Stimmkräftig ohne Hemmungen Erstes Wallenhorster Rudelsingen war ein voller Erfolg

Viele singwütige Bürger fanden sich in der Hofstelle Duling ein, um die Premiere des Rudelsingens aktiv mitzugestalten. Foto: Thomas Remme/Gemeinde WallenhorstViele singwütige Bürger fanden sich in der Hofstelle Duling ein, um die Premiere des Rudelsingens aktiv mitzugestalten. Foto: Thomas Remme/Gemeinde Wallenhorst

Wallenhorst. Erstmals fand nun auch in Wallenhorst ein Rudelsingen statt. Zahlreiche singwütige Bürger fanden sich in der idyllischen Hofstelle Duling ein, um die Premiere aktiv mitzugestalten.

„Love Is In The Air“ schallte es lauthals aus 150 Kehlen, die in der alten Diele gemeinsam sangen, bis zumindest sprichwörtlich die Balken krachten. Dass etwas Besonderes in der Luft lag, konnte man indes buchstäblich spüren beim ersten kollektiven Karaoke in Wallenhorst. Von Anfang an ging das Publikum ausgelassen mit, als der Text des Udo-Jürgens-Klassikers „Ich war noch niemals in New York“ auf eine Leinwand projiziert wurde. Was folgte, war eine mehr als zweistündige Reise durch 175 Jahre Musikgeschichte im Halbplayback. Der Gefangenchor aus der Verdi-Oper Nabucco von 1841 geriet dabei genauso zu einer Herausforderung für die Stimmbänder wie die „Ode an die Freude“. Leichtgängiger waren das Gassenhauer wie „Country Road“ oder der Fußball-Hit „An Tagen wie diesen“.

Rudelsingen eine Marke

Vor viereinhalb Jahren in Münstern von Sänger und Musiker David Rauterberg ins Leben gerufen, ist das Rudelsingen inzwischen eine Marke in mehr als 70 Städten bundesweit. Zeitgleich fand zwar auch eine Premiere in Regensburg statt, aber der Gründer ließ sich die Wallenhorster Feuertaufe nicht entgehen und animierte die Premierenbesucher persönlich mit Gitarre und begleitet von Phillip Ritter am Piano zum Mitsingen an „einem der schönsten“ Schauplätze des Rudelsingens mit heimeliger „Wohnzimmeratmosphäre“, wie er zufrieden befand. Gleichzeitig war es aber auch einer der kleinsten. Da sämtliche Tickets im Vorverkauf Anfang Februar binnen zwei Stunden vergriffen waren, plant die Gemeinde Wallenhorst im nächsten Jahr einen Umzug in eine größere Lokalität. „In der Gymnastikhalle würden 500 Personen Platz finden“, verriet die Kulturbeauftragte Marget Terglane, die im vergleichsweise kleinen, sich nach jeden der mehr als zwei Dutzend Lieder selbst beklatschenden Singrudel in der Hofstelle Duling stimmkräftig mitsang.

Frauenüberschuss wurde hörbar

Mit der Erklärung, was Euphorie bedeutet, rannte David Rauterberg bei den Wallenhorstern ebenso offene Türen ein wie mit dem Hinweis, dass „Körperkontakt ausdrücklich erlaubt“ sei. Denn spätestens zu „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ griffen sich die Sangesfreunde ohne Hemmungen gegenseitig zum Schunkeln unter die Arme. Bei den von Herren und Damen abwechselnd gesungenen Duetten „Im Wagen vor mir“ oder „Hit The Road Jack“ wurde der leichte Frauenüberschuss nicht nur sicht-, sondern auch hörbar. Dass sich „erst die Frauen über 40“ zum Rudelsingen trauen, die dann irgendwann ihre Männer und Kinder mitbringen, sei aber üblich, berichtete Rauterberg aus seinen Erfahrungen.

Erinnerungen schaffen

„Erinnerungen hervorholen und gleichzeitig welche schaffen“, lautet seine Devise. Das gelang unter anderem mit einem Medley aus bekannten Erkennungsmelodien von Kinderfernsehserien. Zudem sollte „keiner nach Hause gehen, ohne dass für ihn etwas dabei gewesen ist“. Deshalb bestand das Wallenhorster Premierenprogramm aus einem „Best of von Klassik bis Heavy Metal“ – wobei Abba und die Beatles niemals fehlen und letzteres in Form von „Highway to Hell“ kredenzt wurde, allerdings in Herbert Knebels eingedeutschter Version „Auf´m Heimwech zu schnell“. Was sich hoffentlich niemand zu Herzen genommen hat, auch wenn der gelungene Abend noch so beschwingt war. (Weiterlesen: Weiterere Berichte aus Wallenhorst in Ihrem Ortsportal )


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