Fläche verkauft Magische Marke erreicht: „Wallenhorst 21“ kann kommen

Mit Blick auf die Alexanderkirche sollen auf dem Töwerland-Grundstück in Wallenhorst neue Wohn- und Geschäftsräume entstehen. Noch wirbt dort nur ein Bauschild für das Projekt „Wallenhorst 21“. Foto: Constantin BinderMit Blick auf die Alexanderkirche sollen auf dem Töwerland-Grundstück in Wallenhorst neue Wohn- und Geschäftsräume entstehen. Noch wirbt dort nur ein Bauschild für das Projekt „Wallenhorst 21“. Foto: Constantin Binder

Wallenhorst. Wenigstens für ein Großbauprojekt im Wallenhorster Zentrum geht es weiter – wenn auch später als geplant: Da jetzt mehr als 50 Prozent der Fläche vermarktet sind, kann der dreiteilige Gebäudekomplex „Wallenhorst 21“ auf dem ehemaligen Töwerlandgelände gebaut werden.

Die magische Marke war Voraussetzung für den Kauf des früheren Hotelgrundstücks im Herzen Wallenhorsts: Erst, wenn der Investor nachweisen konnte, dass mindestens die Hälfte aller Wohnungen und Gewerbeflächen einen Abnehmer finden, wollte die Gemeinde das Gelände veräußern. Dieses Ziel wurde in dieser Woche erreicht, wie der für die Gesamtkonzeption und Vermarktung zuständige Projektentwickler Alexander Maschmeyer aus Bad Essen unserer Redaktion mitteilte: Am Dienstag sei der entscheidende Vertrag unterzeichnet worden.

Baubeginn eigentlich für Mai geplant

Damit können die Planer nun endlich beginnen, was sie eigentlich schon im Frühjahr beginnen wollten. Denn ursprünglich hatten Maschmeyer und seine Partner, der Wallenhorster Architekt Markus Wiekowski und der Bohmter Investor André Pantke mit der Firma Futura Invest, einen Baubeginn im Mai anvisiert – aber daraus wurde nichts. Zwar sagte Maschmeyer noch Anfang Mai, die 50-Prozent-Marke sei „nicht in allzu großer Ferne“, doch waren die bis dahin vermittelten Einheiten lediglich reserviert oder per Handschlag verkauft. Weil aber alle Kaufverträge offiziell beurkundet werden müssten, verschiebe sich der Baustart entsprechend, hatte Maschmeyer seinerzeit erläutert und die Hoffnung geäußert, die Vermarktungsauflage bis Juni erfüllen zu können. Doch es dauerte noch länger: „Ja, es gab Verzögerungen“, räumte Maschmeyer im August auf Nachfrage ein; durch die Urlaubszeit hätten noch nicht alle Verträge unterzeichnet werden können.

Vorne Bäcker, hinten Villa

Nun ist es also Oktober geworden; dafür kann es nach Maschmeyers Einschätzung jetzt aber auch schnell losgehen. In Kürze dürfte die Firma Futura Invest den Kaufpreis von 1,04 Millionen Euro an die Baubecon überweisen, die das Grundstück als Sanierungsträger 2010 im Auftrag der Gemeinde erworben hat. Sollte jetzt nicht vorzeitig der Winter einsetzen, stehe einem Baubeginn noch in diesem Jahr nichts entgegen, sagte Maschmeyer am Donnerstag. Auf dem 4800 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Große Straße/Franksmannstraße soll dann ein dreiteiliger Komplex aus barrierefreien Wohnungen und Geschäftsräumen entstehen. Ins Vorderhaus an der Großen Straße sollen ein Bäcker und eine Tagespflege einziehen; im hinteren Bereich sind ein Wohnhaus und eine sogenannte Stadtvilla geplant. Das Investitionsvolumen beläuft sich den Planern zufolge auf etwa zehn Millionen Euro.

Nach dem Großbrand nur noch eine Ruine

Ursprünglich befand sich auf dem Gelände das Gasthaus Bitter, dessen 1973 errichteter sechsstöckiger Hotelturm mehr als 30 Jahre lang das Ortsbild prägte, bevor ein Großbrand das Gebäude 2004 zerstörte. Erst drei Jahre zuvor war das Hotel von seinem neuen Besitzer renoviert und in „Töwerland“ – friesisch für Traumland – umbenannt worden. 2011 wurde die Ruine des abgebrannten Hotels abgerissen. Während hier nun vermutlich bald gebaut wird, herrscht über die Zukunft der zweiten großen Freifläche im Wallenhorster Zentrum, die sogenannte Grüne Wiese, weiter Unklarheit: Den Bau des hier geplanten Einkaufszentrums hatten die Bürger in einer Bürgerbefragung vor etwas mehr als einem Jahr abgelehnt.


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