Herbstlesetage Wallenhorster Kinder schöpfen im Ruller Haus Papier

Schöpferisch-tropfende Angelegenheit: Bei den Herbstlestagen im Ruller Haus konnten Grundschüler in den Ferien auch selber Papier schöpfen. Foto: Stefan BuchholzSchöpferisch-tropfende Angelegenheit: Bei den Herbstlestagen im Ruller Haus konnten Grundschüler in den Ferien auch selber Papier schöpfen. Foto: Stefan Buchholz

Wallenhorst. Um Geschöpfe und Geschöpftes ging es bei den Herbstlesetagen im Ruller Haus. Zum achten Mal lernten Grundschüler in den Ferien, dass Bücher weitaus mehr bieten als nur Buchstaben.

Tiara hat den Bogen schon raus. Routiniert tunkt sie den Schöpfrahmen in die milchige Faserbreisuppe. Nach dem Herausnehmen lässt die Siebenjährige den Rahmen auf zwei Holzstäben abtropfen. Dann legt sie ein Gautschtuch über den Rahmen und streicht mit einem Roller darüber. Das bewirkt, dass sich der Faserbrei verdichtet und am Tuch hängenbleibt. Das so gewonnene Papier muss nun trocknen. „Was ich danach mache, weiß ich noch nicht“, sagt Tiara.

Leseförderung und Literaturerziehung

Gleich mehrere Ideen, was aus dem selbstgeschöpften Papier gemacht werden kann, hat dafür Stephanie Scholze . „Man kann natürlich drauf schreiben und malen“, sagt die Referentin für Leseförderung und Literaturerziehung zu Tiara. „Du kannst es aber auch verschenken.“

Lust am Lesen wecken

An den drei Herbstlesetagen im Ruller Haus soll es um mehr gehen, als der Name vermuten lässt. „Wenn Eltern mich anrufen und sagen, mein Kind soll lesen lernen, dann antworte ich immer: Ich kann höchstens die Lust am Lesen wecken“, nennt Scholze das Ziel der dreitägigen Veranstaltung.

Bilderbuchgeschichte

In ihr ging es diesmal um das Thema „Geschöpfe der Nacht“. Dabei stehen im Zentrum Gespenster. Vorgelesen wird am Anfang eine Bilderbuchgeschichte. Die Erst- und Zweitklässler hören dann die Gruselgeschichte „Die Hexenkralle“. Daran anknüpfend wurde – auch aus selbstgeschöpftem Papier – ein Gespenst gebastelt. „Es geht darum, Papier nicht nur als Buchseite, sondern auch als Wertstoff zu verstehen“, erklärte Scholze.

Preußlers Biografie

Mit den Kindern der dritten und vierten Klassen gingen Scholze und ihre Unterstützerinnen anders an die Literatur heran. Vorgestellt wurden beispielsweise Ottfried Preußler in seiner Biografie und seinem Werk. Am dritten und letzten Tag schaute man zunächst mit allen den Film „Das kleine Gespenst“. Anschließend zeigten die Kinder der Eltern ihre Ergebnisse.


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