Singen, lauschen, basteln Die Lesewerkstatt für Erstklässler startet im Ruller Haus


Wallenhorst . Für 20 Erstklässler war es ein spannender Nachmittag: Sie durften zum ersten Mal an der Lesewerkstatt von Stephanie Scholze teilnehmen. Unter ihrem Künstlernamen „LiesA“ bietet die Referentin für Leseförderung und Literaturerziehung seit neun Jahren im Ruller Haus Lesewerkstätten für Kinder aller Grundschulklassen an.

Wer an diesem Nachmittag ins Ruller Haus kam, sah es schon im Eingangsbereich: 20 Paare Kinderschuhe am Fußende der Treppe ins Obergeschoss waren ein untrügliches Zeichen dafür, dass im oberen Stockwerk etwas los war. Dort durften zwanzig Erstklässler erstmals an der Lesewerkstatt von „LiesA“ alias Stephanie Scholze teilnehmen. Es hätten gerne noch mehr Kinder mitgemacht, doch dafür reichen die Kapazitäten nicht.

Viele der Teilnehmer der Lesewerkstatt kannten Scholze schon vom Bilderbuch-Kino im Ruller Haus, das sich an jüngere Kinder richtet. „Heute ist alles etwas anders“, erklärte Scholz, die zunächst mit den Kindern das Lied „Die Büchermaus“ von Rolf Zuckowski sang, bevor sie die erste Geschichte vorlas. Die Erstklässler saßen gemütlich auf einem Teppich im Kreis und lauschten, wie Scholz die Geschichte von „Sally und der Napfschnecke“ vortrug. Chayenne (13) half ihr und zeigte parallel Bilder zur Geschichte. „Die Geschichte hat wenig Sätze und viele Bilder. Das fasziniert die Kinder“, wusste Scholz, die jeweils zu Beginn der Lesenachmittage eine länger Geschichte vorliest und zum Schluss eine kürzere.

Und darum ging es in „Sally und der Napfschnecke“: Nach dem Sally eine gefundene Napfschnecke auch im Krankenhaus nicht mehr vom Finger abbekommt, läuft sie zurück zum Meer. Dort löst sich die Schnecke von selbst vom Finger. Und alles ist wieder gut. Als die Geschichte zu Ende war, konnten die Ruller Kinder sogar noch ein echtes Schneckenhaus einer Napfschneke begutachten. „Da ist keine drin“, stellte Felix (6) prompt fest, und ein anderes Kind fand: „Die hat einen Panzer, wie eine Muschel.“

Zum festen Ablauf der Lesewerkstatt gehört es normalerweise, das die Kinder nach der ersten Geschichte etwas basteln. Bei der allerersten Lesewerkstatt für die Erstklässler schob Scholz allerdings noch einen Rundgang durchs Ruller Haus ein, damit die Kinder sich dort auskennen und wohl fühlen können.

Zurück im Dachgeschoss durften die Kinder sich Namensschilder mit Motiven von Meerestieren und Meerjungfrauen basteln. „Ich liebe Pinguine“, verkündete Felix und griff zur entsprechenden Vorlage. Auch Paul (6) findet „Pinguine schön“ und malte einen aus. Angelina (6) und Lia (6) hingegen sind Fans von „Ariel die Meerjungfrau“, während Jonathan (6) erklärte: „Ich finde Haie toll.“

Zum Schluss als alle Kinder mit Basteln fertig waren, las Scholz noch eine Geschichte von „Käpten Knitterbart und seine Bande“, einer Kinderbuchreihe von Cornelia Funke vor. Dann war die erste Lesewerkstatt der Erstklässler auch schon wieder vorbei.


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