Interview mit Oliver Scherz Lesekünstler zu Gast beim Autorenfrühling im Ruller Haus

Kinderbuchautor Oliver Scherz zu Gast im Ruller Haus.Kinderbuchautor Oliver Scherz zu Gast im Ruller Haus.

Wallenhorst. Der Autorenfrühling im Ruller Haus startet am 5. Mai. Zu Gast ist der Kinderbuchautor Oliver Scherz. Der 40-jährige Familienvater ist nicht nur Schriftsteller, sondern arbeitet auch als Cutter, Regisseur und Schauspieler. Der gebürtige Essener lebt mit seiner Familie in Berlin. Zuletzt erhielt er auf der Leipziger Buchmesse die Auszeichnung zum „Lesekünstler des Jahres 2015“. Im Interview mit unserer Redaktion spricht er über seinen Besuch im Ruller Haus, neue Buchprojekte und seine Motivation.

Herr Scherz, am 5. Mai sind Sie zu Gast im Ruller Haus und werden aus ihrem Kinderbuch „Wir sind nachher wieder da, wir müssen erst nach Afrika“ lesen. Was dürfen ihre kleinen und großen Zuhörer an diesem Nachmittag erwarten?

Elefanten, Kraken, Löwen - einer von denen singt sogar - und Abenteuer von Joscha und Marie, die die Zuhörer auf ihre Reise nach Afrika mitnehmen. Es wird laut und leise, lustig und traurig und auf jeden Fall dramatisch. Ich freu mich drauf.

Was fasziniert Sie an ihren Lesungen besonders und lassen Sie sich dabei auch von ihren jungen Zuhörern inspirieren?

Mir macht das Vorlesen unheimlich viel Spaß. Es bewegt mich, die puren Reaktionen der Kinder zu erleben und den Lesern meiner Bücher direkt zu begegnen. Die Energie, die ich auf diese Weise zurückbekomme, hilft mir auch beim Schreiben. Außerdem habe ich bei den Lesungen oft das Gefühl, dass die Kinder mehr mitnehmen, als den unterhaltsamen Augenblick. Eine Autorenlesung ist für einige ein besonderes Erlebnis, das Bücher für sie interessanter macht, zum Weiterlesen und Nachdenken anregt.

Was hat Sie dazu bewegt, Kinderbücher zu schreiben?

Meine eigenen Kinder. Ich bin ja noch gar nicht so lange dabei. Ich habe erst angefangen, mich überhaupt mit Kinderliteratur zu beschäftigen, als meine Tochter geboren wurde. Seitdem schreibe ich mit echter Freude für Kinder. Ich möchte ihre Fantasie anregen und ihnen die Möglichkeit geben, durchs Lesen oder Zuhören Worte fürs eigene Denken zu finden.

Welche Art von Literatur lesen Sie in ihrer Freizeit?

Neben meinem Bett liegt ein Stapel von Kinder- und Jugendbüchern, weil es mich interessiert, was meine Kollegen schreiben. Und ich lese zum zweiten Mal Jonathan Franzens „Korrekturen“. Bücher von ihm und zum Beispiel von Phillip Roth habe ich besonders zu schätzen gelernt.

Was dürfen Oliver Scherz-Leser als Nächstes von Ihnen erwarten? Haben Sie bereits weitere Kinderbücher in Planung?

Ich freu mich schon darauf, dass im Herbst „Keiner hält Don Carlo auf“ bei Thienemann erscheint, mit Illustrationen von Peter Schössow. In der Geschichte fährt ein Junge von Bochum nach Palermo, alleine, ohne Fahrkarte und festen Plan. Er will seinen Vater aus Italien zurückholen und unternimmt dafür eine ziemlich waghalsige Reise.

Freuen Sie sich auf Ihren Besuch in Wallenhorst und werden Sie etwas bleiben, um das Osnabrücker Land kennenzulernen?

Klar, ich finde es immer schön, neue Orte zu sehen. Zeit zum Kennenlernen bleibt mir dieses Mal leider nicht wirklich, die Lesereise geht direkt weiter und ich muss gleich wieder zum Zug. Schade.


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