Interview mit Lammerskitten Wallenhorster DRK sucht neue Unterkunft

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Wallenhorst. Das Wallenhorster DRK braucht einen neuen Stellplatz für seine Einsatzwagen. Das sagte der Vorsitzende Clemens Lammerskitten im Interview. Die Suche nach einem Standort dauert schon seit Jahren und wurde mehrmals heftig im Rat diskutiert. Seit 2011 ist Wallenhorsts CDU-Chef Lammerskitten auch Vorsitzender der Rotkreuzler.

Herr Lammerskitten, die Einsatzwagen des DRK waren zuletzt in einer beheizten Halle an der Hansastraße untergebracht. Warum müssen Sie da raus?

Der Eigentümer hat uns zum 31. Dezember 2015 gekündigt, weil der neue Mieter einen größeren Flächenbedarf hat. Schade, denn für unsere ehrenamtliche Arbeit waren die Räumlichkeiten optimal.

Und jetzt?

Die Suche nach einer anderen Räumlichkeit hätte jetzt sowieso angestanden, weil wir im Vorstand gerade diskutieren, einen neuen Rettungswagen anzuschaffen. Der alte ist am Ende seiner Lebenszeit, die Wartungskosten werden zu hoch. Moderne Rettungswagen sind aber höher.

Haben Sie schon was im Blick?

Wir glauben schon, dass es entsprechende Hallenkapazitäten in Wallenhorst gibt.

Sie suchen ja schon länger. 2011 waren sie in die ehemalige Gärtnerei Hawighorst eingezogen und mussten kurz darauf wieder raus. Das Gebäude ist mittlerweile abgerissen, Sie suchen ja schon länger. 2011 waren sie in die ehemalige Gärtnerei Hawighorst eingezogen und mussten kurz darauf wieder raus. Das Gebäude ist mittlerweile abgerissen, ein Investor baut dort teils barrierefreie Wohnungen .amp;0Sie suchen ja schon länger. 2011 waren sie in die ehemalige Gärtnerei Hawighorst eingezogen und mussten kurz darauf wieder raus. Das Gebäude ist mittlerweile abgerissen, ein Investor baut dort teils barrierefreie Wohnungen .amp;0Sie suchen ja schon länger. 2011 waren sie in die ehemalige Gärtnerei Hawighorst eingezogen und mussten kurz darauf wieder raus. Das Gebäude ist mittlerweile abgerissen, ein Investor baut dort teils barrierefreie Wohnungen .amp;591824">ein Investor baut dort teils barrierefreie Wohnungen .

Das wäre ein idealer Standort gewesen. Wir hatten da ja vor, einen Treffpunkt einzurichten für Menschen, die einsam sind, sowie Räumlichkeiten für ein „Soziales Kaufhaus“ und Fortbildungsangebote zu schaffen. Das Konzept war damals richtungsweisend, aber nicht realisierbar, weil die Finanzierung nicht rechtzeitig zustande gekommen war.

Sie waren damals aber schon eingezogen, obwohl der Gemeinderat noch keine Zusage für einen Zuschuss gegeben hatte...

Genau. Da waren wir auch Mieter, hatten aber das Ziel, das Ganze zu kaufen.

Schwebt Ihnen nochmal so ein Konzept vor?

Wir werden uns als DRK erstmal nicht mehr in diesem Feld tummeln. Wir konzentrieren uns auf den Blutspendedienst, den Sanitätsdienst, das Jugendrotkreuz und die Sanitäter vor Ort sowie den Katastrophenschutz.

Der letzte Vorstoß in Sachen DRK-Heim kam von dem ehemaligen Ratsherrn Hans Stallkamp (CDU) parallel zu seinem Abschied aus dem Rat. Er wollte, dass auf einer Fläche am Portakreisel ein neuer DRK-Stützpunkt gebaut wird, der Rat war aber dagegen, den Bebauungsplan entsprechend zu ändern. Was sagen Sie als DRK-Vorsitzender dazu?

Für uns als DRK war das kein Thema, weil uns niemand ein konkretes, realistisches Angebot gemacht hat. Sonst hätten wir darüber nachgedacht. So aber wäre das für uns verlorene Zeit gewesen. Denn die Mehrheit im Rat war der Meinung, dass da eine Grünanlage entstehen soll, verbunden mit hohem finanziellen Aufwand.

Die Standortsuche war immer sehr politisiert. Das fing an mit dem Kampf ums Feuerwehrhaus, ging weiter mit der Frage eines Zuschusses für den Standort Gärtnerei und endete jetzt mit dem Portakreisel. Haben Sie nicht die Befürchtung, dass das wieder so kommen könnte?

Bei den bisherigen Bemühungen hatten wir die Ziele, auch neue soziale Dienste hier in Wallenhorst zu etablieren. Wir waren über Jahre bereit, da Verantwortung zu übernehmen. Aber nach den Erlebnissen der letzten Jahre werden wir uns auf die bestehenden Dienste konzentrieren.

Wollen Sie noch länger Vorsitzender bleiben?

Ich weiß auf Anhieb gar nicht, wann die nächste Wahl ansteht.

Wie viele Mitglieder hat der Verein in Wallenhorst?

Konstant mehr als 700 Mitglieder, davon etwa 50 Aktive in den verschiedenen Diensten.

Gibt es noch etwas, das Ihnen als DRK-Vorsitzender besonders wichtig ist?

Wir sind insgesamt immer wieder dankbar für Unterstützung durch Ehrenamtliche und Unternehmer. . Besonderen Wert legen wir darauf, dass unser Dienst „Sanitäter vor Ort“ ein Dienst ist, für den wir keine Vergütung bekommen – weder für die Materialien, die wir einsetzen, noch für die Arbeit. Unsere Ehrenamtlichen machen vielmehr stundenlang Bereitschaftsdienste bei Veranstaltungen, die vergütet werden. Davon finanzieren wir die Sanitäter vor Ort.

Was hat es mit dem Dienst genau auf sich?

Zeitgleich zum Rettungswagen wird automatisch auch der Sanitäter vor Ort alarmiert. In der Regel treffen wir sehr viel eher ein als der Rettungsdienst und unsere Sanitäter können oft schon lebensrettende Maßnahmen einleiten. Dafür haben wir einen ehemaligen Notarztwagen, der bei denjenigen geparkt wird, die den Notdienst machen. Parkt der Wagen beispielsweise in Rulle und es passiert etwas in Hollage, fährt aber der Kollege in Hollage mit seinem Privatwagen zum Einsatz – ohne Vergütung. Dieser Dienst ist deshalb notwendig, weil wir in Wallenhorst zwischen den Rettungsstandorten Osnabrück, Ostercappeln und Bramsche liegen.

Wagen Sie eine Prognose, wo das DRK in einem Jahr steht?

Unsere Dienste werden wir weiterhin zuverlässig durchführen. Außerdem werden wir eine neue Stelle in der Gemeinde finden, wo wir die Fahrzeuge unterstellen können sowie üben und planen werden.


Die Standortsuche des Wallenhorster Deutschen Roten Kreuzes (DRK) war vor einigen Jahren politisch sehr umstritten. 2010 wollte das DRK in das ehemalige Feuerwehrhaus am Bockholt in Wallenhorst ziehen, das die Gemeinde aber an die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück verkaufte. Insbesondere der damalige CDU-Ratsherr Hans Stallkamp protestierte gegen den Abriss des alten Gebäudes. DRK-Vorsitzender war zu dieser Zeit noch der damalige Bürgermeister Ulrich Belde (SPD), der sich heftige Kritik dafür einfing, dass er als Bürgermeister den Verkauf an die HHO vorangetrieben hatte. Als Vorsitzender des DRK folgte auf Belde Anfang 2011 der CDU-Fraktionschef Clemens Lammerskitten. Er wollte dann in der ehemaligen Gärtnerei Hawighorst am Anfang der Hollager Straße dann einen Pflegestützpunkt errichten – 2011 platzten auch diese Pläne, weil die Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und Wählergemeinschaft sich dagegen aussprach, dem DRK einen Zuschuss in Höhe von 200000 Euro zu geben. Das Trio berief sich auf die Förderrichtlinien der Gemeinde für Vereine und Verbände und hätte lediglich etwa 46000 Euro zugeschossen. Es folgten gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen Ratsmehrheit und CDU-Fraktion, wer für das Scheitern verantwortlich war. Das alte DRK-Heim an der Fiesteler Straße in Hollage war in der Zwischenzeit von den Maltesern bezogen worden und stand dem DRK nicht mehr zur Verfügung. Schließlich zogen die Rettungswagen in die beheizte Halle an der Hansastraße.

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