„Jetzt glühen die Finger“ Leonard Rees überzeugt im Ruller Haus am Cello

Nachwuchstalent: Leonhard Rees. Foto: Thomas OsterfeldNachwuchstalent: Leonhard Rees. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Mit einem ausgesprochen bunten Programm präsentierte der 17-jährige Leonard Rees die Möglichkeiten seines Cellos. Unterstützung erhielt er von Prof. Peter Florian und seiner kleinen Schwester Sophie Charlotte Rees.

„Ich bin jung und dynamisch und möchte immer die schnellen, hohen Töne spielen.“ Leonard Rees hat die ersten Stücke seines Programms im Ruller Haus unter dem Motto „Virtuosität“ zusammengefasst, und so geht es gleich zu Anfang hoch her. Mit Bearbeitungen nach Paganini oder effektvoll-dankbaren Stücken der Cellovirtuosen Alfredo Piatti und David Popper zeigt der Cellist, welche technischen Kniffe er inzwischen draufhat: Doppelgriffe, Flageolett, flinke Finger...t.

Leonard Rees ist jetzt 17 Jahre alt und macht gerade sein Abitur, noch hat er also den Jugend-Bonus, der ihm aber im Studium wohl nicht mehr lange erhalten bleibt. Doch das macht nichts, denn im Ruller Haus erlebt man einen inzwischen selbstbewussten jungen Mann, der nicht nur technisch auf seinem Instrument ziemlich fit ist, sondern auch sicher in der Gestaltung und expressiv im Ausdruck.

Außerdem moderiert Leonard Rees sein Konzert auch recht gekonnt: „Jetzt glühen mir die Finger“, meint er etwa nach dem ersten Block und leitet über zu einem ruhigeren „Lied ohne Worte“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Leonard Rees bestreitet das Konzert jedoch nicht alleine. Den Part seiner erkrankten Mitschülerin Andrea Volk, für die eigentlich der Platz am Flügel reserviert war, übernahm kurzfristig Prof. Peter Florian, und Sophie Charlotte Rees, die zwei Jahre jüngere Schwester, hat ebenfalls ihr Cello dabei.

Mit eher einfachen Begleitstimmen lassen sie ihn erst richtig glänzen. Doch auch die kleine Schwester hat mehr drauf: Sophie verlässt schließlich die begleitende Rolle in der Bearbeitung einer Bearbeitung. Paganini hat sich ein Thema von Rossini für Geige zurechtgelegt, und das wiederum ist nun in einer Fassung für zwei Celli zu hören, bei der Thema und Begleitung auf beide Parts virtuos verteilt sind und bei der die Geschwister Rees auch ein paar Show-Effekte einbauen.

„Diversity of Cello“ hat Leonard Rees sein Programm genannt, und als sei das bisher noch nicht bunt genug gewesen, gibt es noch klassische Klänge von Boccherini, Oper von Wagner, Neue Musik von Lutoslawski und als Zugabe Musik der Bands Coldplay und Nirvana.


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