ÖPNV-Konzept im Ausschuss Wallenhorst: Der Bus nach Bramsche bleibt ein Thema

Meine Nachrichten

Um das Thema Wallenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Eine Linie weniger hält seit 3. August im Zentrum von Wallenhorst: Die 583, die bislang als Linie 610 via Bramsche nach Fürstenau fuhr, umfährt die Gemeinde neuerdings. Foto: Michael GründelEine Linie weniger hält seit 3. August im Zentrum von Wallenhorst: Die 583, die bislang als Linie 610 via Bramsche nach Fürstenau fuhr, umfährt die Gemeinde neuerdings. Foto: Michael Gründel

Wallenhorst. Das neue ÖPNV-Konzept für Wallenhorst bleibt ein Streitthema. Nachdem der Ausschuss für Bürgerservice und Soziales die Pläne bereits im Mai heftig diskutiert hatte, besserte die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück nach – doch noch immer stoßen nicht alle Vorschläge auf Zustimmung.

Der „neue Wallenhorst-Takt“ der VOS soll zum Fahrplanwechsel im Sommer 2018 in Kraft treten. Nach zwölf Jahren will die Verkehrsgemeinschaft dann erstmals wieder Linienführungen und Taktungen anpassen –unter anderem, weil die Stadtbuslinie 41 Ende kommenden Jahres elektrifiziert werden soll und dann nicht mehr über Haste nach Rulle fahren kann. Im Mai stellte die Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos) dem Fachausschuss eine erste Konzeptidee vor – und löste damit eine hitzige Debatte aus. Etliche Anregungen und Wünsche der Ausschussmitglieder nahm die Planos auf – doch auch die Weiterentwicklung der Konzeptidee, die sie nun präsentierte, warf im Ausschuss Fragen auf. Ein Überblick über die wichtigsten Knackpunkte:

Linie 610 nach Bramsche: Die stärkste Kritik löste damals wie heute der neue Streckenverlauf der Linie 610 aus – denn der Bus umfährt Wallenhorst bereits seit dem diesjährigen Fahrplanwechsel am 3. August, um über die B68 schneller zwischen Osnabrück und Nordkreis zu verkehren. Doch damals wie heute ist diese Änderung gar kein Bestandteil des „neuen Wallenhorst-Taktes“: Die Linie 610 wird von der VOS Nord betrieben, die für den Bereich Fürstenau und Bramsche zuständig ist, sodass die dortigen Verkehrsplaner nicht verpflichtet sind, Wallenhorst anzufahren. Überdies hatten Fahrgastzählungen der Planos eine so geringe Nachfrage ergeben, dass ein Betrieb nicht zwingend nötig erschien.

Nach der heftigen Kritik am Wegfall der einzigen getakteten Verbindung nach Bramsche hatte die Planos in der Zwischenzeit bereits einen Kompromiss erarbeitet, der zumindest einige Busverbindungen pro Tag vorsieht. Auf dieser Grundlage fährt die Schülerbuslinie 511, die bislang nur morgens und mittags verkehrte, inzwischen einmal mehr pro Tag und Fahrtrichtung und steuert überdies auch Bramsche-Zentrum an. Allerdings fährt die 511 bislang nur zu Schulzeiten; erst ab Oktober sollen weitere Verbindungen hinzukommen – sowohl an Werk- als auch an Ferientagen. Die würden allerdings nur nach telefonischer Anmeldung bedient, wie Fahrplanleiter Thomas Schniedermann nun im Ausschuss erläuterte.

Insbesondere dieses Konzept des Anrufbusses wurde im Ausschuss als wenig praktikabel eingestuft. Auch die langen Abstände zwischen Ankunft und Abfahrt der 511 in Bramsche, die zumindest bis zur Einführung des Anrufbusses noch bestehen werden, wurden ebenso bemängelt wie die nunmehr stark verschlechterte Busanbindung der Flüchtlingsunterkunft am Dreskamp. Grundsätzlich monierten die Ausschussmitglieder fraktionsübergreifend, dass zwischen zwei Kommunen von der Größe Wallenhorsts und Bramsches keine getaktete Direktverbindung bestehe – ein Argument, das auch der Fahrgastverband Pro Bahn Ende Juli angeführt hatte. Erneut vorgebracht wurde im Ausschuss die Anregung, die Busse der Linie 610 zumindest einmal kurz ins Zentrum abbiegen zu lassen, um wenigstens eine Haltestelle in Wallenhorst zu bedienen.

20-Minuten-Takt zwischen Hollage und Osnabrück: Eine vergleichsweise einfache Lösung präsentierte Schniedermann für die Linien 581 und 582 zwischen Osnabrück und Hollage. Sah das ursprüngliche Konzept vor, einmal pro Stunde einen Bus am Pyer Kirchweg vom Fürstenauer Weg abbiegen und Richtung Wallenhorst-Zentrum fahren zu lassen, soll die Streckenführung nun bleiben, wie sie ist. Denn eine Änderung der Streckenführung hätte zur Folge gehabt, dass Hollage-Zentrum nur noch im 30-Minuten-Takt angefahren worden wäre – was in der ersten Ausschusssitzung auf heftige Ablehnung gestoßen war.

Erschließung der Gewerbegebiete: Bereits jetzt wird das Gewerbegebiet Hollage von der Linie 581 angefahren. Ab Sommer 2018 soll der Bus den Plänen zufolge über die Hansastraße noch weiter ins Gewerbegebiet fahren und dort eine Endstation – möglicherweise an der Daimler-Benz-Straße – ansteuern. Zudem soll auch die Linie 582, die heute am Friedhof in die Hollager Straße abbiegt, künftig weiter nach Norden fahren und so das dortige Gewerbegebiet um Porta erschließen. Wie Schniedermann nun ausführte, könnte die 582 perspektivisch auch das inzwischen beschlossene neue Gewerbegebiet am Schwarzen See anfahren.

Für nicht praktikabel hält Schniedermann hingegen den Vorschlag, beide Linien über die Hansastraße zu verlängern, also eine durchgehende, ringförmige Verbindung zwischen den Gewerbegebieten zu schaffen. Denn damit beide Linien rechtzeitig in Hollage-Zentrum ankämen, um den dortigen 20-Minuten-Takt zu bedienen, seien zwei zusätzliche Busse erforderlich – zu Mehrkosten von schätzungsweise 330000 Euro pro Jahr. Eine Summe, die die Gemeinde alleine tragen müsste – und die auch im Mai schon ungläubig diskutiert worden war.

Verbindung zwischen Hollage und Halen: Eine Verbindung zwischen Hollage-Zentrum und dem Bahnhof-Halen wäre Schniedermann zufolge mit der Linie 584 möglich, die künftig im Halbstundentakt von Osnabrück über Wallenhorst-Zentrum, Pyer Kirchweg und Pingelstrang nach Hollage-Zentrum fahren soll – allerdings nur „fahrzeittechnisch“. Denn bislang sehe die Planos in Halen keine geeignete Wendemöglichkeit für Linienbusse, sodass eine solche Streckenführung „betriebstechnisch“ derzeit nicht realisierbar sei.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN