Nach Trennung von der Fraktion Wallenhorster CDU-Abspaltler lassen Ämter ruhen


Wallenhorst. Erst haben sie die Wallenhorster CDU-Fraktion verlassen, jetzt wollen die beiden Ratsherren Stefan Düing und Stefan Botterhuis auch ihre Parteiämter ruhen lassen. Düing war bislang Vorsitzender der CDU im Ortsteil Lechtigen, Botterhuis in Alt-Wallenhorst. CDU-Gemeindeverbandschef Clemens Lammerskitten zeigt sich überrascht.

Im Oktober – noch vor der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderats – hatten Botterhuis und Düing zusammen mit Marion Müssen aus Rulle die CDU-Fraktion verlassen und die neue Fraktion UWG gegründet. Den Vorsitz übernahm Müssen, die zuvor bei der Besetzung des CDU-Fraktionsvorsitzes gegen Anna Schwegmann aus Hollage den Kürzeren gezogen hatte. In der Partei wollten die drei UWG-Mitglieder bleiben; sie begründeten den Schritt damit, dass sie nach dem schlechten Abschneiden der CDU bei der Kommunalwahl im September (minus 14 Prozent) den Willen zu Veränderung in der Ratsfraktion vermissen.

Parallelen zur CDW

Eine ähnliche Abspaltung gab es zwei Jahre zuvor: Mitten in der Wahlperiode verabschiedeten sich fünf Christdemokraten von der durch Lammerskitten geführten Fraktion und gründeten die CDW (Christlich, Demokratisch für Wallenhorst). Alle fünf mussten zur Strafe ihre Parteiämter abgeben – unter anderem verlor Marlene Posnin den Ortsvorsitz in Alt-Wallenhorst –, dann folgte ein Parteiausschlussverfahren. Sie traten schließlich selbst aus. Bei der Gemeinderatswahl im September holte die CDW aus dem Stand sechs Sitze.

Bedauern

Posnins Nachfolger in Alt-Wallenhorst wurde Stefan Botterhuis – der nun freiwillig bis auf weiteres darauf verzichtet, genauso wie der Lechtinger CDU-Ortsverbandschef und Ex-Bürgermeisterkandidat Stefan Düing . Er bedauere das sehr, so Düing. Er habe neue Mitglieder gewinnen können. „Wir wollten in Lechtingen durchstarten – aber das kann ich jetzt leider nicht mehr machen.“

Botterhuis: „Schritt zur Deeskalation“

Am Mittwochabend hat der Wallenhorster CDU-Gemeindeverband getagt. Weder Düing noch Botterhuis waren persönlich anwesend, hätten aber mitteilen lassen, dass sie ihre Ämter ruhen lassen wollten, so Botterhuis. Es sei ein Schritt zur Deeskalation, eine „vermittelnde Handreichung“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir sind nicht auf Konflikt aus“, betont der Wallenhorster, der auch im Kreisvorstand und in der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT aktiv ist.

Der CDU zuvorgekommen?

In der vergangenen Woche hatte CDU-Kreisverbandschef Christian Calderone unserer Redaktion gesagt, dass es seitens der Wallenhorster Christdemokraten noch keine Bestrebungen gebe, dass – wie damals bei der CDW – auch die drei UWG-Mitglieder ihrer Ämter enthoben werden sollten. Die neue CDU-Fraktionsvorsitzende Anna Schwegmann hatte das Trio zur Fraktionssitzung eingeladen .

Düing: „Wir bereuen nichts“

Doch die drei wollen zunächst einmal ihr eigenes Ding machen. Düing sagt: „Es bleibt dabei: Wir bereuen nichts.“ Er habe sehr viele positive Rückmeldungen auf den Schritt bekommen, die CDU-Fraktion zu verlassen. Düing betont, dass die Partei ihm weiter wichtig sei. „Die CDU ist mehr als nur Wallenhorst. Wir würden uns schon ein Zusammenkommen in der großen Familie CDU wünschen, aber unter anderen Voraussetzungen.“

Lammerskitten: „Wir bleiben im Dialog“

Der CDU-Gemeindeverbandschef Clemens Lammerskitten zeigte sich verwundert über den Ämterverzicht. „Persönlich haben die beiden das nicht gesagt. Es ist ungewöhnlich, dass man Dritte bittet.“ Nichtsdestotrotz habe der CDU-Gemeindevorstand den Schritt der beiden Ortsverbandsvorsitzenden zur Kenntnis genommen. „Wir bleiben gern im Dialog“, betont Lammerskitten. Der Gemeindevorstand habe „mehrfach Gesprächsangebote gemacht“, so Lammerskitten. Die seien aber nicht angenommen worden. „Wir geben die Hoffnung nicht auf.“


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