Eröffnungsfeier Wallenhorster Sanitärgroßhändler Schütte weiht neuen Standort ein

Meine Nachrichten

Um das Thema Wallenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Wallenhorst. Den ersten Termin zur offiziellen Eröffnungsfeier musste die Wallenhorster Firma Schütte im Mai verschieben. Mit zu vielen Aufträgen begründete Geschäftsführer Björn Schütte das damals. Am Freitag holte der Sanitärgroßhändler den offiziellen Akt zum Einzug in die neue Firmenzentrale am Hullerweg im Gewerbegebiet Hollage nach.

„Im Mai letzten Jahres war hier noch eine grüne Wiese – mit einer Kuh drauf“, sagte Schütte. Nicht mal ein Jahr dauerte es, bis der neue Bürokomplex und die Logistikhalle für mehr als zehn Millionen Euro fertig und bezogen waren. „Eigentlich ist es ein kleines Wunder, wie rund alles schon läuft“, sagte der Geschäftsführer. Für ihren Einsatz, auch an den Osterfeiertagen, bedankte sich Björn Schütte bei seinen Mitarbeitern. „Ich konnte mich auf alle verlassen“, sagte er. „Wir wissen ja alle, wie Diamanten entstehen, nämlich unter Druck.“

Treue zur Gemeinde

Rund 5000 verschiedene Produkte – in erster Linie Bad- und Küchenarmaturen und -brausen – werden am Hullerweg umgeschlagen. Die Gemeinde Wallenhorst war 2014 heilfroh, dass einer ihrer wichtigsten Gewerbesteuerzahler im Ort blieb, denn auch ein Standort in Bramsche-Engter war im Gespräch. Für Schüttes Treue zu Wallenhorst bedankte sich Bürgermeister Otto Steinkamp (parteilos) jetzt „nochmal ausdrücklich“.

Mehr als 100 Millionen Euro Umsatz

Mehr als 100 Millionen Euro jährlich beträgt der Umsatz der Schütte-Unternehmensgruppe. Begonnen hatte alles 1976 mit einem Verkaufsbüro und drei Mitarbeitern im Mietshaus von Familie Schütte in der Großen Straße in Wallenhorst. Bis heute im Unternehmen beschäftigt ist Margret Greve, die bei der Eröffnungsfeier an früher erinnerte. Der Leitspruch von Unternehmensgründer Franz Joseph Schütte lautete: „Wir handeln mit allem, was sich nicht wehrt.“ Greve: „Am Anfang standen Lebensmittel: Knäckebrot, Backmischungen, Sauerkraut.“ Gefertigt wurde in Polen, geliefert von Wallenhorst aus.

Baumärkte im Fokus

Auch der Sprung zum Edelstahl hatte mit Lebensmitteln zu tun. Franz Joseph Schütte ließ in Polen Fleischerhaken fertigen und verkaufte sie an deutsche Schlachthäuser. Doch Armaturen waren noch kein Thema. Prokurist Heiner Kinkel, der das Wachstum der Firma ebenfalls lange begleitet hat, erzählte, wie Björn Schüttes Vater schließlich in einer Fachzeitschrift gelesen habe, dass Baumärkte bald boomen würden. Baumärkte benötigen Armaturen – und so kam die Firma an das Produkt, das sie bis heute ausmacht. Rasch platzte der Unternehmenssitz im Familienhaus aus allen Nähten. Die private Waschküche, die Garage und der Garten mussten herhalten, erzählte Margret Greve. Einer der ersten Schüleraushilfen war: Björn Schütte. Und der erinnere heute noch gern an seinen ersten Stundenlohn von vier Mark.

Rasantes Wachstum

1999 übernahm Björn Schütte die Firma von seinem Vater. Ihm galt auch Björn Schüttes erster Dank. „Schade, dass er heute nicht dabei sein kann.“

2000, mitten in der Wirtschaftskrise, wagten Schüttes den Schritt, die Waren aus China zu beschaffen – mit Erfolg. Das Unternehmen wuchs rasant, auch der neuere Firmensitz an der Ringstraße wurde zu klein. 2011 wurde der Mitbewerber Kirchhoff übernommen, 2014 die Firma Eisl. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile 150 bis 170 Mitarbeiter.

Landkreis-Wirtschaftsförderer Siegfried Averhage betonte die Bedeutung des Mittelstandes für die Region und sagte: „Neuansiedlungen sind nicht das alles Entscheidende. Entscheidend sind die, die hier vor Ort sind.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN