Lokales Interview Elisabeth Lumme und Katrin Orth organisieren Theaterfestival „Couchzone“ in Rulle

Haben mitten in den Vorbereitungen für das neue Projekt des Ruller Hauses Zeit gefunden für ein Gespräch: Elisabeth Lumme (links) und Katrin Orth. Foto: Christine HalbachHaben mitten in den Vorbereitungen für das neue Projekt des Ruller Hauses Zeit gefunden für ein Gespräch: Elisabeth Lumme (links) und Katrin Orth. Foto: Christine Halbach

Wallenhorst. Rulle wird zur „Couchzone“: Unter diesem Namen veranstaltet das Ruller Haus mit dem Osnabrücker Musiktheater Lupe vom 17. bis 19. Juli ein Theaterfestival, das Künstler, Amateure und den Ort Rulle in besonderer Weise zusammenbringt. Was das Publikum erwartet und welche Rolle Menschen und Vereine aus Wallenhorst dabei spielen, haben die Projektverantwortlichen des Ruller Hauses Elisabeth Lumme und die künstlerische Leiterin Katrin Orth vom Musiktheater Lupe unser Redaktion erzählt.

Fangen wir mit einer Vorstellungsrunde an: Frau Orth, wenn ich Sie beide gemeinsam treffen würde, wie würden Sie mir Frau Lumme vorstellen?

Orth: Frau Lumme ist eine bildende Künstlerin, die sich zu einer Projektplanerin entwickelt hat, die viel bewegt und möglich macht. Sie hat ein großes kreatives Potenzial, was sich in der gesamten Projektentwicklung auswirkt.

Frau Lumme, wen darf ich mir unter Katrin Orth vorstellen?

Lumme: Katrin Orth ist für mich eine Theatermacherin mit Esprit und Humor, die es schafft, vertraute Orte so zu bespielen, dass man sie auf neue Weise sieht. Sie kann die unterschiedlichsten Menschen im kreativen Spiel zusammenbringen und das Beste aus ihnen herausholen.

Dann kennen Sie sich schon eine Weile. Wer hat denn hier wen zu dem Projekt inspiriert?

Lumme: Ich wusste, dass Katrin sehr gut Projekte mit Amateuren entwickeln kann. Und da ich schon immer den Wunsch hatte, in Rulle was mit Bürgerbeteiligung zu machen, passte das einfach gut zusammen.

Welche Projekte waren das denn, Frau Orth?

Orth: Ein großes Projekt war der ‚Steinwalzer‘ am Piesberg, in dem es um sowjetische Kriegsgefangene ging und auf deren Spuren wir uns mit 80 Laien und Künstlern bewegt haben. Ein weiteres Projekt war das Kuckmal-Festival, bei dem wir die Osnabrücker Altstadt bespielt haben.

Das Ruller Haus hatte für das Projekt bei der Gemeinde Wallenhorst einen Zuschuss in Höhe von 6500 Euro beantragt, der jedoch von der Politik abgelehnt wurde. Nichtsdestotrotz kann das Festival im Juli an den Start gehen. Sie hatten offensichtlich bei anderen Förderungseinrichtungen mehr Erfolg. Bei welchen?

Lumme: Nun, unser Antrag auf Projektförderung wurde vom Gemeinderat zwar abgelehnt, aber ein Zuschuss in Höhe von 2300 Euro€ zur Wallenhorst Kultur Card in Aussicht gestellt. Dafür sind wir sehr dankbar. Dann haben der Landschaftsverband Osnabrücker Land und der Landkreis das Projekt mit vergleichbaren Summen gefördert. Außerdem konnten wir private Sponsoren und die Egerland-Stiftung als Förderer gewinnen.

Wofür benötigen Sie die Mittel?

Lumme: Wir wollen ein professionelles Projekt auf die Beine stellen, in dem Künstler und Laien zusammenarbeiten. Das bedeutet, dass wir auch Künstler engagieren und bezahlen müssen.

Orth: Außerdem brauchen wir technisches Equipment wie Licht- und Tonanlagen.

Was wird den Zuschauer in der „Couchzone“ erwarten?

Orth: Wir werden die Zuschauer im Ruller Haus empfangen und in verschiedenen Gruppen zu bestimmten weltlichen und geistlichen Orten in Rulle führen. Auch ein Privathaus wird dabei sein. Dort werden kleine Geschichten erzählt, die anrühren, verblüffen und erheitern sollen.

Das Projekt setzt auf die Beteiligung der Bevölkerung. Wen konnten Sie bislang dafür gewinnen?

Orth: Bisher habe ich Zusagen von der Freiwilligen Feuerwehr, der Ballettschule Rulle, Sängern und Sängerinnen des Johanneschors, der Skacapella und dem Blau-Weiß Hollage bekommen.

Die „Couchzone“ ist also nicht auf Rulle beschränkt?

Lumme: Nein, ganz sicher nicht. Mitmachen können Menschen aus der gesamten Gemeinde Wallenhorst. Wir wollen schließlich Grenzen öffnen und nicht beschränken.

Wie werden die Vereine in das Festival einbezogen?

Orth: Ich arbeite mit dem, was die Menschen können, stelle es aber in einen anderen Zusammenhang. So werde ich zum Beispiel Kampfbewegungen der Judoka des Blau-Weiß Hollage choreografisch einbinden.

In welcher Form können Sie noch Unterstützung gebrauchen?

Lumme: Wir wollen den Ort Rulle ein bisschen verwandeln und suchen daher Helfer, die nähen und etwas bauen können. Auch über Menschen, die im Hintergrund arbeiten, also mal Festivalluft schnuppern wollen, freuen wir uns.

Wer Interesse hat, in der „Couchzone“ mitzumischen, wendet sich über info@rullerhaus.de an die Projektverantwortlichen.


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