Kolpingsfamilie blickt in die Zukunft Diözesanverband Osnabrück diskutiert Ideen in Hollage

Von Frank Muscheid

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Der Diözesanverband beriet in Hollage, wie sich seine 131 Kolpingfamilien künftig aufstellen können. Foto: Frank MuscheidDer Diözesanverband beriet in Hollage, wie sich seine 131 Kolpingfamilien künftig aufstellen können. Foto: Frank Muscheid

Wallenhorst. Rund 50 Mitglieder des Kolping-Diözesanverband Osnabrück haben im Hollager Philipp-Neri-Haus zur künftigen Arbeit in den Themen Jugend, Flüchtlinge, Familie und zu internen Strukturen diskutiert.

Noch ist die Situation des Diözesanverbandes Osnabrück komfortabel, mit 131 Kolpingfamilien und knapp 19.000 Mitgliedern nach Münster und Paderborn der drittgrößte bundesweit. Dennoch: „Die Mitgliederzahl stagniert“, erklärte Diözesansekretär Stefan Düing, es sei nicht einfach, „junge Menschen für kirchliche Verbandsarbeit zu interessieren“. Insbesondere, weil die inzwischen länger benötigten, um beruflich anzukommen, so ein Tenor in den Arbeitsgruppen. Kolpinger aus Emsland, Osnabrücker Land, Ostfriesland, Grafschaft Bentheim und Bremen berieten auf der zweiten von drei Zukunftskonferenzen. Im Herbst 2015 war „Kolping 2018“ beschlossen worden. Nach einer dritten Konferenz am 8. Juni im Pfarrheim Haselünne werden die Ergebnisse im September in Aschendorf vorgestellt und bis 2018 umgesetzt. Diözesanvorsitzender Norbert Frische begrüßte die Teilnehmer in Hollage.

Familien unter die Arme greifen

Die Arbeitsgruppe „Familie“, die Familienreferentin Sandra Rickermann leitete, beriet, wie der „einzige generationsübergreifender Verband der Kirche“ Familien stärken will. Bezirkspräses Alfons Heermann vom Bezirk Aschendorf-Ostfriesland sah Kolping als starken Partner in den Vorbereitungskursen zur Ehe, die nicht allein „Aufgabe des Priesters oder der Gemeindereferenten“ seien. Es müsse um „Familie insgesamt“, nicht nur um Kolpingsfamilien gehen. Heike Geers, Diözesanleiterin Ehe, Familie, Lebenswege erklärte, vor Ort seien Angebote wie Zeltlager oder Familiennachmittage beliebt, Organisatoren aber schwer zu finden. Kolping brauche dafür „Menschen, die begeistert sind von Familienarbeit, die sie selbst erlebt haben“.

Junge Familien für Kirche begeistern

„Langsam eine Begeisterung zu wecken“ könne aus dem päpstlichen Schreiben „Amoris Laetitia“ heraus funktionieren, sagte Christof Helming von der Kolpingfamilie Bramsche (Lingen). Im Schreiben werde Ortskirche, Liebe und Sexualität in der Ehe eine größere Bedeutung zuerkannt. Zuvor habe man sich bei solchen Fragen „rechtfertigen“ müssen. Als Ziele nannte Rickermann: „Junge Familien für Kirche begeistern, Eltern entlasten, Familien Zeit für sich geben und Austausch fördern“, aber auch Profile und Kooperation der örtlichen Kolpingfamilien stärken.

Weitere Angebote schaffen

Die von Jugendreferent Daniel Fissenewert geleitete Arbeitsgruppe „Jugend“ arbeitete an einer Kommunikationsplattform und will weitere Angebote schaffen: „Ein Verband muss für Kinder und Jugendliche über die örtlichen Kolpingfamilien erlebbar sein“, so Fissenewert. Junge Familienväter sollen etwa dazu ermutigt werden, sich stärker in die Jugendarbeit einzubringen. In Beesten läuft es gut, wie Johannes Brinker berichtete: „Seit einigen Jahren nehmen wir mit Erfolg an den deutschen Kolping-Fußball-Meisterschaften teil.“

Weiterlesen: Diözesanversammlung – Kolping sucht den Draht zur Jugend

Werkzeugkiste im Internet

Ideen sollen in einer „Werkzeugkiste“ online gehen, erklärte Düing, der die Arbeitsgruppe „Flüchtlinge“ leitete. Die Flüchtlingsarbeit werde angesichts „der Krisenherde dieser Welt“ ausgebaut – über bestehende Projekte wie etwa die Fahrradwerkstadt in Lathen oder das Gartenbauprojekt in Hollage hinaus. So wurden persönliche Patenschaften, Familienberatung und Freizeitangebote für junge Männer vorgeschlagen. „Wir setzen uns mit den Ursachen und Konflikten auseinander, viele Kolpingfamilien wollen fit werden in den Religionen der Flüchtlinge“, auch um gegen Pegida argumentieren zu können, so Diözesanpräses Reinhard Molitor. Er freue sich auf die erste gemeinsame Sommerferien-Freizeit 2016 von einheimischen und Flüchtlingsfamilien im Bildungshaus in Salzbergen.


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