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Konzert im Hollager Hof begeistert PublikumDamit das Plattdeutsche nicht abhandenkommt Konzert im Hollager Hof begeistert Publikum

Von Frederik Theiling

Mit viel Humor präsentierte die Gruppe Strauhspier plattdeutsches Theater. Foto: Egmont SeilerMit viel Humor präsentierte die Gruppe Strauhspier plattdeutsches Theater. Foto: Egmont Seiler

Wallenhorst. Zum Konzertabend hatte das Heimathaus Hollager Hof seine Gäste eingeladen. Unter dem Titel „Satter Sound up Platt“ spielte die Gruppe Strauhspier plattdeutsche Stücke über das Alltägliche.

„Die Sprache ist zwar alt, aber die Musik nicht, und diese Mischung aus alter Sprache und moderner Musik kommt sehr gut an“, erklärte Nikolaus Evers von Strauhspier. Im Hochdeutschen bedeutet Strauhspier Strohhalm. Ein Strohhalm, an dem sich alle festhalten können, die das Plattdeutsche nicht aussterben lassen wollen.

Mit diesem Namen unterwegs ist die Gruppe bereits seit 31 Jahren. Damals wollten die drei Musiker Nikolaus Evers, Helmut Schnieders und Hermi Sürken Musik für die etwas Jüngeren machen. „Wir waren Mitte 20 und wollten auch für diese Altersgruppe plattdeutsche Musik machen. Zu der Zeit kamen aber vor allem ältere Besucher. Heute erleben wir immer häufiger, dass auch Leute um die 40 kommen. Die damals 20-Jährigen also, für die wir die Musik machen wollten“, sagte Nikolaus Evers. Dennoch gehört die Mehrzahl der Konzertbesucher in der Regel der älteren Generation an. Doch gibt es auch Ausnahmen.

Eine Begebenheit ist Helmut Schnieders besonders in Erinnerung geblieben. „In Emsdetten haben wir mal auf einem Fest gespielt. Dort gab es ein kleines Mädchen, das mit seinen Eltern dort war. Nach einigen Liedern meinte sie: coole Sprache.“

Die Stücke von Strauhspier handeln vom Alltäglichen und dem Banalen – besungen mit viel Witz und Humor. Die plattdeutsche Sprache eignet sich dazu hervorragend. „Auf Plattdeutsch kannst du Sachen sage, die du im Hochdeutschen so nicht sagen würdest“, erklärte Nikolaus Evers. „Das Plattdeutsche ist einfach viel freundlicher und gemütlicher im Unterton als das Hochdeutsche.“

So standen die drei von Strauhspier im Hollager Hof und sangen von Lästereien in der Nachbarschaft oder der verflossenen Liebe des Bandmitglieds Hermi Sürken.

Für viele der Anwesenden war das Konzert aber nicht die erste Berührung mit der plattdeutschen Sprache. „Die Leute, die hier herkommen, können eigentlich alle Platt“, sagte der Vorsitzende und Kulturbeauftragte des Hollager Hofs, Heinrich Maßbaum. Entstanden ist der Hollager Hof 1656. Das Plattdeutsche hat hier eine lange Geschichte. „Hochdeutsch war in diesem Haus immer eine Fremdsprache“, erklärte Heinrich Maßbaum. „Diese Wände sprechen Platt.“

Daher findet alle vier Wochen im Hollager Hof ein plattdeutscher Abend statt. Einen Konzertabend auf Plattdeutsch hatte es bisher aber noch nicht gegeben. Nach dem Konzert war die Begeisterung groß. „Mir hat das Konzert sehr gut gefallen“, sagte Elisabeth Kollenberg. „Das ist so eine schöne Sprache. Die darf einfach nicht abhandenkommen.“


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