Kunstprojekt in Wallenhorst Winterliche Filmfenster im Ruller Haus eröffnet


Wallenhorst. „Projektor an, Film ab“ hieß es jetzt im Ruller Haus. Damit fiel der Startschuss für die „Winterlichen Filmfenster“, in denen ab sofort filmische Bildergeschichten mit dem Ort Rulle in der Hauptrolle gezeigt werden. Hinter dem Projekt steht die Künstlerin Nicola Dicke.

Im Kapellenraum surrten zwischen Wand und Decke geklemmte Projektoren, die Fenster waren mit einer milchigen Masse bestrichen und schemenhafte Reflexe von Licht und Schatten geisterten durch den Raum. „Die Filme kann man besser von außen sehen“, betonte Koordinatorin Elisabeth Lumme, die deswegen die Premierengäste erstmal wieder vor die Tür bat.

Vorhang auf für Kunstprojekt

An der Marienstraße hob sich dann der Vorhang für das aktuelle Kunstprojekt : Wie von Zauberhand öffneten sich in allen drei Fenstern schwarz-weiße Rollläden und gaben den Blick auf eine Waldlandschaft frei. Ebenfalls in monochromer Farbgebung sind Bäume mit gespenstisch anmutender, weißer Maserung zu sehen. Ein Männchen mit Axt erscheint und bringt die Bäume fensterübergreifend zu Fall.

Geschichte Rulles erzählt

Auf einer Wiese rollen die aufgestapelten Stämme immer wieder den Hang hinunter. Erzählt wird in diesem zweiminütigen Film die Legende von der Entstehung des Ruller Klosters. Die mehr als 700 Jahre alte Sage ist eine der Geschichten, die Nicola Dicke über den Ort Rulle gefunden oder sich von deren Bewohnern erzählen ließ, um sie in dann in ihrer Werkstatt und am Computer in filmische Bildergeschichten umzusetzen.

Von Kindern gelernt

Seit zwölf Jahren arbeitet die Lichtzeichnerin mit diesem Verfahren , das aus etwas Kleinem etwas Großes werden lässt: Ausgestattet mit ihrem fahrenden Atelier, dem „Graffiti-Mobil“, projiziert Dicke Bilder auf Fassaden, die sie zuvor auf getönte Glasscheiben gekratzt hat. Kinder eines Freundes hätten sie seinerzeit auf diese Technik aufmerksam gemacht: „Die haben im Kindergarten Bilder auf Diaplättchen gekratzt und seitdem mache ich das“, erzählte sie lachend.

In Endlosschleife

Für die „Winterlichen Filmfenster“ hat sie erstmals größere Glasscheiben verwendet, die sie dann gescannt und am Computer zu Filmen zusammengebaut hat. „Drei Fenster zu bestücken, war schon eine Ansage“, stellte Dicke fest, die die Zeichnungen so aneinander bauen musste, dass zusammenhängende Bilder über alle Fenster entstehen. Diese sind von innen durch Buttermilch zu einer idealen Reflektionsfläche für die zwei Projektoren geworden, die ab sofort nach Einbruch der Dunkelheit in einer Endlosschleife noch zwei weitere Filme wiedergeben.

Futuristische Komponente

So wird neben einem ortsbekannten, lustigen Autounfall ohne Personenschaden noch eine Geschichte des Duos CALMA über die Fenster flimmern. Die beiden jungen Künstlerinnen Caro und Alma aus Osnabrück, die die Vernissage auch musikalisch begleiteten, sorgen mit ihrer Erzählung von der Landung eines Ufos an den Helmichsteinen für die futuristische Komponente.

Weitere Filme bis Januar

„Spannend“, meinte Susanne Bruelheide im Anschluss an die gelungene Präsentation. Das sei wirklich mal etwas ganz anderes. Bei den drei Filmen soll es nicht bleiben: Nicola Dicke hat noch mehr Geschichten in Petto, die sie sukzessive bis Mitte Januar umsetzen will.


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