Das lokale Firmenporträt Hollager „Haus der Geschenke“ seit 30 Jahren präsent

Zwischen Spielzeug und Zeitschriften: Barbara und Reinhold Hinrichs in ihrem „Haus der Geschenke“. Foto: Christina HalbachZwischen Spielzeug und Zeitschriften: Barbara und Reinhold Hinrichs in ihrem „Haus der Geschenke“. Foto: Christina Halbach

Wallenhorst. Wer im „Haus der Geschenke“ in Hollage seine Zeitung kauft, kann gleich noch nach einem Spielzeug für die Kinder schauen. Seit über 30 Jahren deckt das Ehepaar Reinhold und Barbara Hinrichs den täglichen Bedarf rund um Zeitungen, Tabak und Co. und führt ein auf wenige, aber starke Marken konzentriertes Haushalts- und Spielwarenangebot.

Ein Kunde lässt Kopien machen, der nächste kauft seine Morgenzeitung und eine Dame will wegen des Poststreiks einen Brief mit Hermes verschicken. „Das geht leider nicht, die befördern nur Pakete“, erklärt Barbara Hinrichs lächelnd. „Eigentlich kommen jeden Morgen dieselben“, meint ihr Mann zum frühmorgendlichen Treiben, der mit den meisten Kunden „per du“ sei. Kein Wunder: Seit rund drei Jahrzehnten ist das Ehepaar Hinrichs mit dem „Haus der Geschenke“ in Hollage präsent. Exakt am 7. Februar 1984 eröffneten sie ihr Geschäft an der Hollager Straße. Ein Datumsanzeiger zeigt diesen Tag bis heute an und steht als Glücksbringer im Regal. „Wir wollten selbst etwas auf die Beine stellen“, erklärt Reinhold Hinrichs die Entscheidung für ein eigenes Geschäft, in dem sie vor allem Haushalts- und Spielwaren verkaufen wollten. Der Betriebswirt hatte zuvor die Verwaltungsabteilung einer großen Handelskette geleitet und konnte daher auf seinen Beziehungen zu verschiedenen Handelsfirmen aufbauen.

Von lego bis Puppenwagen

Mit einem breit aufgestellten Sortiment ging es gegenüber dem damaligen Schulzentrum los: „Wir hatten alles von Lego bis zum Puppenwagen“, erinnert sich Reinhold Hinrichs. Bei den Haushaltswaren hielt das Ehepaar das kleine Programm für den täglichen Bedarf vom Einkochring bis zur Backform für den Kunden bereit. Abgerundet wurde das Angebot von Anfang an durch Schreibwaren, Zeitschriften und das Lotto-Geschäft. Vor vier Jahren kam der Hermes-Versand dazu.

Doch mit den Jahren veränderten sich die Bedürfnisse der Kunden: „Junge Leute kaufen sich heute kein hochwertiges Besteck mehr“, musste Barbara Hinrichs feststellen. Auch das Sammeln von Geschirr sei heute nicht mehr in dem Maße üblich wie früher. Darauf haben die Inhaber reagiert: Bereits vor 15 Jahren nahmen sie die Haushaltswaren aus dem Programm und beschränkten sich auf das Programm von WMF, zu dem seit April auch die für Kochgeschirr bekannte Firma „Silit“ und die Kaiser-Backformen gehören. „Alle Produkte können wir über eine Händlerseite im Internet bekommen“, betont Barbara Hinrichs, die nur noch wenig Ware im Laden vorhält. Auch im Spielwarenbereich erfolgte eine Verschlankung des Angebots auf das Programm der dänischen Firma „playmobil“, womit sich die Hinrichs mit einer großen Produktauswahl als Fachgeschäft positionieren wollen. „Da sind wir stark“, soll die Botschaft an den Kunden sein, der die Themenwelten rund um Ritter, Prinzessinnen und Piraten bei ihnen mitunter günstiger bekomme als bei der Konkurrenz.

Urlaub ist ein Fremmdwort

Das Ehepaar führt das Geschäft, seitdem vor zwölf Jahren eine Mitarbeiterin aufgehört hat, komplett alleine. Urlaub ist für die beiden daher ein Fremdwort. In der Vergangenheit hätten sie das Geschäft auch schon mal zugemacht: „Das können wir uns nicht mehr erlauben“, gibt Barbara Hinrichs unumwunden zu. Ans Aufhören denken die Hinrichs aber noch lange nicht. „ Ich kann nicht zuhause sitzen und Däumchen drehen“, sagt Reinhold Hinrichs, der in diesem Jahr seinen 65. Geburtstag gefeiert hat: „Das ist hier unser Leben.“