Gemälde zurückgetauscht Finissage der Ausstellung „Bilder der anderen“ im Ruller Haus

Nehmen ihr eigenes Bild wieder mit und geben das des Osnabrücker Künstlers zurück: Wolfgang Echelmeyer und Eva Lohmann mit Elisabeth Lumme (Mitte). Foto: Elvira PartonNehmen ihr eigenes Bild wieder mit und geben das des Osnabrücker Künstlers zurück: Wolfgang Echelmeyer und Eva Lohmann mit Elisabeth Lumme (Mitte). Foto: Elvira Parton

Wallenhorst. Acht Wochen hatten Wallenhorster Bürger die Werke von Osnabrücker Künstlern an ihren Wänden hängen und ihre eigenen Bilder dem Ruller Haus für die Ausstellung „Die Bilder der anderen“ ausgeliehen. Jetzt stand der Rücktausch der rund 60 Exponate auf dem Programm.

Im Kapellenraum des Ruller Hauses, wo in den vergangenen zwei Monaten die Zeichnungen, Portraits und abstrakten Malereien von rund 30 Wallenhorstern hingen, sind bereits erste kahle Stellen zu sehen. Einige der Leihgeber haben ihre Bilder bereits abgeholt. Auch Wolfgang Echelmeyer ist in der Mittagszeit in das Kulturhaus gekommen und hat sich sein Bild schon unter den Arm geklemmt. Es ist ein farbiges, in Mischtechnik gemaltes Bild des Osnabrücker Künstlers Stefan Thörner. Zuhause hängen noch die zwei ausgeliehenen Bilder von Frank Gillich, die der Künstler in den nächsten Tagen selbst abholen wird. Anders als Echelmeyers eigenes Bild ist die Farbgebung der Leihexponate monochrom: Schwarz und Weiß. „Die sind mir spontan ins Auge gestochen“, erinnert sich Echelmeyer daran, wie es Ende Februar um die Auswahl der Bilder der beteiligten Osnabrücker Künstler ging. Getrogen hat ihn sein erster Impuls nicht: „Die Bilder sind uns nie fremd vorgekommen, haben sich gut eingefügt und waren eine wirkliche Bereicherung für unser Wohnzimmer.“

Nicht sofort Feuer und Flamme vom neuen Bild war Bärbel Harm, die sich für ein großformatiges, in Orange gemaltes Exponat entschieden hatte. „Das passt hier ja gar nicht rein“, habe sie anfänglich gedacht. Als sie die Position an der Wand verändert hatte, habe ihr das Bild in ihrem Wohnzimmer besser gefallen. Sich auseinanderzusetzen mit dem Bild, sich zu fragen: „Gefällt mir das oder nicht?“, sei für sie mit das Spannende an dem Projekt gewesen.

Leihgeberin Eva Lohmann, die sich auch für ein farbintensives Bild entschieden hatte, gefiel ihr neues Bild indes sofort: „Ich habe mich die ganzen Wochen daran erfreuen können“, betont sie, die noch darüber nachdenkt, die abstrakte Malerei von Karin Mackay zu erwerben.

Tatsächlich haben einige Wallenhorster die ausgeliehenen Bilder so zu schätzen gelernt, dass sie sie gekauft haben, sagte die Projektkoordinatorin des Ruller Hauses, Elisabeth Lumme. Sie hat bereits eine Idee für ein neues Projekt: Unter dem Motto „Kitsch ist Kunst ohne Schmerzen“ tauschen Wallenhorster und Osnabrücker Künstler lieb gewonnene, gerne auch kitschige Gegenstände. Das könnten dann Bilder, Skulpturen oder Dekorationsgegenstände sein.


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