Zusammenführen, was zusammengehört Wanderverein und Heimathaus Hollager Hof fusionieren

Von Silke Brickwedde


  Wallenhorst.  Walter Frey vom „Heimat- und Wanderverein“ und Stefan Gutendorf vom „Heimathaus Hollager Hof“ sind erleichtert: Aus zwei Vereinen wurde einer. „Jetzt haben wir einen geschlossenen Heimatverein“. Er heißt: „Heimathaus Hollager Hof von 1656“.

„Es kann ja nicht sein, dass es in einem Ort wie Hollage zwei Gruppen gibt, die sich im Grunde ähnlich sind“, sagt Walter Frey. Er war neun Jahre lang Vorsitzender des Heimat- und Wandervereins. „Wir besetzen beide die Themen Kultur und Heimat und haben zusammengeführt, was zusammengehört.“

Großprojekt führte zur Trennung

Frey erinnert sich: „Wir waren schon einmal ein Verein, doch als das Heimathaus vor 27 Jahren an der Uhlandstraße gebaut wurde, wollte sich ein Teil unserer Mitglieder nicht an diesem Großprojekt beteiligen, daher wurde der ‚Hollager Hof‘ gegründet.“ Der Wanderverein selbst konzentrierte sich weiter auf seine Sonntagsausflüge und Dienstagstouren, kümmerte sich aber auch um den Ort und pflegt zum Beispiel die Wanderwege. „Wir haben jetzt noch 50. Geburtstag gefeiert, dann konnte die Fusion kommen.“ Das Wandern ist nach der Fusion aus dem Namen herausgerutscht. Auf dem Flyer mit dem Programm steht aber in der Unterzeile „Heimat-, Kultur- und Wanderverein“.

Wie die Verschmelzung von VW und BMW

Zwei Jahre sind vergangen von den ersten Gesprächen bis zur Umsetzung. „Wir wollten eine Zusammenführung“, erläutert Stefan Gutendorf, „und das hat erstaunlich gut funktioniert.“ Der Rechtsanwalt deutet auf einen dicken Aktenordner. „Das ist einiges an Papier zusammengekommen. Zwei Vereine zu verbinden ähnelt der Verschmelzung von VW und BMW.“ Doch jetzt hat alles seine Ordnung. Die Verträge sind geschlossen, die Gemeinnützigkeit ist anerkannt, das Finanzamt hat keine Einwände und der Verein ist im Register eingetragen. „Man glaubt es nicht, aber so eine Verschmelzung zweier Vereine ist nicht alltäglich, wir sind froh, dass alles gut gelaufen ist.“

30 Doppelmitgliedschaften

„Wir haben zwei Jahre gut miteinander gearbeitet“, sind sich Walter Frey und Stefan Gutendorf einig. 390 Mitglieder hat der neue Verein mit dem alten Namen, 260 kommen vom Hollager Hof, 130 vom Wanderverein. 30 Mitglieder waren ohnehin in beiden Vereinen. „Die sparen sich jetzt 13 Euro im Jahr, wir haben zufällig den gleichen Betrag genommen“, sagt Frey mit einem Schmunzeln. „Für manche wird es also billiger.“ Die Fusion sei auf der vergangenen Jahreshauptversammlung wohlwollend aufgenommen worden, „auch die Probeabstimmungen, die wir vorsichtshalber abgehalten haben, waren in Ordnung.“

Unser gemeinsames Haus

Das neue Programm des Hollager Hofes ist umfangreicher geworden, weil es jetzt auch die Wanderungen und Ausflüge des alten Heimatvereins aufführt. „Wir starten immer noch an der Weltkugel, das bleibt“, sagt Walter Frey. Die Wanderer haben das Heimathaus ohnehin immer schon gern genutzt, zum Beispiel zum Kaffeetrinken nach einer Tour im knackig kalten Winter. „Jetzt ist es unser gemeinsames Haus, wir stellen es dem Wanderverein nicht einfach nur wie früher zur Verfügung“, betont Stefan Gutendorf. „Wir profitieren voneinander. Schon das Lindevermessen im Juni war so gut besucht wie lange nicht.“

Blick in die Zukunft

Bis zur Wahl im November gelten offiziell die beiden alten Vorstände. „Aber praktisch arbeiten wir schon längst eng zusammen.“ Walter Frey wird seinen Posten abgeben. „Jetzt sollen Jüngere ran“, sagt er und zeigt auf Stefan Gutendorf. Dieser schaut in die Zukunft. „Als Nächstes gehen wir das Programm 2018 an. Mit Ausstellungen, Konzerten, Vorträgen und selbstverständlich vielen Wanderungen.“


Das Heimathaus an der Uhlandstraße sieht aus, als würde es schon 350 Jahre dort stehen. Doch so ist es nicht, obwohl es das älteste Haus im Ort ist. 1656 wurde das niederdeutsche Hallenhaus im Ortsteil Barlage erbaut und gehörte zum Hof Gers-Barlag. In den 70er-Jahren wurde es abgebaut und im Lechtinger Bauhof eingelagert. Dank des Vereins wurde es an der Uhlandstraße wieder mit viel ehrenamtlichen Engagement aufgebaut und ist ein Ort für Kultur und Begegnung in der Gemeinde Wallenhorst.