Nur sieben Bewerber Aus für Wallenhorster Jugendparlament

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Nach nur zwei Jahren wird das Wallenhorster Jugendparlament wieder abgeschafft. Eigentlich hätten jetzt im Sommer Neuwahlen angestanden. Archivfoto: OsterfeldNach nur zwei Jahren wird das Wallenhorster Jugendparlament wieder abgeschafft. Eigentlich hätten jetzt im Sommer Neuwahlen angestanden. Archivfoto: Osterfeld

Wallenhorst. Das war’s. Nach nur zwei Jahren wird das Wallenhorster Jugendparlament wieder abgeschafft. Eigentlich hätten jetzt im Sommer Neuwahlen angestanden. Doch für die neun Mandate haben sich nur sieben Bewerber gemeldet. Für Bürgermeister Otto Steinkamp ist das „eine Abstimmung mit den Füßen“. Die Gemeinde hatte alle 14- bis 21-Jährigen persönlich angeschrieben.

Offenbar sei das Jugendparlament einfach nicht die richtige Form, um junge Menschen für Politik und Mitbestimmung zu begeistern, analysiert der Verwaltungschef. Womöglich sei die Hemmschwelle für die Jugendlichen zu hoch, sich zu bewerben, da sie sich nicht kennen würden, mutmaßt Steinkamp.

Rückblick: Im Herbst 2012 hatte die Gemeinde Wallenhorst zusammen mit einigen engagierten Jugendlichen angefangen, Möglichkeiten der Beteiligung zu suchen. Mittels Online-Befragung konnten sich alle jungen Leute aus Wallenhorst, die wollten, dazu äußern. Nach mehreren Treffen fiel die Entscheidung zugunsten eines offenen Jugendparlaments. Die Mitglieder des Gemeinderats diskutierten derweil ausgiebig, wie viel Geld sie den Jugendlichen für ihre Arbeit zur Verfügung stellen wollten. Am Ende entschieden sie sich für 2000 Euro pro Jahr.

Gründung 2013

Die erste Briefwahl fand vor zwei Jahren statt, Vorsitzende des neuen Jugendparlaments wurde Luisa Lucht. Die Arbeitskreissitzungen waren öffentlich, und um bei den übrigen Jugendlichen der Gemeinde bekannter zu werden, veranstalten die Mitglieder im März 2014 ein Wohnzimmerkonzert . Vor einem Jahr stellten die Jungparlamentarier im Gemeindeausschuss ihre Arbeit vor. Ideen hatten sie einige, so etwa einen Skaterpark. Auch das Thema Öffnungszeiten von Sportanlagen in den Ferien wollten sie angehen. Im vergangenen Jahr war es dann aber ruhig geworden um das Jugendparlament.

Die Samtgemeinde Fürstenau ist nach dem Aus für das Wallenhorster Jugendparlament dann erst einmal die einzige Kommune im Landkreis Osnabrück, in der es ein Jugendparlament gibt. Geplant ist die Einführung dieses Gremiums allerdings unter anderem in Bramsche. Dort wird es im Juli gewählt. Und in der Stadt Osnabrück findet am 26. Juni die Wahl zum zweiten Jugendparlament statt. Es war wie auch das in Wallenhorst 2013 gegründet worden.

Viele Kommunen bieten zwar kein Jugendparlament, aber dennoch eine Beteiligungsmöglichkeit für Jugendliche an – so gibt es beispielsweise in Belm seit 2007 einen Jugendbeirat. Er bildet eine Schnittstelle zwischen Gemeinderat und Jugendarbeit – entsprechend sind auch Ratsmitglieder darin vertreten.

Aufgeben will die Gemeinde Wallenhorst die Idee einer Jugendbeteiligung nicht. Steinkamp schwebt eine Jugendwerkstatt vor und eine direkte Ansprache von Vereinen, Verbänden und offener Jugendarbeit. Zusammen mit dem Jugendpfleger und den Ratsmitgliedern soll nach einer besseren Beteiligungsform gesucht werden.


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