Empfang zum Dreikönigstag Ruller Sternsinger freuen sich auf Kanzlerin Merkel

Sie machen sich aus Rulle auf den Weg zu Merkel nach Berlin: (von links) Paul Kunert, Henning Monska, Greta Kruse und Lotta Surmann. Foto: Gert WestdörpSie machen sich aus Rulle auf den Weg zu Merkel nach Berlin: (von links) Paul Kunert, Henning Monska, Greta Kruse und Lotta Surmann. Foto: Gert Westdörp

Wallenhorst. Irgendwie müssen sie ihre goldenen Kronen unbeschadet nach Berlin bugsieren. Schließlich werden vier Sternsinger aus Wallenhorst-Rulle die Kanzlerin treffen, da wäre ein Knick im Zacken ärgerlich. Die vier Jugendlichen vertreten am 5. Januar 2016 das Bistum Osnabrück beim traditionellen Sternsinger-Empfang der Kanzlerin.

Die Gewänder haben sie aus dem Fundus Johanneskirchengemeinde bereits ausgewählt, jetzt muss nur noch der große Stern überlackiert werden, dann kann es losgehen. Ach, und drei Lieder müssen sie noch auswendig lernen, erzählen Henning Monska (14), Greta Kruse (15), Paul Kunert (13) und Lotta Surmann (16). Ob sie mit Angela Merkel ein paar Worte wechseln werden, wissen sie nicht – doch die Vorfreude auf die Fahrt nach Berlin ist auch so groß. (Weiterlesen: Bundeskanzlerin empfängt vier Sternsinger aus Rieste)

Unerwartet

Gerechnet habe keiner damit, dass ausgerechnet die Ruller nach Berlin fahren dürfen, sagt Inka Lohmeier, die die vier Jugendlichen begleiten wird. Bis vor wenigen Jahren ist die 20-Jährige selbst noch im Gewand von Haustür zu Haustür durch Rulle gezogen, um den Segen zu überbringen und Spenden zu sammeln. Hennings Mutter Birgit Monska habe sie und die anderen Katecheten gefragt, ob sie in diesem Jahr nicht am Sternsinger-Wettbewerb der Aktion Dreikönigssingen des Bistums teilnehmen wollten. Ja, klar, sagten die – und dann kam Post aus Osnabrück: Sie hatten gewonnen. „Die Freude war riesengroß“, sagt Inka Lohmeier. (Weiterlesen: 340 Sternsinger in Wallenhorst unterwegs)

27 Bistümer schicken Abgesandte

Jeweils vier Sternsinger aus allen 27 deutschen Bistümern repräsentieren beim Empfang in Berlin die 500000 Mädchen und Jungen, die sich am bundesweiten Dreikönigssingen am 6. Januar beteiligen. Mit den Erlösen aus der Aktion werden Projekte für Not leidende Kinder in Asien, Ozeanien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa unterstützt. In diesem Jahr sammelten die Sternsinger laut Bistum Osnabrück rund 45,5 Millionen Euro. Im Bistum selbst kam rund eine Million Euro zusammen. Mit den Mitteln werden weltweit Projekte in den Bereichen Pastoral, Bildung, Gesundheit, Ernährung, soziale Integration und Rehabilitation sowie Nothilfe gefördert. Die Aktion steht jedes Jahr im Zeichen eines anderen Landes, 2016 ist es Bolivien.

Erfahrene Sternsinger

Alle vier Sternsinger aus Rulle sind schon seit Jahren rund um den Dreikönigstag im Ort unterwegs, 2016 werden sie am 10. Januar ausschwärmen. „Es ist immer wieder schön“, sagt Lotta Surmann. „Die Menschen freuen sich immer über uns und wir singen ... wobei wir manchmal ziemlich schief singen.“ Die anderen lachen. „Durch das Sternsingen spenden die meisten Menschen“, beschreibt Henning Monska seine Motivation. Und nun Berlin? Ein wenig aufgeregt seien sie schon. „Man kennt Angela Merkel ja auch nur aus dem Fernsehen“, sagt Greta Kruse. Nicht nur auf den Empfang und auf Berlin freuen sie sich. „Wir werden auch die Sternsinger aus den anderen Städten kennenlernen, das wird schon etwas Besonderes“, sagt Paul Kunert.

„Alles gut durchorganisiert“

„Ich bin schon sehr aufgeregt, aber es ist alles richtig gut durchorganisiert“, sagt Inka Lohmeier. Am 4. Januar werden die Ruller mit dem Zug nach Berlin fahren, am 5. Januar werden sie dann nach dem Gottesdienst in Bussen der Bundespolizei ins Kanzleramt zu Merkel gefahren. „Das ist schon etwas anderes als ein normaler Hausbesuch“, sagt Lotta Surmann.


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