WWG-Verlierer wider Willen Börger und Lucht nicht mehr im Wallenhorster Rat

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Wallenhorst. Zwei, die gerne im Wallenhorster Rat weitergemacht hätten, haben es nicht geschafft: Andreas Lucht und Alfons Börger von der Wallenhorster Wählergemeinschaft (WWG) waren über viele Jahre im Gemeindeparlament aktiv – jetzt sind sie raus.

Fraktionschef bleibt Ludger Meyer, neu dabei ist für die WWG Helge Nestler aus Wahlbereich 2 (Wallenhorst, Lechtingen, Rulle).

„Es hat nicht sollen sein“, sagt Börger, der erst im Juni angekündigt hatte, von den Grünen zur WWG zu wechseln. Die kürte den ehemaligen Grünen dann direkt zum WWG-Spitzenkandidaten in Wahlbereich 1 (Hollage). Doch die Liste zog nicht – und Börger bekam nur 75 direkte Stimmen. Die WWG schnitt insgesamt schlechter ab als 2011 und bekam nur noch 8,6 Prozent der Wählerstimmen (minus 1,6 Prozent), behält aber ihre drei Mandate. Statt Börger wurde Friedhelm Lange erneut in den Rat gewählt. Auch bei der Kreistagswahl reichte es nicht für Börger.

Mehr als 20 Jahre Ratsmitglied

Auf mehr als 20 Jahre Ratsmitgliedschaft (mit Unterbrechungen) blickt Alfons Börger zurück. Von 1986 bis 2001 war das Gründungsmitglied der Wallenhorster Grünen Fraktionsvorsitzender der Öko-Partei, ab 2011 dann einfaches Fraktionsmitglied – aber erstmals nicht mehr in der Opposition sondern als Teil der Mehrheitskooperation mit SPD und WWG. „Dinge, die mir persönlich wichtig sind, haben wir auf einen guten Weg gebracht“, sagt Börger. Das seien vor allem Themen aus den Bereichen Energie und Klimaschutz. So gibt es jetzt mit dem Stadtteilauto ein Carsharing-Angebot am Rathaus, Wallenhorst hat Gemeindewerke gegründet und einen Klimaschutzmanager eingestellt, zählt Börger einige Punkte auf.

Der Wechsel zur WWG sei der richtige Schritt gewesen. „Das andere ging nicht mehr“, sagt er und meint den Ortsverband der Grünen, die zwei Ratssitze verloren haben. „Ich hätte im Rat schon gerne weitergemacht“, sagt Börger. Aber enttäuscht sei er „nicht wirklich“. Die WWG wolle er weiter unterstützen.

Lucht zu mutig

Andreas Lucht war bei der Listenaufstellung mutig. Der Ruller entschied sich für den hintersten Listenplatz im Wahlbereich 2, damit auch ein paar jüngere Kandidaten Chancen auf einen Einzug in den Rat haben. „Ich habe gedacht, man kann es direkt schaffen.“ 171 direkte Stimmen bekam Andreas Lucht – es reichte nicht. Womöglich habe er sich zu sehr für das Projekt „Neue Mitte“ stark gemacht, gegen das bei der Bürgerbefragung am 11. September 56,7 Prozent der Wähler stimmten.

Mehr Zeit

„Für mich geht die Welt nicht unter“, sagt er und freut sich auf mehr Zeit für die Familie. Seit Ende 2009 war Andreas Lucht für die WWG im Wallenhorster Rat. Er war damals nachgerückt für Leo Wiggermann. „Es hat Spaß gemacht, etwas zu bewirken.“ Die Gründung der Gemeindewerke zählt auch er zu den Highlights seiner Zeit im Rat. Häufig geht es harsch zu im Rat – für Lucht der falsche Weg. „Diese sogenannten Wallenhorster Verhältnisse habe ich nicht gelebt“, sagt er. „Mein Credo: Mit Angst- und Stimmungsmache kriegt man Wallenhorst nicht nach vorne.“


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