Martin Czech und Otto Groote Folkkonzert im Ruller Haus begeistert Publikum

Von Christina Halbach


Wallenhorst. Beim zweiten Folkkonzert im Ruller Haus in dieser Spielzeit erlebten die Zuschauer einen stimmungsvollen Abend und eine Premiere zugleich:  Der Sänger und Gitarrist Martin Czech der Osnabrücker Folkband An Rinn und der ostfriesische Sänger Otto Groote standen erstmals ohne ihre Hausbands als Duo auf der Bühne. Für den Konzertabend hatten die langjährigen Freunde eine Auswahl ihrer gemeinsamen „Lieblingslieder“ zusammengestellt.

Ausverkauft

Eine musikalische Kombination, die an die 70 Gäste in das Kulturhaus lockte und Veranstalter Sven Göttsche vor ein echtes „Luxusproblem“ stellte: Kurz vor Beginn musste mit zusätzlichen Stühlen eine neue erste Reihe eröffnet werden, um allen Zuhörern im Kapellenraum Platz zu bieten. „Jetzt sitzen sie fast bei den Musikern auf der Bühne“, freute sich Göttsche über das ausverkaufte Konzert in Wohnzimmeratmosphäre.

Seit zehn Jahren kennen sich die Musiker und haben bereits einige musikalische und menschliche Mittagspausen miteinander verbracht: „Dann spielen wir uns gegenseitig Songs vor und sind unsere ersten Kritiker“, verriet Groote, der sich schon seit vielen Jahren als Sänger von deutschen und englischen Folkssongs sowie als deren Übersetzer in die niederdeutsche Sprache einen Namen gemacht hat und seit 2007 mit dem Otto Groote-Ensemble auftritt.

Persönliche Lieblingslieder

Für das Konzert im Ruller Haus haben sie nun aus eigenen Kompositionen und englischen Folksongs aus den Federn von Ian McIntosh oder Dougy Mc Lean ihre persönlichen Lieblingslieder ausgewählt.

Das Auftaktlied „Nordlandlicht“ ließ dann schnell den Funken auf die Zuhörer überspringen. Mit verträumten Augen lauschten sie der Sehnsucht einer englischen Offiziersehefrau im fernen Indien nach dem Wind ihrer Heimat. Groote sang es in der von ihm ins Niederdeutsche übersetzten und vertonten Fassung, Czech stieg in englischer Sprache in den Song ein. Dabei ergänzten sich die verschiedenen Sprachen und Stimmlagen der Männer – das sanfte Timbre Grootes und das kräftige von Czech – auf hervorragende Weise: „Melodie und Rhythmus sind gut aufeinander abgestimmt“, befand Annelie Michels aus dem Publikum, das mit jedem der insgesamt 18 Songs einen tieferen Einblick in die musikalische Kreativität der Musiker gewann.

So hatte Otto Groote ein Lied über Hamburg auf seinen Wohnort Bremen umgeschrieben: „Die Weser trägt ihr Gazekleid mit Kringeln aus Benzin, so gleitet sie am Ufer lang, sie macht auf maritim“, singt er sehnsuchtsvoll in „Ich wünsch´ du wärst hier“. Um die Entdeckung einer neuen Heimat dreht sich hingegen das Auswandererlied „Isle of hope“, in dem Martin Czech die Ankunft der irischen Bürger auf Ellis Island besang.

Drei Zugaben

Nach dem Willen des Publikums hätte es noch lange weitergehen können. „Wir haben Zeit“, hieß es, als Otto Groote das Ende des Konzerts einläuten wollte. Lange bitten ließ er sich jedoch nicht: „Spielen wir noch einen“, rief er. „Oder zwei“, kam da postwendend zurück. Nun, am Ende wurden es drei Zugaben: Mit Si Kahns „Sailing to Alasca“ fand der Abend einen kraftvollen, musikalischen Abschluss.