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Schwalbenhaus in Rulle-Ost Wohnungen in luftiger Höhe

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Wallenhorst. Ein spannender Moment: Letzte Anweisungen für den Treckerfahrer, dann rastet die Halterung des von Heinrich Theismanns gebauten Schwalbenhauses auf dem knapp sechs Meter hohen Mast ein. Zufrieden schauen die Nachbarn in Rulle-Ost auf das gelungene Werk. Wenn demnächst die Mehlschwalben aus den Winterquartieren zurückkehren, können sie in acht künstlichen Koben, wie die Nester heißen, ihren Brutgeschäften nachgehen.

Theismann ist zuversichtlich, dass das Wohnangebot angenommen wird: „Die Mehlschwalben haben es zunehmend schwer, an Siedlungshäusern ihre Nester zu bauen. Die Nester werden meist abgeschlagen, weil die Schwalben ziemlich viel Schmutz hinterlassen. Hier besteht nun die Möglichkeit, den Kolonievögeln eine neue Heimat zu geben.“

Idee aus Hessen

Theismann hegte die Idee für einen Schwalbenbaum seit einiger Zeit, genauer, seit er am Edersee in Nordhessen ein sechseckiges Dach mit Platz für künstliche Schwalbennester gesehen hat. In seine Nachbarschaft brüten die Vögel bereits. Freien Schwalbenwohnraum gibt es nun auf der Wiese, die er von Andreas Sutthoff gepachtet hat, gegenüber Theismanns Wohnhaus an der Straße „Zum Bruch“.

Als es darum geht, den Eigenbau in luftiger Höhe zu platzieren, sind sie zur Stelle: Johannes Espel mit seinem Traktor, Helmut Nieporte, der den Pavillon mit gebaut hat, Andreas Sutthoff und Reinhard Lanwert. „Für den Aufbau brauche ich ein erfahrenes Team“, freut sich der Initiator über die Hilfe.

Weitere Pläne

Die Nachbarn werden sich voraussichtlich noch häufiger treffen in Sachen Artenerhaltung und Umweltschutz, denn Heinrich Theismann hat noch so manch andere Idee in petto. „Ich möchte Spaziergänger und Familien mit Kindern neugierig machen mit dem, was auf der Wiese los ist“, erklärt Theismann. Er will auch kindgerechte Insektenhotels bauen und installieren und eventuell mit Anpflanzungen vor allem dem jungen Nachwuchs die Natur im wortwahren Sinn begreifbar machen: „Wichtig ist, die Kinder zu informieren und neugierig zu machen.“

„Ich habe auch vor, Nisthilfen für den Eisvogel am Ruller Bach anzubringen. Den gibt es dort nämlich. Da würde ich gern die Pfandfinder mitnehmen – selbstverständlich nur in enger Abstimmung mit den Behörden“, schaut der Umweltschützer in die Zukunft. Längst geschehen sei indes das Aufhängen von Steinkauzniströhren, die er teils selbst gebaut und teils vom NABU erhalten habe, erklärt Heinrich Theismann.

Derzeit jedenfalls haben die Nachbarn in Rulle-Ost das Schwalbenhaus im Visier. Sie schauen täglich, ob die Mehlschwalben schon aus Afrika oder Asien zurückgekehrt und im Anflug auf das Schwalbenhaus sind. Die acht Koben hängen auf der vom Wind abgewandten Seite. „Bis Ende April soll man so ein Haus errichtet haben. Sie sind nur kurz hier, denn nach dem Brüten ziehen sie im September wieder fort“, erklärt Theismann. Ein eindeutiger Beweis, dass sich die Mehlschwalben wohlfühlen und angesiedelt haben, sei dann gegeben, wenn die Vögel von sich aus weiterbauen. Es bleibt also spannend in Rulle-Ost.


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