zuletzt aktualisiert vor

Rat für Carsharing Stadtteilauto kommt nach Wallenhorst

Solch eine Ladestation für Elektroautos wird am Wallenhorster Rathaus eingerichtet. Foto: Archiv/Jörn MartensSolch eine Ladestation für Elektroautos wird am Wallenhorster Rathaus eingerichtet. Foto: Archiv/Jörn Martens

Wallenhorst. Mit ihren Bedenken zum geplanten Carsharing war die Wallenhorster CDU-Fraktion alleine. Alle übrigen Ratsmitglieder stimmten in der jüngsten Ratssitzung für einen Vertragsabschluss mit der Osnabrücker Stadtteilauto GmbH. Damit kann das Angebot zum Auto-Teilen am Wallenhorster Rathaus bald an den Start gehen.

Ein Elektrofahrzeug und ein Auto mit Verbrennungsmotor sollen vor dem Rathaus zur Verfügung gestellt werden. Das werde allerdings noch einige Wochen dauern, sagte Stadtwerke-Sprecherin Katja Diehl v or zwei Wochen, als schon eine Mehrheit im Verkehrsausschuss für das Carsharing-Modell gestimmt hatte.

Wallenhorst beteiligt sich an Kosten

Die Gemeinde muss 11000 Euro in eine Ladesäule investieren und einen Mindestumsatz garantieren. Wallenhorst werden jährlich 21420 Euro in Rechnung gestellt – abzüglich des tatsächlichen Umsatzes. Sprich: Je mehr Wallenhorster die beiden Autos nutzen, desto günstiger kommt die Gemeinde dabei weg. Auch Verwaltungsmitarbeiter sollen die Wagen für Dienstfahrten nutzen.

Einziger Standort außerhalb Osnabrücks

Wallenhorst wird dann der einzige Stadtteilauto-Standort im Landkreis außerhalb Osnabrücks sein, aber nicht der erste. In Bissendorf hatte Stadtteilauto im Oktober 2013 einen Wagen am Rathaus platziert. Kurz darauf wurde der Versuch aber abgebrochen. Wie in Wallenhorst geplant, nutzten zwar auch Verwaltungsmitarbeiter den Toyota für Dienstfahrten, betont Bürgermeister Guido Halfter, aber nur zwei Bürger. Anders als Wallenhorst wollte Bissendorf keinen Mindestumsatz garantieren. „Wir sind der Auffassung, dass eine Subventionierung in ähnlicher Höhe in Bissendorf zu keinem Erfolg führen würde“, so Halfter. Er führt das zurück auf die Flächenstruktur seiner Gemeinde: Bissendorf hat etwa 10000 Einwohner weniger als Wallenhorst, ist aber mehr als doppelt so groß.

CDU dagegen

Der Wallenhorster CDU ist das Risiko, dass sich das Angebot für die ebenfalls ländlich geprägte Gemeinde nicht rechnet, zu groß. „Hier wäre vielleicht ein Firmenwagen für die Verwaltung sinnvoller“, sagte Barbara Bender (CDU). „Wie sollen Bürger von Rulle nach Wallenhorst kommen? Wer macht die Werbung?“, fragte sie. Ihre Fraktion sei nicht gegen das Carsharing, fordere aber eine auf die Gemeinde zugeschnittene Lösung. Auch Linke-Vertreter Michael Riemann äußerte Bedenken: „Ich bin ein großer Fan von Carsharing, nur ist es ein Großstadtprojekt“, sagte er. „Aber vielleicht klappt das!“ Er stimmte dafür, es zu versuchen – ebenso wie die Vertreter der Mehrheitskooperation aus SPD, Grünen und Wählergemeinschaft.

Großer Zuspruch bei übrigen Fraktionen

„Vor einem halben Jahr waren wir ja im Prinzip schon beschlussreif“, erinnerte Markus Broxtermann (SPD). Damals bat Dirk Hagen (CDW, „Christlich, Demokratisch für Wallenhorst“) um Aufschub, weil die Wallenhorster Energiegenossenschaft oder die Gemeindewerke die Chance haben sollten, ein eigenes Carsharing-Angebot zu erarbeiten. Daraus wurde zwar nichts, aber vom nun kommenden Modell, ist Hagen auch überzeugt. „Das Stadtteilauto-System ist ganz hervorragend“, sagte er.

So funktioniert das Carsharing

Die Nutzung funktioniert so: Kunden können das Auto telefonisch oder via Internet reservieren und dann mit ihrer Kundenkarte öffnen. Die Aufnahmegebühr bei Stadtteilauto beträgt 59 Euro, die monatliche Grundgebühr 5 Euro, auch Ermäßigungen sind möglich. Bei der Nutzung wird stunden- und kilometerweise abgerechnet. Beispielsweise kostet die Nutzung für Wenigfahrer tagsüber in einer Kompaktklasse 2,40 Euro pro Stunde und bis 100 Kilometer zusätzlich 29 Cent pro Kilometer.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN