Abwartend bis ablehnend Investor-Drohung in Wallenhorst: Was sagen die Fraktionen?

Meine Nachrichten

Um das Thema Wallenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Wallenhorst. Abwartend bis ablehnend reagieren die Wallenhorster Ratsfraktionen auf die Ankündigung des Hamburger Investors HBB, statt des Wohn- und Geschäftscenters „Neue Mitte“ nun wieder das Vorgängerprojekt Arkaden-Center auf der Grünen Wiese in Wallenhorst realisieren zu wollen.

Die „Neue Mitte“ haben die Wallenhorster bei der Bürgerbefragung am 11. September mehrheitlich abgelehnt. Wer dachte, die Bebauung des Filetstücks im Wallenhorster Zentrum durch die HBB sei damit einfach vom Tisch, wurde vergangene Woche eines Besseren belehrt. HBB-Geschäftsführer Harald Ortner sagte unserer Redaktion, dass er dann eben wieder das 2012 vom Rat abgesegnete Arkaden-Center realisieren wolle, das nie gebaut wurde.

Strittig zwischen Gemeinde und Investoren ist seit Jahren die Frage, wann und ob überhaupt eine vertraglich vereinbarte Fertigstellungsfrist für dieses Einkaufszentrum begonnen hat. Eine Verlängerung der für das Arkaden-Center mittlerweile abgelaufenen vorläufigen Baugenehmigung hat der Landkreis Osnabrück bereits abgelehnt. Die HBB hat dagegen Widerspruch eingelegt – der Ausgang des Verfahrens ist offen. Ortner hat der Gemeinde und auch dem Landkreis jetzt Schadensersatzforderungen in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro angedroht.

Hier geht es zur Themenseite

Was sagen die Fraktions- und Gruppensprecher dazu?

Guido Pott (SPD/FDP) hält sich bedeckt: „Diese Problematik wird uns weiter begleiten. Ich denke, dass wir im nächsten Bauausschuss eine Vorlage der Verwaltung dazu bekommen.“

Anna Schwegmann (CDU) wird etwas deutlicher: „Ich lasse mir nicht Bange machen. Wir werden die Faktenlage bewerten und dann sehen, wie es weitergeht.“ Wichtig sei, mit Besonnenheit zu reagieren und Schnellschüsse zu vermeiden. Es sei eine „sehr eigenwillige Interpretation“ des Investors zu sagen, die Bürger hätten nur die „Neue Mitte“, nicht aber das Arkaden-Center abgelehnt. Das sei „spitzfindig“ und „auf dem Niveau von Taschenspielertricks“, so Schwegmann. Sie vertraue auf die Gemeindeverwaltung. „Da sind die Profis.“

Manfred Gretzmann (CDW, Christlich, Demokratisch für Wallenhorst): „Politisch haben wir alles auf den Weg für den Ausstieg gebracht und dazu stehen wir auch.“ Im September hat der Rat einstimmig der Gemeindeverwaltung den Auftrag gegeben, die Aufhebung des Bebauungsplans und der Verträge für das Arkaden-Center vorzubereiten. „Alles weitere müssen die Juristen klären.“

Marion Müssen (UWG) sagt zur Vorgehensweise des HBB-Geschäftsführers Ortner: „Ich kann verstehen, dass er den Versuch wagt, glaube aber nicht, dass er damit Erfolg hat. Ich warne alle davor, sich in dieses Boot zu setzen. Wir brauchen ein völlig neues Konzept.“ Sie persönlich sei gegen das Arkaden-Center. Und: „Ich glaube nicht, dass wir uns einen Gefallen damit tun würden, uns gegen den Willen der Bürger zu stellen.“

Ludger Meyer (WWG, Wallenhorster Wählergemeinschaft) wird deutlich: „Für mich ist das, was Herr Ortner macht, eine Drohkulisse ohne jeden Inhalt. Das kann ich nicht für voll nehmen. Wir sind als Gemeinde nicht Freiwild. Für mich ist klar, dass der Zeitpunkt der Fertigstellung verstrichen ist. Er hat keine Baugenehmigung und wird auch keine bekommen.“

Arnulf Nüßlein (Grüne) sagt auf die Frage, was er davon halte, dass Ortner die Arkaden-Center-Pläne wieder aus der Schublade ziehe: „Nichts. Die Zweigleisigkeit seines Vorgehens überrascht schon. Wir werden, soweit das politisch zulässig ist, dafür sorgen, dass die Grüne Wiese für keine der ominösen Gesellschaften aus Hamburg mehr zur Verfügung steht.“

Hier geht es zur Themenseite


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN