Mit Gebärden den Alltag erleichtern Wallenhorster Netzwerk informiert über Babyzeichensprache

Von Christina Halbach

Informierten sich im Wallenhorster Rathaus über Babyzeichensprache: Jana Franke mit Malina, Stefanie Albrecht mit Joel und Sarah Merkatz mit Nelia. Im Hintergrund: Koordinatorin Kornelia Böert und Referentin Katharina Schütze. Foto: Christina HalbachInformierten sich im Wallenhorster Rathaus über Babyzeichensprache: Jana Franke mit Malina, Stefanie Albrecht mit Joel und Sarah Merkatz mit Nelia. Im Hintergrund: Koordinatorin Kornelia Böert und Referentin Katharina Schütze. Foto: Christina Halbach

Wallenhorst. Babys wollen kommunizieren und Eltern sie verstehen. Eine spezielle Zeichensprache soll den Austausch bereits vor dem Spracherwerb möglich machen. Wie das geht und man Säuglingen die Gebärden beibringt, war Thema einer Informationsveranstaltung des Netzwerks „Frühe Hilfen“ im Wallenhorster Rathaus.

Rund 30 Teilnehmer, darunter zahlreiche Mütter und Väter mit Nachwuchs, Fachkräfte der Wallenhorster Kindergärten sowie Tageseltern, folgten der Einladung von Kornelia Böert, Koordinatorin des Netzwerks „Frühe Hilfen“ und erlebten informative 60 Minuten rund um die Gebärdensprache im frühen Kindesalter. Referentin Katharina Schütze, gelernte Ergotherapeutin und freiberufliche Kursleiterin für Babyzeichensprache, hat durch ihren ersten Sohn die Bedeutung der Zeichensprache für die Kommunikation zwischen Eltern und Kind entdeckt. „Sie helfen Einblicke in die Gedankenwelt des Babys zu bekommen“, habe sie in zahlreichen Situationen festgestellt. Ein Aha-Erlebnis sei für sie gewesen, als ihr Nachwuchs auf dem Wickeltisch seine Hände immer wieder entlang seiner Augenbrauen bewegte, bis sie erkannte, dass er am Schrank eine aufgemalte Eule entdeckt hatte, ein Tier, dass er am Tag im Zoo gesehen hat.

Orientierung und Sicherheit

Eine Vielzahl von einfachen Handzeichen, basierend auf der Deutschen Gebärdensprache, können in der Kommunikation zwischen Eltern und Kindern eingesetzt werden. Die sich öffenende und ballende Faust für Milch, das Klopfen der Fingerspitzen gegen die geöffnete Hand für Wiederholung oder das angedeutete Schrubben des Bauchs für Baden sind nur einige davon. „Sie geben Orientierung und Sicherheit und entschärfen Situationen, weil man dem Kind damit sagen kann: Ich hab dich verstanden“, erläutert Schütze die Vorteile.

Gesten nachahmen

Vermittelt werden können die Gesten den Kleinen auf einfache, spielerische Weise: „Wiederholen Sie die Wörter und Zeichen immer wieder in verschiedenen Situationen“, forderte Schütze die Teilnehmer auf. Auch hier gilt: Kinder lassen sich nur selten dressieren. „Sie machen häufig nicht alle Gesten nach, sondern nur die, die sie interessieren“, weiß auch Schütze aus eigener Erfahrung. Voraussetzung für das Einstieg in die Babyzeichensprache sei, dass die Kinder bereits begonnen haben, sich für ihre Umwelt zu interessieren und Gesten nachahmen können. Das sei meistens ab einem Alter von sechs bis neun Monaten der Fall.

Workshop geplant

Bei dieser Informationsveranstaltung soll es nicht bleiben. Koordinatorin Kornelia Böert kündigte an, zeitnah Kurse für Eltern und Mitarbeiter von Wallenhorster Kindertagesstätten anzubieten. Silke Baum, als Erzieherin im Andreas-Kindergarten für Sprachförderung tätig, will dieses Angebot wahrnehmen: „Das macht das Kommunizieren mit jungen Kindern in der Krippe leichter“, ist sie überzeugt. Die Wallenhorsterin und junge Mutter Sarah Merkatz hat mit den Teilnehmerinnen aus ihrem PEKIP-Kurs die Veranstaltung besucht und zeigte ebenfalls Interesse an einem Workshop: „Wenn die Kinder uns etwas zurückgeben können, erleichtet das den Alltag ungemein.“