Austausch mit Partnergemeinde Ruller Kolpingsfamilie hat Gäste aus Polen


Wallenhorst. Die Ruller Kolpingsfamilie hatte Gäste aus Polen. Zehn Jugendliche, die in  Olsztyn (Allenstein), in einem Haus der Jugendhilfe leben, wurden von der Kolpingsfamilie betreut und beherbergt. Die Jugendlichen sind Waisen oder kommen aus Problemfamilien.

Beim Abschlussabend im Kolpinghaus gibt es Schnitzel, ständig kommt jemand mit einer weiteren Schüssel voller Salat oder Kroketten auf den Hof. Über den Beamer laufen Bilder der EM. Die Jugendlichen und ihre Betreuer haben einen langen Tag hintern sich, überhaupt war jeder einzelne Tag vollgepackt mit Programm: Die Reisegruppe war unter anderem im Zoo, im Nettebad, bei der Berufsfeuerwehr und hat selbstverständlich auch das Osnabrücker Rathaus besichtigt und die Stadt kennengelernt. Auf dem Platz des Golfclubs Varus in Ostercappeln-Venne schlugen sie die Bälle auf der Driving Range um die Wette, bis die Arme schwer wurden. Angeleitet von Vereinsmitgliedern, die selbst polnisch sprechen und sich wunderten, wie gut geschickt der ein oder andere junge Pole sich anstellte.

Deutschlehrer ist Gold wert

 Wallenhorst unterhält seit 2002 eine Partnerschaft zu Stawiguda, einer Gemeinde des  Landkreises Olsztyn. Der Deutschlehrer Jacek Sulkowski unterrichtet Jugendliche   aus Olsztyn und Stawiguda , er ist für die Verständigung zwischen Deutschen und Polen Gold wert. Er ist überhaupt für die Partnerschaft zwischen Wallenhorst und Stawiguda Gold wert und für Stephan Garthaus vom Vorstand der Ruller Kolpingsfamilie ein wichtiger Ansprechpartner. Im vergangenen Jahr waren die beiden bei einem Seminar des Deutsch-Polnischen Jugendwerks in Brandenburg. „Dort entstand die Idee, dass diese Gruppe kommen soll“, erzählen der Ruller und sein polnischer Freund.

Komplimente

„Für diese Jugendlichen lohnt es sich, etwas zu machen“, findet Jacek Sulkowski. Für einige von der 13- bis 18-Jährigen war es die erste Reise überhaupt, in Deutschland war zuvor noch keiner. „Für mich ist es die Erweiterung der typischen Partnerschaft.“ Marta Zimermann und Andzelika Przybyla schwärmen von den Tagen in Rulle und im Landkreis Osnabrück. Deutsch sprechen sie nicht, nur ganz wenig, trotzdem sind die beiden 16-Jährigen von Deutschland angetan. „Hier sind die Menschen so offen und gastfreundlich, ehrlich und sympathisch.“ Stephan Garthaus kann die Komplimente nur zurückgeben: „So eine Gruppe hatten wir noch nie“, sagt der Kolpinger. „Bei uns waren schon öfter junge Fußballer, die dann am Pfingstturnier in Hollage teilgenommen haben.“ Das sei auch immer schön, „aber mit diesen Jugendlichen ist es anders, intensiver. Die Fußballer bleiben mehr unter sich.“

Zurück in den polnischen Alltag

 Nach fünf Tagen geht es wieder zurück in den polnischen Alltag. „Diese Jugendlichen haben es wirklich verdient mal rauszukommen“, finden Stephan Garthaus und Jacek Sulkowski. Das Ruller Kolpinghaus wird auf jeden Fall für die nächste Reisegruppe aus Wallenhorsts Partnergemeinden offenstehen. (Weiterlesen: Zum Ortsportal )


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