Ehre für Windmühle Lechtingen 25. Deutscher Mühlentag wird 2018 in Wallenhorst eröffnet

Von Joachim Dierks


Wallenhorst. Die Windmühle in Lechtingen wird im kommenden Jahr bundesweit Beachtung finden. Am Pfingstmontag, 21. Mai 2018, findet dort die zentrale Veranstaltung des 25. Deutschen Mühlentages statt.

Ehre, wem Ehre gebührt: Immerhin geht auf die Initiative der Lechtinger Mühlenfreunde die zunächst landes- und dann bundesweite Etablierung eines Mühlentages am Pfingstmontag eines jeden Jahres mit bis zu 1000 teilnehmenden Wind-, Wasser-, Dampf- und Motormühlen zurück. In Anerkennung dieser Initiative hat die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde (DGM) die Auftaktveranstaltung 2018 jetzt nach Lechtingen vergeben. In diesem Jahr war die Bockwindmühle im thüringischen Lumpzig Schauplatz der Feiern.

Zur Vorbereitung des Festes traf sich jetzt der Landesvorstand der Mühlenvereinigung Niedersachsen/Bremen (MVNB) im Lechtinger Mühlenkomplex. Gastgeber Ansgar Vennemann von den Lechtinger Mühlenfreunden führte durch die restaurierten Örtlichkeiten und berichtete auch von den noch ausstehenden Projekten wie etwa der Wiederinbetriebnahme der Motormühle. Die Besprechung fand vorne in der Motormühle statt. „Hier riecht es noch richtig nach Mühle – auch 60 Jahre nach Beendigung des Mühlenbetriebs“, meinte der Mühlentagsbeauftragte und Müllergeselle Florian Butt, deshalb sei dies der ideale Raum dafür.

Wer wird prominenter Schirmherr?

Der MVNB-Vorsitzende Rüdiger Heßling berichtete, dass die Bemühungen liefen, einen prominenten Landes- oder Bundespolitiker als Schirmherrn zu gewinnen und Pfingsten nach Lechtingen zu holen. Zuvor findet im April 2018 die Jahreshauptversammlung der MVNB statt – ebenfalls in Wallenhorst. Die Vereinigung hat derzeit 605 Mitglieder, Tendenz steigend. Durch die Angebote der Ausbildung zum freiwilligen Müller im Ehrenamt finden auch viele jüngere Menschen zum Verein. Als weitere erfreuliche Entwicklung bezeichnete Heßling die gute Zusammenarbeit mit den niederländischen Mühlenfreunden. Die nächste Vorstandssitzung werde in Groningen stattfinden.

Zentrales Thema des 25. Deutschen Mühlentags soll die Entwicklung von der Holländer-Windmühle zur modernen Windkraftanlage sein. Vennemann erinnerte daran, dass bis zur Erfindung der Dampfmaschine Wind- und Wassermühlen die einzigen Antriebsaggregate waren. Die Papierfabriken Schoeller und Kämmerer seien aus Wasser- und Windmühlen hervorgegangen. Bei Schoeller in Gretesch stehe der Mühlenturm bis heute als Wahrzeichen auf dem Firmengelände.

Auf der Grünfläche vor der Mühle wird ein Festzelt aufgebaut. Der Wirtschafts- und Tourismusförderer der Gemeinde, Frank Jansing, ist in die Planungen eingebunden. Der Tourismusverband Osnabrücker Land hat seine Unterstützung beim Marketing zugesagt. Die Einladungskarten sollen auf handgeschöpftem Papier von einer befreundeten ungarischen Wassermühle gedruckt werden. „Das passt doch genau für uns“, meinte Karl-Heinz Modrei von der Bad Essener Wassermühle, der den Kontakt einfädelte. „In den nächsten Wochen werden wir kräftig Klinken putzen gehen, um Sponsoren und Kooperationspartner zu gewinnen“, kündigte Vennemann an.

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