Nach intensiver Sanierung Schießstand im Wallenhorster Gewerbegebiet in Betrieb

Alles neu, alles hoch professionell: Hans-Günter und Melanie Winkeler haben den Schießstand im Wallenhorster Gewerbegebiet auf Vordermann gebracht. Foto: Hendrik SteinkuhlAlles neu, alles hoch professionell: Hans-Günter und Melanie Winkeler haben den Schießstand im Wallenhorster Gewerbegebiet auf Vordermann gebracht. Foto: Hendrik Steinkuhl

Wallenhorst.  Nach intensiven Sanierungen ist der Schießstand in der Wallenhorster Zeppelinstraße nun wieder neu eröffnet – und das mit einem neuen Besitzer-Paar. Melanie Winkeler und ihr Mann Hans-Günther, der jahrzehntelang selbst Besucher des Schießstandes war, haben sich mit der Anlage selbstständig gemacht und haben dabei keinen Aufwand gescheut.

Was bringt jemanden jenseits der 40 dazu, einen unkündbaren, gut bezahlten Job zu schmeißen und sich mit einem Schießstand selbstständig zu machen? Am Ende war es vielleicht die Aussage eines Vertreters einer renommierten Bank, bei der Melanie und Hans-Günther Winkeler ihren Business-Plan vorstellten. „Der sagte: Wenn wir es nicht tun, würde er es machen.“

Für und Wider gegeneinander abgewogen

Ein Jahr lang hat das Ehepaar Winkeler das Für und Wider gegeneinander abgewogen - um dann im Frühjahr 2015 zu beschließen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Im Fall der Winkelers, die mit drei Kindern in einem Haus in Nahne leben, bedeutete die Selbstständigkeit zunächst den Kauf eines 6500 Quadratmeter großen Areals im Wallenhorster Gewerbegebiet. 

Explosionsunglück 1995

Auf dieser Fläche steht die Schießanlage: 1984 gebaut, 1995 bundesweit in den Schlagzeilen, weil bei einer Explosion vier Menschen ums Leben kamen. Der Grund für das Unglück war ein Kiesbett auf dem Schießstand, das sich als Tod bringender Staubfänger erwies - eine Gefahr, die in der Fachwelt auch zum damaligen Zeitpunkt schon lange bekannt gewesen war. „Wir haben den Schießstand jetzt komplett umgebaut und sind bei den Sicherheitsvorkehrungen wirklich auf dem allerneuesten Stand der Technik“, sagt Hans-Günther Winkeler. 

Zwei Jahre geschlossen

In den vergangenen zwei Jahren war der Schießstand stillgelegt, Ende Oktober haben ihn die Winkelers wieder neu eröffnet. Und sich dafür aus ihrem alten Berufsleben verabschiedet. Hans-Günther Winkeler ist einer der technischen Vorstände der Städtischen Bühnen Osnabrück. „Ich bin schon so lange da, ich gehöre schon zum Inventar.“ Der Job mache ihm zwar immer noch Spaß – aber noch mal etwas Neues anzufangen und selbstständig zu arbeiten, das haben ihn gereizt.

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Da traf es sich gut, dass seine Frau Melanie gerade frei wurde. Sie hatte bislang für ihren Vater gearbeitet, der in der Kunststoffbranche selbstständig tätig war. „Er ist nun in Rente gegangen, ich hätte mir also sowieso etwas Neues suchen müssen, deshalb passte das sehr gut.“ Die Leidenschaft ihres Mannes für den Schießsport habe sie übrigens nicht immer mitgetragen. Ihr Mann ist Sportschütze, Waffensammler und Jäger, und so richtig viel konnte Melanie Winkeler mit diesen Hobbys lange Zeit nicht anfangen. Das hat sich mittlerweile geändert. „Ich war immerhin schon als Treiber bei der Jagd dabei“, sagt sie. In der sanierten Schießanlage kümmert sie sich nun vor allem um die Gastronomie. Neben einer großen Getränke- gibt es auch eine kleine Speisekarte, die Melanie Winkeler kreativ gestaltet hat. „Meine Frau ist auf die Idee gekommen, den verschiedenen Gerichten Namen zu geben, die zum Schießsport passen“, sagt Hans-Günther Winkeler. „Der Stramme Max zum Beispiel heißt wegen der beiden Spiegeleier bei uns Doppelbüchse.“ 

Acht Schießbahnen

Auf ihre Kosten kommen auf dem „Schießstand Winkeler Wallenhorst“ aber natürlich zunächst einmal die Schützen in der Ausübung ihres Sports - oder ihrer Profession. Insgesamt gibt es acht Schießbahnen, von denen drei 100 Meter lang sind, allerdings auch für die Zwischendistanzen 50 Meter und 25 Meter genutzt werden können. Die fünf 25-Meter-Bahnen sind als sogenannte Mehrdistanzbahnen zwischen fünf Metern und 25 Metern ausgelegt. 

Schießkino

In Ergänzung zu den normalen Scheiben ist hier außerdem ein Schießkino eingebaut worden. Heißt: Jäger können mit der scharfen Waffe oder einer Art Laser beispielsweise den Schuss auf Wild trainieren. Dasselbe gilt auch für die normalen Gäste, nach einer Einweisung können sie ebenfalls auf dem Schießstand echte Waffen nutzen. „Im Umkreis von 200 Kilometern gibt es meiner Kenntnis nach nur vier Schießkinos – unseres ist eines davon“, sagt Hans-Günther Winkeler. Im hinteren Teil der Anlage befindet sich schließlich noch ein Waffengeschäft, hier können Schusswaffen und Munition erworben werden. Bis jetzt, so Hans-Günther und Winkeler, sei der runderneuerte Schießstand hervorragend angenommen worden. „Wir hoffen, dass das so weitergeht!“

Weiterlesen: Weitere Berichte aus Wallenhorst finden Sie im Ortsportal auf www.noz.de/wallenhorst


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