Freud und Leid des Rentnerlebens 21. Plattdeutscher Abend im Heimathaus Hollager Hof

Meine Nachrichten

Um das Thema Wallenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Plattdeutsche Gruppe bereitete dem Publikum im Heimathaus Hollager Hof einen vergnüglichen Abend. Foto: Joachim DierksDie Plattdeutsche Gruppe bereitete dem Publikum im Heimathaus Hollager Hof einen vergnüglichen Abend. Foto: Joachim Dierks

Wallenhorst. Die im Hollager Heimathaus versammelten Freunde der plattdeutschen Sprache haben auch für ihren 21. Vortragsabend ein verbindendes Motto für die Auswahl ihrer Stücke gefunden: „Lustig is dat Rentnerliäben“. Und wieder einmal „wöer de Diäle rappelvull“ (ausverkauft).

„Anseggerin“ (Moderatorin) Erna Richter begann mit der guten Nachricht, dass jugendlicher Ersatz für zwei Abgänge aus Altersgründen gefunden wurde: Volker Holtmeyer und Lea Behrenswerth machen jetzt mit und haben den Altersdurchschnitt der Gruppe kräftig gesenkt. Richter dankte Siegfried Wulftange und Franz Menkhaus, die nun nicht mehr auf der Bühne stehen wollten, für ihre Jahrzehnte lange treue Mitarbeit.

„Wat en Opa alles kann“

So ein Rentner ist lernfähig. Wie in der Geschichte „Wat en Opa alles kann“ von Wolfgang Begemann: Opa und der zweijährige Till sind im Garten „mächdig togange“. Plötzlich heißt es: „Opa, ich muss mal!“ Oma, die wüsste, „wat tou mouken wö“, ist nicht da. Also ist Opa gefordert. „Toerst de Matschböxen rünner, denn de Jeans, dornou de Strümpbüxen, nu noch de Ünnerbüxen un denn de Pampers open maken.“ Alles geht unfallfrei über die Bühne. Aber nach einer Stunde heißt es erneut: „Opa, ich muss mal!“ Und was dann noch so alles passiert, sorgt im Publikum für große Heiterkeit.

„Wo drocke he löpp“

Ein anderer Opa, Päpersacks Hinnerk, fährt ein altersschwaches Auto, das „so’n ännerthallv Stieg Johre“ (30 Jahre) auf dem Buckel hat. Der „Schandarm“ hält ihn an und stellt fest, dass der Wagen gar keinen Tacho hat. „Nee, sowat bruk ik nich“, entgegnet Hinnerk, er merke das auch so, „wo drocke he löpp“ (wie schnell er läuft): „Bi veertig wackelt de Latüchten, bi füftig de ganze Kiste, un bi sestig wackelt miene Tähne (Zähne), man drocker (und schneller) löpp he bestimmt nich!“

„Tohaupe Fautball kieken“

Eine Lehrstunde in Sachen „Loslassen“ bringt Anna ihrem Karl bei. Der steht hinter den Gardinen und sieht Schwiegertochter Petra ins Auto steigen und davonbrausen, obwohl sie doch eigentlich „Middagiärten kuorken möss – use Suöhrn krich wiär nix to iärten!“ Auch die Post, die der Briefträger für die jungen Leute bringt, untersucht er ganz genau. Bestimmt könnte er „to viärle Saaken eenen gohen Raut“ geben. Und bedrängt den Sohn, dass sie doch „tohaupe Fautball kieken“ könnten und dabei auch noch Strom sparen. Anna schimpft, „dat Karl sick wiär nich trügge haulen konn“, und schreibt ihm ins Stammbuch: „Löslauten, Karl, dat is de grötste Gefallen, den du iähr doun kanns!“ Alles bekannte Themen, die das Publikum mit großer Heiterkeit quittierte.

Peter Papke am „Trekkebüdel“

„De Plattdütsken van’n Holger Hoff“ (die Plattdeutsche Gruppe vom Hollager Hof) hatten sich wieder ein Jahr lang fleißig umgetan, um für ihren Vortragsabend niederdeutsche Texte auszuwählen, teils in das hiesige Platt umzuschreiben und daraus ein rundes Programm zu stricken. Das Publikum war begeistert und spendete den Vortragenden Agnes Kohstall, Anni Pott, Josef Kolde, Dieter Hübner, Thea Rohling, Christian Sandmann, Anni Tepe, Jonas Sandmann, Markus Bockholt, Erna Richter und besonders den Neulingen Volker Holtmeyer und Lea Behrenswerth langen Applaus. Am „Trekkebüdel“ (Ziehharmonika) gab Peter Papke in bewährter Weise den Ton an und unterstützte damit den gemeinsamen Gesang des „Heimathusleed“ und anderer mit plattdeutschen Texten unterlegter bekannter Weisen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN