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Stärkung für den Wahlkampf CDU-Spitzenkandidat Althusmann in Wallenhorst

Von Joachim Dierks

Spargelessen der CDU-Mittelstandsvereinigung: (von links) Michael Lübbersmann, Clemens Lammerskitten, Bernd Althusmann, Sabine Pieper, Andreas Sandmann, Otto Steinkamp und Mathias Middelberg. Foto: Elvira PartonSpargelessen der CDU-Mittelstandsvereinigung: (von links) Michael Lübbersmann, Clemens Lammerskitten, Bernd Althusmann, Sabine Pieper, Andreas Sandmann, Otto Steinkamp und Mathias Middelberg. Foto: Elvira Parton

Wallenhorst. Das traditionelle Spargelessen des Wallenhorster Ortsverbands der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) erlebte mit 120 Gästen im Restaurant-Zelt des Spargelhofs Hawighorst in Hollage-Brockhausen eine Rekordbeteiligung. Stargast war CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann.

Deutschlands beliebteste Gemüsesorte und zugleich Wallenhorsts wichtigster Bodenschatz schaffte es wieder einmal, mittelständische Wirtschaft und Politik zum entspannten Meinungsaustausch zusammenzubringen. Andreas Sandmann als MIT-Vorsitzender und Sabine Pieper als Cheforganisatorin begrüßten neben Wallenhorster Unternehmern CDU-Politiker aller parlamentarischen Ebenen sowie leitende Mitarbeiter aus der Gemeindeverwaltung mit dem parteilosen Bürgermeister Otto Steinkamp an der Spitze. Ehrengast war der CDU-Landesvorsitzende Bernd Althusmann. „Er war 2009 schon einmal hier bei uns zum Spargel, anschließend wurde er 2010 Kultusminister in Hannover. Wir haben uns das jetzt ähnlich gedacht: 2017 hier bei uns im Spargelzelt, 2018 Ministerpräsident“, meinte Pieper.

Kritik am Ministerpräsidenten

Bevor Althusmann seine Argumente für einen Regierungswechsel nach der Landtagswahl am 14. Januar 2018 vortrug, lieferte der Osnabrücker Bundestagsabgeordnete Mathias Middelberg (CDU) ihm einige Stichworte zur Wirtschaftspolitik der rot-grünen Landesregierung: Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) habe in der VW-Dieselaffäre eine unglückliche Figur gemacht und nichts dafür getan, den Schaden für den größten Arbeitgeber des Landes zu begrenzen. „Und jetzt bei Homann? Weil sagt keinen Ton dazu, kommt nicht zur Demo, stellt sich nicht vor die Homann-Beschäftigten, sondern schickt seinen Wirtschaftsminister Lies, der sich weitgehend desinformiert gezeigt hat“, meinte Middelberg.

Althusmann philosophierte zunächst über den Spargel. Irgendwie erinnere ihn das Spargelstechen an „den Mann aus Würselen“: Kaum den Kopf aus dem Boden gesteckt, schon wird er abgeschnitten. Genauso sei es doch dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz mit Aufstieg und Fall in den Politbarometern ergangen. Mit mehr Ernst schlug er dann einen großen Bogen von der Zukunft der EU und den Wahlen in Frankreich zum demografischen Wandel mit dem sich verschärfenden Facharbeitermangel, bevor er sich auf von ihm ausgemachte Fehlentwicklungen im rot-grün regierten Niedersachsen einschoss.

Schulstruktur beibehalten

In der Schulpolitik würde er als Regierungschef die bestehenden Schulstrukturen nicht anfassen. „Es kommt auf gute Lehrer und guten Unterricht an und weniger auf die Strukturen. Es muss nicht sein, dass mit jedem Regierungswechsel ein neues Schulsystem eingeführt wird“, meinte Althusmann. Korrigieren würde er allerdings die Marschrichtung bei der Inklusion. „Das geht nicht mit der Brechstange – Kinder mit Förderbedarf brauchen weiterhin den geschützten Raum einer Förderschule“, forderte er den Fortbestand dieser Schulform. Das Kindeswohl müsse an erster Stelle stehen und nicht ideologischer Übereifer. „Nirgendwo in der UN-Behindertenrechtskonvention steht geschrieben, dass es keine Förderschulen mehr geben darf.“

Anders als die jetzige Landesregierung, die einer Verbannung der Verbrennungsmotoren bis 2030 zugestimmt habe, würde er einen klaren Kurs pro Volkswagen als wichtigstem und teils landeseigenem Industrieunternehmen fahren. Die Wettbewerbsfähigkeit des größten Autobauers der Welt müsse erhalten bleiben. Dazu trage nicht bei, wenn eine SPD-Genossin im Vorstand nach 13 Monaten Arbeit eine Abfindung von 13 Millionen Euro erhalte – so von den Aufsichtsräten Stephan Weil und Olaf Lies abgesegnet.