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Ausstellung des Heimatkünstlers Franz Hecker im Hollager Hof Wallenhorst in Öl

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Mit viel Wissen und Leidenschaft führte Peter Rehme durch die Hecker-Ausstellung. Foto: Joachim DierksMit viel Wissen und Leidenschaft führte Peter Rehme durch die Hecker-Ausstellung. Foto: Joachim Dierks

Wallenhorst. Der „Gottesdienst in der alten Kirche zu Wallenhorst“ ist das Hecker-Gemälde mit dem wohl größten Lokalbezug zu Wallenhorst. Das Original brachte Sammler Peter Rehme zwar nicht mit ins Hollager Heimathaus, wohl aber Einzelstudien andächtiger Bauersleute, die Franz Hecker später als Ausschnitte aus dem großen Gemälde (139 x 190 Zentimeter) nachmalte.

Beim Rundgang zur Ausstellungseröffnung tauchte natürlich die Frage auf, ob man die dargestellten Personen als reale Wallenhorster Bürger identifizieren könne. Darauf wussten der Heimathausvereins-Vorsitzende Josef Pott und sein ebenfalls anwesender Bruder Hugo Pott, der frühere Wallenhorster Gemeindedirektor, eine kompetente Antwort: ihr Urgroßvater saß damals Modell. Und auch Rehme konnte Auskunft geben: „Hier vorne links, das ist die alte Meyer vom Gut Sandfort, die hat Hecker häufiger porträtiert.“

45 Hecker-Werke hat Rehme aus seinem Privatbesitz für die Hollager Ausstellung ausgewählt. Es sind Radierungen, Lithografien, Aquarelle und Ölgemälde aus der frühen Schaffensphase des 1870 in Bersenbrück geborenen Künstlers, der 1944 bei einem Bombenangriff am Schölerberg in Osnabrück ums Leben kam. Bekannte Werke wie die „Veteranen“ oder der „Frühling in Hagen T.W.“ sind ebenso darunter wie Raritäten, etwa die Gouache „Aufbruch zur Jagd“ oder vier Kohle-Porträts aus der Zeit des Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf. „Kohlezeichnungen waren eigentlich gar nicht Heckers Ding, aber er musste es im Rahmen der Ausbildung machen. Und schauen Sie mal, wie ihm das gelungen ist“, schwärmte Rehme.

Es sind die vielen Anekdoten und persönlichen Bezüge zu den Bildern, die den Streifzug durch Heckers Werk so fesselnd machen. Da betet nicht einer angelesenes Wissen herunter – mit einfachen Worten schildert der Forstwirt, wie er vor 20 Jahren als Spätberufener zum Hecker-Fan wurde. Die Initialzündung war ein Erbfall. Er wurde Besitzer von Heckers Porträt seines Urgroßonkels Pastor David Rehme. Von da an sammelte er alles über Hecker, dessen er habhaft werden konnte. Das Wohnhaus des anerkannten Hecker-Fachmanns in Borgloh-Uphöfen birgt auf 500 Quadratmetern 300 Hecker-Werke und Schränke voller Archivalien. Die musikalische Begleitung der Ausstellungseröffnung übernahm Henrieke Landwehr am Klavier. Sie hatte leicht melancholische Klänge aus der Filmmusik zur „Fabelhaften Welt der Amelié“ ausgewählt, die sich gut mit Heckers Darstellungen des dörflichen Lebensund der Schwere der niederdeutschen Landschaft verbanden.

Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Oktober jeden Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr im Heimathaus Hollager Hof, Uhlandstr. 20, zu sehen.


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