Scheitern des Jugendparlaments Wallenhorst will Jugend wieder an Politik heranführen

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Stimmenauszählung bei der Wahl des ersten Wallenhorster Jugendparlaments 2013. Doch in diesem Jahr gab es nicht genügend Bewerber. Foto: Archiv/Thomas OsterfeldStimmenauszählung bei der Wahl des ersten Wallenhorster Jugendparlaments 2013. Doch in diesem Jahr gab es nicht genügend Bewerber. Foto: Archiv/Thomas Osterfeld

Wallenhorst. Im Sommer war klar: Das war’s. Das Jugendparlament in Wallenhorst wird nach nur zwei Jahren wieder abgeschafft. Lediglich sieben Jugendliche hatten sich für die nächste Wahl auf die neun Sitze beworben. Die Idee einer Jugendbeteiligung aufgeben will die Gemeinde aber nicht.

Dem Rathausteam schwebt die Einrichtung einer sogenannten Zukunftswerkstatt vor, in der sich die jungen Erwachsenen an beispielsweise einem Projekt pro Jahr beteiligen können. Die Federführung soll die Gemeindejugendpflege übernehmen, außerdem wird die Beauftragung eines externen Moderators in Erwägung gezogen.

„Schüler in die Politik“

Alles schön und gut, meinten die Vertreter der CDU-Fraktion im jüngsten Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Soziales – allerdings hatten die Christdemokraten im Sommer noch eine andere Idee geäußert. Auch bei einem Projekt namens „Schüler in die Politik“ gäbe es die Möglichkeit, die Jugendlichen an die Kommunalpolitik heranzuführen. In Osnabrück gibt es beispielsweise seit 2001 schon das Projekt „Kids – Kommunalpolitik in die Schulen“ . 50 Schüler werden jedes Jahr auf die Ratsfraktionen verteilt und dürfen den Kommunalpolitikern für ein paar Wochen über die Schultern schauen. Es wäre sinnvoll, die Idee „Schüler in die Politik“ zusammen mit dem Vorschlag der Zukunftswerkstatt zu diskutieren, schlug Stefan Düing (CDU) vor. „Wir sehen das genauso“, sagte Ludger Meyer (Wählergemeinschaft, WWG) für die Mehrheitskooperation aus SPD, Grünen und WWG. „Wir werden den Antrag absolut unterstützen.“ In der kommenden Schulausschuss-Sitzung im Dezember wird das Thema also noch einmal angepackt.

Warum ist das Jugendparlament gescheitert?

Bliebe die Frage, warum das Jugendparlament gescheitert ist – und die dürfe man nicht einfach so abtun, betonte Düing. Die Gemeinde hatte für die Neuwahlen alle Wallenhorster Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren persönlich angeschrieben und zur Kandidatur für das Jugendparlament ermuntert. Und bevor es 2013 ins Leben gerufen wurde, hatte es mehrere Infotreffen zur Suche nach der passenden Beteiligungsform für Jugendliche gegeben. Trotzdem meldeten sich dieses Mal nur sieben Kandidaten. Das Problem aus Sicht der Verwaltung: „Viele Jugendliche und junge Erwachsene sind durch Schule, Studium oder Berufsausbildung stark beansprucht und sind dann nicht mehr bereit, sich zusätzlich noch verpflichtend zu engagieren.“ Eine Zukunftswerkstatt, die einmal pro Jahr an einem Tag oder Wochenende stattfinden könnte, wäre weniger verbindlich, heißt es weiter in der Beschlussvorlage. „Jeder kann sich spontan beteiligen und es besteht keine weitere Verpflichtung zur Mitarbeit.“


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