„planet e“ um 16.30 Uhr ZDF berichtet am Sonntag über die geplante A33-Nord


Wallenhorst. In der ZDF-Reportage-Reihe „planet e“ geht es am Sonntag um die Frage(n): „Fledermäuse oder Autobahn? Wie viel Naturschutz verträgt Deutschland?“ Ein zentrales Thema ist die geplante A33-Nord. Unsere Redaktion hat die Dokumentation vorab gesehen.

Bevor sich „planet e“ der geplanten A33-Nord widmet, werden andere umstrittene Straßenbau-Projekte in den Blick genommen - unter anderem der Lückenschluss der A33 zwischen Bielefeld und Borgholzhausen. „Noch endet die A33 kurz vor Halle in Westfalen im Nichts. Der Verkehr verlagert sich dahin, wo Menschen leben“, heißt es dazu.

Die Reportage informiert darüber, dass vor allem die bedrohte Bechsteinfledermaus Auslöser für die lange Bauverzögerung gewesen sei. Welche Haltung die Macher der Dokumentation haben, wird bei diesem Thema besonders deutlich: „Nach 50 Jahren Planung wird endlich gebaut. 50 Jahre lang war die Gesundheit der Menschen weniger wichtig als der Naturschutz.“

Das nur zwölf Kilometer lange Teilstück zwischen Bielefeld und Borgholzhausen werde nun endlich unter strengen Auflagen und für 140 Millionen Euro gebaut. 31 Millionen davon würden für Umweltschutzmaßnahmen ausgegeben.

Gegner-Argument wird nicht erwähnt

Nach knapp 16 Minuten widmet sich die Reportage dann der geplanten A33-Nord. „Während zwischen Bielefeld und Osnabrück mittlerweile gebaut wird, ist das Teilstück zwischen Osnabrück und der A1 immer noch heftig umstritten“, heißt es dazu aus dem Off.

Und während stockender Verkehr auf dem Osnabrücker Wall gezeigt wird, hört der Zuschauer folgende Sätze: „Die geplante Trasse soll durch einen geschützten Wald verlaufen. In Osnabrück wollen viele die neue Autobahn. Seit Jahren nimmt der Innenstadt-Verkehr zu – und damit auch die Luftverschmutzung und der Lärm.“

Dass Gegner der A33-Nord wie der Osnabrücker Wirtschaftsgeograf Jürgen Deiters bezweifeln, dass der Bau der A33-Nord die Osnabrücker Innenstadt nennenswert entlastet, wird in der Reportage nicht erwähnt.

„Wir sehen hier den Urkonflikt räumlicher Planung“

Als eine Art Reportern fungiert in der „planet e“-Ausgabe die Münchener Ingenieurin Claudia Bosse, die auch als Moderatorin bei Bodennutzungs-Konflikten tätig ist. Auf einer Grünfläche in Osnabrück stehend sagt Bosse: „Wir sehen hier den Urkonflikt räumlicher Planung: Eine Fläche gibt’s nur einmal, und wir haben viele verschiedene Interessen, die die Fläche nutzen wollen, und es gibt nur eine Entweder-Oder-Entscheidung.“

Aus dem Off heißt es anschließend, dass die A33-Nord ein so genanntes Flora-Fauna-Habitat zerteilen würde, also den Lebensraum vieler geschützter Arten. Als Gegner des Autobahnbaus und Kämpfer für den Tierschutz tritt dann der Bramscher Matthias Schreiber auf, Biologe und zweiter Vorsitzender des Umweltforums Osnabrücker Land.

Schreiber zeigt Claudia Bosse den geplanten Verlauf der Trasse, vor allem auch deren Höhe, und weist auf ein Wäldchen hin, in dem sich Leichtgewässer für Amphibien befänden. Die Autobahn, so Schreiber, wäre für die Amphibien eine unüberwindbare Barriere, der Weg in Nachbargehölze, in denen sie ihr Winterquartier beziehen, wäre verschlossen.

Sendung wird auch in Mediathek abrufbar sein

Schließlich besucht Claudia Bosse auch die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und spricht mit deren Chef Cord Lüesse. „Ich kann da durchaus auch alle Widerstände verstehen“, sagt dieser. „Aber in der Bundesrepublik Deutschland sind wir gehalten, möglichst gleiche Lebensbedingungen für alle Menschen zu schaffen. 

Das Fazit der Dokumentation lautet schließlich: „Mensch und Natur müssen sich nicht unversöhnlich gegenüber stehen, auch nicht in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland. Dafür müssen aber manchmal auch die Naturschützer von ihren absoluten Forderungen abrücken und beides berücksichtigen – den Lebensraum Natur und die Bedürfnisse des Menschen.“

Wer die Sendung verpassen sollte, kann sie sich nach der Ausstrahlung in der ZDF-Mediathek ansehen.


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