Ohne Siesta durch den Arbeitstag Wallenhorster Möbelhaus beschäftigt spanische Praktikanten

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Unterstützen das Porta-Team für zwei Monate: Antoni Claveria de Llano (vorne links) und Alvaro Rafael Gonzales Imenez mit Christian Barrenpohl, stv. Geschäftsleiter (hinten links) und David Toporowski, Verwaltungsleiter. Foto: Christina HalbachUnterstützen das Porta-Team für zwei Monate: Antoni Claveria de Llano (vorne links) und Alvaro Rafael Gonzales Imenez mit Christian Barrenpohl, stv. Geschäftsleiter (hinten links) und David Toporowski, Verwaltungsleiter. Foto: Christina Halbach

Wallenhorst. Vom spanischen Katalonien ins Osnabrücker Land: Derzeit weilen 18 junge Spanier in der Region, um ein berufliches Praktikum zu absolvieren. Alvaro Rafael Gonzales Imenez und Antoni Claveria de Llano sind im Porta-Möbelhaus in Wallenhorst eingesetzt.

Eine Partnerschaft zwischen dem Landkreis Osnabrück und den Berufsschulen in Lleida (Katalonien) macht diese Auslandpraktika für junge Spanier bereits seit 2013 möglich: „Damit soll die fachliche, interkulturelle und sprachliche Weiterbildung unserer Partnerschüler gefördert werden“, beschreibt Landkreis-Projektleiter Jürgen Claus das Ziel des Programms, das mit europäischen Finanzmitteln finanziert wird.

Blick über den Tellerrand

Neben Unternehmen wie der Spedition Koch, dem Kommunikationsdienstleister Kikxxl oder Institutionen wie dem DGB und der Caritas ist diesmal auch das Porta-Möbelhaus dabei. Die Ausschreibung des Landkreises habe sie sofort angesprochen: „Als Ausbildungsbetrieb war es für uns nie eine Frage, es nicht zu machen“, stellt der stellvertretende Porta-Geschäftsleiter Christian Barrenpohl fest: Zudem profitierten auch seine Mitarbeiter von den spanischen Gästen, da sie ihnen einen Blick über den Tellerrand ermöglichten.

Arbeit, Strukturen und Kultur

Untergebracht sind die beiden 20-jährigen Praktikanten bei Gastfamilien: Alvaro kommt jeden Morgen aus Bramsche zu seinem Einsatzort, Antoni ist in der Nähe des Wallenhorster Sportplatzes bei einer Familie untergekommen. In ihrer Heimatstadt Lleida studieren sie Internationales Management. Zwei Jahre dauert die Ausbildung an einer Berufsschule, die mit der deutschen Fachoberschule vergleichbar ist. Ihr Lehrer habe sie auf die Möglichkeit eines Praktikums aufmerksam gemacht. „Das sei gut uns für uns“, erzählt Alvaro auf Englisch. Zwar gehört ein Deutschkurs bei deutschen Lehramtsstudenten zum Auslandspraktikum, für ein komplettes Gespräch reichen die Kenntnisse jedoch noch nicht. Die Möglichkeit, die Arbeit, Strukturen und Kultur in Deutschland kennenzulernen und natürlich die deutschen Sprachkenntnisse weiter auszubauen, sei für sie ausschlaggebend gewesen, begründen sie unisono den Schritt.

Warenwirtschaftssystem kennengelernt

„Für den Handel ist ihr Studium gut geeignet“, betont Barrenpohl, der die beiden Spanier zunächst in der Abteilung „Junges Wohnen“ eingesetzt hat. Dort haben sie das Warenwirtschaftssystem kennengelernt, wo sie auch schon praktisch im Einsatz waren:  Preise anfordern, ausdrucken und Waren auszeichnen, habe bereits wie am Schnürchen geklappt. Dabei soll es in den nächsten Wochen nicht bleiben: Bald sollen Alvaro und Antoni auch an die Erstellung von Grundrissen herangeführt werden. Die Resonanz unter den Mitarbeitern auf die spanischen Gäste sei absolut positiv: „Die beiden bringen sich richtig ein“, lobt Barrenpohl seine Praktikanten, die mit der deutschen Arbeitszeit bisher keine Probleme hatten. Im Gegenteil: Die spanische Siesta vermissen die beiden nicht. „Man hat mehr von seiner Zeit“, hat Antoni festgestellt, wenn ein Arbeitstag nicht um 22 Uhr, sondern um 19 Uhr endet.

Studium fortsetzen

An die 40 Prozent der spanischen Praktikanten seien nach Angaben von Landkreis-Mitarbeiter Jürgen Claus in den vergangenen Jahren  von ihrem Betrieb übernommen worden und entgingen damit der hohen Arbeitslosigkeit in Spanien. „Diese Gruppe ist jedoch mehr an der Weiterbildung interessiert“, hat der Projektleiter festgestellt. Auch Alvaro und Antoni haben nicht geplant, in Deutschland zu bleiben. Sie wollen nach der Zeit bei Porta ihr Studium fortsetzen. Ende Juli geht es wieder zurück in die spanische Heimat. (Weiterlesen: Zum Ortsportal )


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